Merlinda Irro möchte für die Stiftung aktiv werden

HILFE. Bei zahlreichen Klinikaufenthalten hat die 17-Jährige das Leid krebskranker Kinder kennen gelernt. Sie weiß, wie wichtig Unterstützung ist.

REES. Als Merlinda Irro im vergangenen Jahr las, dass der Verein für krebskranke Kinder von Agnes Biermann aufgelöst wurde, war sie tieftraurig. "Es muss etwas geschehen", dachte die 17-jährige Schülerin, die im Rollstuhl sitzt und so gerne anderen Kindern helfen möchte. Sie war gestern die erste Reeserin, die sich meldete, um die neue Stiftung zu unterstützen.

Dabei stützt sie ihre Initiative auf eigene Erfahrungen. Viele Monate ihres Lebens hat Merlinda in Krankenhäusern verbracht. In der Universitätsklinik Essen teilte sie auf der Neurochirurgie das Zimmer mit einem zweijährigen Mädchen, das einen Tumor hinter dem Auge hatte. "Das Gesicht war vollkommen entstellt. In ganz Deutschland konnte man dem Mädchen nicht helfen. In Essen wurde sie operiert. Leider erfolglos."

Merlinda hat mit dem Mädchen mitgelitten und erfahren, wie wichtig medizinische Forschung ist. Aber auch andere Hilfe ist notwendig. Gerade ist Merlinda von einem Klinikaufenthalt in Heidelberg zurückgekehrt. "Es gibt viele Mütter, die bei ihren kranken Kindern bleiben möchten, aber nicht wissen, wie sie es zuhause regeln - besonders wenn Geschwister da sind. Geld fehlt für die Betreuung."

Merlinda ist ein Mädchen, das nie klagt. Und das immer erst das Leid der anderen vor Augen hat. Jetzt sieht sie eine Chance, dort zu helfen, wo sie weiß, dass es an der richtigen Stelle ankommt. Als Mitglied im Rollstuhlsportverein hat sie gemeinsam mit ihrer Mutter zahlreiche Basare bestückt. Jetzt macht sie sich an die Arbeit, denn sie möchte auf dem Weihnachtsbasar im Heilpä-dagogischen Zentrum, bei dem der Rollstuhlsportverein regelmäßig vertreten ist, einen eigenen Stand für die Kinderkrebshilfe bestücken. Denn Agnes Biermann kann noch nicht ihre ganze Kraft in die Arbeit investieren. "Aber ich möchte dabei sein, denn die Kinder brauchen ganz, ganz viel Hilfe", sagt Biermann. So wird sie sich freuen, dass auch ihre legendären Basare in kleiner Form weiterleben können, "wenn ich sie auch selbst nicht mehr machen kann", so Agnes Biermann, die gestern zahlreiche Anrufe und Spendenzusagen erreichten.

Merlinda arbeitet inzwischen an Holzschnitzarbeiten, bemalt T-Shirts, fertigt Fensterbilder und sortiert Bücher aus, damit in der Adventszeit der Rubel für die Kinderkrebshilfe rollt.

Da wird Jörg Martin von der Stiftungsagentur wohl Recht behalten, als er bei der Gründung mutmaßte: "Die Agnes Biermann Stiftung wird alles bisher dagewesene in Deutschland in den Schatten stellen."

Stiftungskonto Nr. 125 443 Stadtsparkasse Emmerich-Rees

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