Theater

Laienspielschar brachte Mietshaus-Zwist auf die Bühne

Grenzlandlaienspieler Anholt

Grenzlandlaienspieler Anholt

Foto: Markus Joosten

Anholt.   Die Grenzland-Laienspielschar Anholt lud zur Premiere des neuen Stücks Tratsch im Treppenhaus von Jens Exler. Edith Renting-Kohlberg brillierte.

Dass der Frömmste nicht in Frieden leben kann, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt, das wusste schon der große deutsche Dichter Friedrich Schiller. Und dass es ein zweifelhaftes Vergnügen ist in direkter Nähe zu Meta Boldt (Edith Renting-Kohlberg) in einem Mietshaus zu wohnen, erlebten die Besucher der Premiere des Stückes „Tratsch im Treppenhaus“ von Jens Exler.

Das Stück, das viele sicherlich noch aus dem Fernsehen kennen, wurde am 31. Dezember 1966 mit dem Ohnsorg-Theater aufgeführt.

Herausforderung gemeistert

Eine große Herausforderung also für die Grenzlandlaienspieler Anholt, die sich dieses Stück für ihre diesjährige Theatertour ausgesucht hatten. Nur soviel: Hinter dem Original müssen sie sich nicht verstecken.

In der Rolle der Frau Boldt brillierte Edith Renting-Kohlberg, die die Hausbewohner durch Tratsch, Lügereien, übler Nachrede und kleinen Betrügereien tyrannisierte.

Horchen und spionieren im Treppenhaus

Ihr bevorzugter Aufenthaltsort war meistens das Treppenhaus, wo sie an Türen horchte und spionierte, um dann ihre Version des Erlauschten sofort an die richtige Person zu bringen. Fantastisch wie sie in ihrer aufdringlichen Art immer wieder die Bewohner anging und das Publikum zum Lachen brachte.

Ganz besonders zu leiden hatte unter ihr die gutmütige Hanne Knoop (Brigitte Stratmann), die auch noch verbotenerweise die Untermieterin Fräulein Heike (Michaela Hornölle-Strube) aufgenommen hatte.

Heilsame Lektion erteilt

Davon mussten doch schleunigst der Hauswirt Bernhard Tramsen (Alfons Eising) und der brummige Steuerinspektor a.D. Ewald Brunner (Manfred Juttner) in Kenntnis gesetzt werden.

Brunners Neffe Dieter (Frank Konnik) jedoch quartierte sich auch bei seinem Onkel ein und köstlich wie alle drei um die Gunst von Fräulein Heike buhlten. Aber nachdem ihr Vater Herr Seefeld (Jens Berger) sich mit seiner Tochter versöhnte, schließen sich so nach und nach die Opfer von Frau Boldt zu einer kleinen Gemeinschaft zusammen und erteilen ihr eine heilsame Lektion.

Tolle Arbeiter der Maske

Ganz besonders muss man hier noch einmal die Arbeit der Maskenbildnerin Conny Sickmann hervorheben, die es geschafft hat, einige der Schauspieler so zu gestalten, dass man nur anhand des Plakates wusste, wer sich dahinter verbarg.

Und das es auch den Schauspielern wieder eine Menge Spaß gemacht hatte, dass konnten die Zuschauer während der Aufführung nicht nur erahnen. „Ich hatte vorher noch nie Lampenfieber“, berichtete Michaela Hornölle-Strube, „es kann doch nur schief gehen und zur Not improvisieren wir, wenn jemand mal einen Hänger hat oder wenn es mal irgendwo hakt.“

Viel Spielfreude

Und diese Spielfreude kam auch beim Publikum an wie Sibylle Kruckau erläuterte: „Das Stück und auch die Schauspieler sind super und die Tratschliese finde ich einfach genial. Die bringt das ganz toll rüber.“ Eine Meinung, die sie mit ganzen vielen der Besucher teilte.

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Es sind jedoch nicht nur die Schauspieler, die für das Gelingen des Stückes verantwortlich waren. Mehr als 30 Mitglieder der Grenzlandspieler hatten wieder einmal eine Meisterleistung vollbracht – waren sie doch unter anderem für den Aufbau der Bühne, den Transport der Requisiten, Licht und Ton und für die Bewirtung der Gäste zuständig. Regie führte Doris Bruns und bei Hängern waren Gertrud Ortler und Irene Eiting als Souffleusen ganz in der Nähe.

Die dritte Aufführung ist am Samstag, 27. April, um 20 Uhr in der Verbundschule in Isselburg und die vierte am Sonntag, 28. April, um 17 Uhr ebenfalls in der Verbundschule.

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