Musik

Musik-Ferien-Camp im Schlösschen Borghees in Emmerich

Jugendliche des Workshops Pop2Go Summer Camp proben in einem mobilen Tonstudio im Schlösschen Borghees mit Produzent Marc Sokal.

Jugendliche des Workshops Pop2Go Summer Camp proben in einem mobilen Tonstudio im Schlösschen Borghees mit Produzent Marc Sokal.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services

Borghees.  Im Schlösschen Borghees in Emmerich bietet die Rockschule Marco Launert ein besonderes Musik-Ferien-Camp an. Das Angebot ist kostenfrei.

Marco Launert schlägt die ersten Akkorde auf der Gitarre an. Junge Stimmen wechseln sich im Chor und mit rapartigen Soloparts ab. „Es ist ein Glücksfall für das Projekt, dass wir so begnadete Sänger haben“, sagt Launert.

Der Inhaber der gleichnamigen Rockschule aus Hamminkeln hat Quartier im Schlösschen Borghees bezogen. Dort gibt’s das Summer-Studio-Camp.

16 Teilnehmer sind im Schlösschen Borghees dabei

Schon seit einigen Jahren ist die Rockschule regelmäßig in Emmerich zu Gast. Dieses Mal sind es 16 Teilnehmer, die eine Woche lang in den altehrwürdigen Gemächern des Schlösschens Musik machen. Genauer gesagt Popmusik. „So können die Kids kreativ arbeiten mit ihren Hörgewohnheiten“, gibt Launert einen Blick hinter die Kulissen des Ferienlagers der anderen Art.

Der Musiklehrer spricht die Sprache der Kinder und Jugendlichen. Er gibt Tipps, macht Vorschläge, motiviert und lässt aber vor allem der Kreativität freien Lauf. „Wir achten sehr darauf, dass alle künstlerischen Vorschläge auch mit Respekt behandelt werden“, so Launert, der von Produzent Marc Sokal aus Wuppertal unterstützt wird.

Am Ende der Woche gibt es einen fertigen Song

Die Realisierung eines fertigen Songs ist das vorrangige Ziel des Projekts innerhalb einer Woche. Aber auf lange Sicht sind es andere weitaus wichtigere Fähigkeiten, die die Teilnehmer mitnehmen. Es ist die soziale Kompetenz, die praktisch nebenbei einen Turbo-Schub erhält. „Zu Beginn trauen sich ja auch nicht unbedingt alle Kids direkt mitzusingen, aber nach einer Stunde sind alle dabei“, berichtet Launert aus Erfahrung. „Die Gruppendynamik fängt alle ein.“

Pop2Go wird von Bundesministerium gefördert

Eben wegen dieser besonderen Umstände wird das Camp auch durch das Musikförderprogramm Pop2Go, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, voll unterstützt. Im Mittelpunkt des Programms steht dann auch der Transport von musikalischen und auch sozialen Fähigkeiten, sowie die Übertragung gesellschaftlich relevanter Werte durch das Medium Popmusik. Die Rockschule kooperiert mit dem Emmericher Eigenbetrieb Kultur, Künste, Kontakte sowie dem Vogelhaus Bocholt und dem Verein Diesdas Bocholt.

Komplett kostenlos

„Dadurch ist der Workshop für die Teilnehmer auch komplett kostenlos“, freut sich Emmerichs Kulturchef Michael Rozendaal, der in den ersten beiden Tagen des eine Woche dauernden Camps schon viele positive Dinge gesehen hat. Denn obwohl die Altersstruktur der Teilnehmer mit von zehn bis 18 Jahren recht breit gestreut ist, hat sich schnell eine funktionierende Gruppe gefunden. „Auch die Jüngeren werden ernst genommen“, berichtet Rozendaal.

Für Marco Launert ist dies der Kraft der Popmusik geschuldet. Sie sei der gemeinsame Nenner. „Es entstehen Freundschaften und Netzwerke über die eigenen Stadtgrenzen hinaus“, berichtet der Musiklehrer.

Professionelles Equipment wird gestellt

Launert und sein Co-Dozent Marc Sokal haben für das professionelle Umfeld gesorgt. Diverse Musikinstrumente sind ebenso vorhanden wie ein Aufnahmegerät mit 32 Tonspuren. „Ich habe mein Tonstudio bis auf die Außenwände komplett mitgebracht“, lautet ein flotter Spruch des Produzenten aus Wuppertal, der die technische Ausstattung so auf den Punkt bringt.

>>> Straßenmusiker auf der Rheinpromenade

Auch Verena van Niersen von der Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing-Gesellschaft und die neue Wirtschaftsförderin Sara Kreipe schauen im Schlösschen vorbei. Nicht ohne Eigennutz. Denn am Sonntag, 29. September, werden auf der Rheinpromenade von 10 bis 16 Uhr junge Straßenmusiker und Streetbands zu hören sein. „Die Straße ist die ehrlichste Bühne der Welt“, weiß Marco Launert, der sich sicher ist, dass auf Emmerichs Flaniermeile dann auch einige Nachwuchsmusik-Talente zu hören sein werden, die aktuell beim Ferien-Camp dabei sind.

Für das Projekt Helden der Straße – Live in Emmerich wird es am Samstag, 28. September, ein Vorbereitungsseminar geben. Neueinsteiger sind ausdrücklich willkommen. Die Veranstaltung mit den jungen Musikern ersetzt dabei das Festival der Straßenmusik.

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