Mord-Ermittlung

Kripo informiert über Ermittlungsstand im Eltener Mordfall

Zum Mordfall informierten (v.l.) Karin Kretzer und Gerd Hoppmann (Mordkommission), Staatsanwalt Timmer und Kleves Polizeisprecher Jaspers.

Zum Mordfall informierten (v.l.) Karin Kretzer und Gerd Hoppmann (Mordkommission), Staatsanwalt Timmer und Kleves Polizeisprecher Jaspers.

Foto: Kraayvanger

Elten/Kleve.   Mordkommission und Staatsanwaltschaft geben Ergebnisse im Fall Christ bekannt. Homosexuelle Neigung könnte eine Rolle spielen. Hinweise erbeten.

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Das Silberdorf ist im Schockzustand. Der Tod des beliebten Robert Christ, der vielen auch noch vom Ihr Platz-Geschäft an der Emmericher Kaßstraße bekannt ist, sorgte am Wochenende für Gesprächsstoff am Rande der Gottesdienste der St. Vitus-Gemeinde. „Es war ein sehr angesehener, seriöser Mann. Ein Eltener Urgestein“, so die Polizei. Wie immer gut gelaunt, erlebte man ihn noch beim Kolpinggedenktag.

Fieberhaft ist die Krefelder Mordkommission (24 Personen!) und die Klever Kreispolizei im Einsatz. Und konnte am Sonntagnachmittag erste Ermittlungsergebnisse der „MK Abtei“ in Kleve bekanntgeben. „Doch die Feststellungen vor Ort gestalten sich sehr aufwendig“, so Gerd Hoppmann, Leiter der Krefelder Mordkommission.

Wasserhähne beim Verlassen des Tatorts aufgedreht

So setzten die Ermittler ganz besonders auf Hinweise aus der Bevölkerung, die derzeit eher spärlich eingehen. Zum Tathergang, so Staatsanwalt Hendrik Timmer, steht derzeit Folgendes fest. „Zwischen dem 14.12., 16.30 Uhr, und dem 15.12., 8 Uhr morgens, begab sich der oder die Beschuldigten zum Wohnhaus.“

Dabei habe das Opfer dem Täter Zutritt zur Wohnung gewährt. Er müsse ihn also gekannt haben, hieß es. Denn normalerweise öffnete Robert Christ abends nicht mehr die Haustüre. Das Wohnhaus des Leiters der Star-Tankstelle sei stets bei Abwesenheit durch eine Alarmanlage gesichert gewesen.

Die Täter hätten es auf mehrere tausende Euro Bargeld abgesehen, so Timmer. Beim Verlassen des Hauses habe man die Wasserkräne aufgedreht, um womöglich Spuren zu verwischen. Es kam zu mehreren Stich- und Schnittverletzungen und erheblicher, stumpfer Gewalteinwirkung am Kopf des Opfers.

Darüber hinaus zeigte der Körper von Robert Christ Verletzungen am Rumpfbereich, die auf den Sturz vom Erdgeschoss in den Keller hindeuten, wo man den leblosen Körper fand. Er war 43 Jahre verheiratet, sei aber, nachdem seine zum Schluss bettlägerige Frau verstorben wäre, seiner homosexuellen Neigung gefolgt, erklärte Gerd Hoppmann: „Durch Kontakte zu diesem Milieu ergibt sich eine deutliche Gefahrenlage.“

Jedoch schloss er aus, dass diese auch in die Niederlande gehen würden. Aber, und das unterstrich der Chef der Mordkommission mehrfach, man ermittle in alle Richtungen. Und so wird auch ein Raubdelikt nicht ausgeschlossen. „Vielen war bekannt, das Robert Christ sehr vermögend war.“

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