Machutus oder der Doktor

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LESESTOFF. Der neue Heimatkalender auf das Jahr 2008 ist ab sofort erhältlich. 250 interessante Seiten über das Klever Land.

EMMERICH/REES. Über 250 Seiten ist er stark, der Kalender für das Klever Land auf das Jahr 2008. Die Vignette auf der Titelseite, ein Ausschnitt aus einem Kupferdruck nach einer Zeichnung von Jan de Beyer, zeigt die ev. Christuskirche im Jahre 1736. Und der Heimatkalender enthält wieder auch interessante Beiträge von der rechtsrheinischen Seite.

Wie den von Otto Friedrichs über den Grafiker und Glasmaler Joachim Klos (1931 - 2007), der in den mehr als fünf Jahrzehnten seiner künstlerischen Tätigkeit herausragende Werke im Bereich der Glasmalerei geschaffen hat. Zum Beispiel 1969 die Fenster der Stiftskirche St. Vitus in Hochelten. Für die dreischiffige romanische Basilika aus dem Beginn des 12. Jahrhunderts hat Klos für das südliche Kirchenschiff einen fünfteiligen Fensterzyklus mit einfachen geometrischen Formen und Farben entworfen, der thematisch Bezug nimmt auf den "Freudenreichen Rosenkranz". Von Klos stammen u.a. auch die Fenster in Aldegundis (1961), Liebfrauen (1964), St. Martini (1965), Sparkasse Emmerich (1972), im Altenheim Haldern (1983) und in St. Cosmas und Damian in Bienen (1984 - 1990).

Mit dem barocken Vesperbild in der Stiftskirche in Hochelten befasst sich der Beitrag von Reinhard Karrenbrock. Den hohen Anspruch bei der Ausgestaltung kirchlichen Lebens in der Spätzeit des Stiftes lässt auch das in einer Nische unterhalb der Westempore aufgestellte Vesperbild erkennen, das bislang, so der Autor, wie die übrige Barockausstattung auch nur wenig Beachtung gefunden hat. 1981/82 war das Bild durch Edgar Jetter in Vreden restauriert worden. Das Vesperbild von St. Vitus, das dem münsterschen Bildhauer Georg Dollart zugeschrieben werden kann, dürfte, so der Autor, im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts entstanden sein. Auftraggeberin war vermutlich die Äbtissin Maria Franziska Gräfin von Manderscheid-Blankenheim und Gerolstein, die auch als Vollenderin des Wiederaufbaus der Eltener Stiftskirche gilt.

Über den Besuch von Thomas Coryate, dem Sohn eines englischen Pfarrers in Rees im Jahre 1608, handelt der Beitrag von Wilhelm Diedenhofen "Sind Briten hier?" - Englische Reiseberichte aus dem Klever Land. Coryate war im Spätsommer des Jahres 1608 mit einem Rheinschiff auf Heimreise, das am Abend des 22. September in Rees anlegte. In den 1611 in London veröffentlichten Reiseeindrücken schreibt der Brite unter anderem: "Die Stadt Rees gehört dem Herzog von Kleve und bekennt sich zum papistischen Glauben. Sie hat nur eine Kirche, in der ich eine Unmenge von Statuen und Heiligenbildern sah."

Über den Niederrheinmaler Piet Leysing (1885 - 1933), der in dem Rheinstädtchen Rees viele Jahre ein Atelier hatte, berichtet Clemens Reinders. Angereichert ist dieser Beitrag wie die meisten anderen mit alten Fotomotiven. Um einen (Lebens-)Künstler dreht sich ein weiterer Beitrag. Norbert Kohnen begibt sich auf Spurensuche im Leben von Horst Geldmacher. Der Künstler starb knapp 63-jährig im Jahre 1992 in Emmerich. Seine langjährige Lebensgefährtin Ursula Beyrau, die heute noch in Emmerich lebt, hat Kohnen viele Geschichten aus dem Leben Geldmachers erzählt. Und so manches hat Kohnen auch in den Werken von Günter Grass über den Grafiker, Maler, Bildhauer und Musikant erfahren.

Um die wundersamen Heilungen des heiligen Machutus auf dem Eltenberg rankt sich der Beitrag von Veit van den Berg. Der Machutus-Ruhm hat sich schnell im Lande herum gesprochen. So sagte ein Orthopäde einer Sportklinik bei Lüdenscheid zu einer wegen eines Sportunfalls eingelieferten Eltenerin: "Ihr Eltener seid ein komisches Völkchen. Werdet Ihr gesund, war es der heilige Machutus. Ist bei euch nichts mehr zu machen, dann liegt es am Doktor!" (giko)DER KALENDER "Kalender für das Klever Land auf das Jahr 2008", Herausgeber: Boss-Verlag Kleve, 256 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Preis 9,80 Euro.

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