Mühlentag

Mühle am Möllenbölt in Emmerich-Elten feiert Mühlentag

Die Mühle am Möllenbölt in Emmerich-Elten öffnete am Pfingstmontag zum Mühlentag die Türen für Interessenten. Den Erklärungen von Peter Ronge (links) folgten Rainer Fobbe (Mitte) und Norbert Grünheid, letzterer ist extra wegen eines NRZ-Artikels aus Oberhausen angereist.

Die Mühle am Möllenbölt in Emmerich-Elten öffnete am Pfingstmontag zum Mühlentag die Türen für Interessenten. Den Erklärungen von Peter Ronge (links) folgten Rainer Fobbe (Mitte) und Norbert Grünheid, letzterer ist extra wegen eines NRZ-Artikels aus Oberhausen angereist.

Foto: Christian Creon / FUNKE Foto Services

Elten.  Besucher kamen von weit her nach Emmerich um die historische Mühle zu besichtigen. Ehrenamtliche Müller erklärten Funktion und die Mühlensprache.

Laura und Thomas Becker sitzen gemütlich in der Sonne und schauen den beiden Müllern zu, die gerade dabei sind, die Haube der Gerritzen Mühle zu drehen. Für die Beckers ist der Deutsche Mühlentag, der traditionell am Pfingstmontag stattfindet, ein ganz besonderer Tag. Vor drei Jahren haben sich die Emmericher in der Eltener Mühle das Ja-Wort gegeben. Thomas Becker: „Da haben wir uns gedacht, wenn der Mühlentag auf den Hochzeitstag fällt, kann man ja auch mal wieder dahin fahren.“

Eltener Mühle beeindruckt deutschlandweit

Becker gesteht, eine „kleine Leidenschaft“ für Mühlen zu hegen: „Ich finde die einfach schön.“ Sein Bekenntnis wird noch getoppt von Viktoiya Teubner, die mit ihren Söhnen und der Mutter das Wochenende bei Urlaubsbekannten in Elten verbringt. „Die Mühle ist wunderbar und sehr schön“, ist die Leipzigerin beeindruckt. „Bei uns in Sachsen gibt es nicht viele Mühlen, die sich noch drehen. Ich bewundere es, dass die Mühle in Betrieb ist.“ Auch Sohn Max (14) hat sich im Inneren der aus dem Jahre 1846 stammenden holländischen Kornwindmühle umgesehen: „Die alte Bauweise ist ziemlich interessant.“

Die Besucher konnten sich in aller Ruhe in der zweigeschossigen Mühle umsehen oder sich Informationen aus erster Hand von den ehrenamtlich tätigen Müllern Frank Heeren und Peter Ronge holen. Und die wussten viel zu erzählen. Da Nordostwind war, mussten sie die 15 Tonnen schwere Haube erst einmal „auf den Wind stellen“ oder auch „krühen“, wie der Fachmann sagt, bevor die Segel aufgezogen werden konnten. „Damit wir bei einem eventuellen Gewitter schneller absegeln können, haben wir nur zwei Segel aufgezogen“, berichtete Frank Heeren. Durch diese 40 Quadratmeter Extra-Fläche können sich die 25 Meter langen Mühlenflügel auch bei wenig Wind drehen, erfahren die Gäste bei individuellen Führungen. Und die kraxeln hinauf bis in die 15 Meter hohe Haube, wo es „ein bisschen wie bei Harry Potter aussieht“, erzählen die Müller.

Flügel der Mühle sprechen eigene Sprache

Davon sind auch immer wieder die Kinder begeistert, die als dritte Schulklassen der Grundschulen Führungen buchen. Die Müller zeigen auch dann die dicke Flügelachse, auf der ein Zahnrad festgekeilt ist. Dass über ein Winkelgetriebe mit einem zweiten Rad die Windenergie nach unten in die Mühle umgeleitet werden kann, war für viele Besucher ebenso eine neue Erfahrung wie die Existenz der Mühlensprache. „Sind die Flügel ohne Segel wie ein Andreaskreuz ausgerichtet, heißt das, dass die Mühle lange Zeit nicht arbeitet“, erzählen die Müller. Aufgezogene Segel bedeuten: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Bürgermeister Peter Hinze, der den traditionellen Mühlentag offiziell eröffnete, dankte der Jugend des Musikvereins Elten für ihren „an einem Feiertag nicht selbstverständlichen Einsatz“ sowie den Müllern, „die dafür Sorge tragen, dass sich die gute alte Tante Mühle immer wieder dreht“. Das genossen die zahlreichen Besucher bei süßen und deftigen Leckereien am Mühlencafé.

Der eine oder andere Besucher schaute am Deutschen Mühlentag auch bei Kirstin Herr und Sarah van Bebber vorbei. Die beiden Mitarbeiterinnen der Wirtschaftsförderung hatten im Mühlencafé an der Stokkumer Straße einen kleinen Stand mit Info-Materialien aufgebaut.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben