Projekt

Naschgarten Haldern: Gemeinschaftlich gärtnern und genießen

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Die Quartiermanager Kajo Verbeet und Mechtild Kitzingen stehen im Naschgarten Haldern. Die beiden sind die Initiatoren des Naschgartens bei dem sich Senioren um einen Gemüsegarten kümmern.

Die Quartiermanager Kajo Verbeet und Mechtild Kitzingen stehen im Naschgarten Haldern. Die beiden sind die Initiatoren des Naschgartens bei dem sich Senioren um einen Gemüsegarten kümmern.

Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services

Haldern.  Im Naschgarten an der Gerhard-Storm-Straße in Rees-Haldern wird gemeinschaftlich gegärtnert – und genascht. So entstand das besondere Projekt.

Wenn Maria Cornelißen im Gemüsegarten arbeitet, ist sie in ihrem Element. Im Naschgarten an der Gerhard-Storm-Straße ist sie die Chefin und selbst ihr Mann Klemens, der seine Gesellenprüfung damals als Gemüsegärtner absolvierte, staunt, was unter ihrer Anleitung vis à vis vom Seniorenheim St. Marien wächst und gedeiht.

Als die Quartiersmanager Kajo Verbeet und Mechtild Kitzinger für das Halderner Projekt „Gemeinsam im Dorf – Miteinander und nicht allein ins Leben“ vor knapp zwei Jahren neue Aktivitäten planten, ward die Idee geboren, einen Obst- und Gemüsegarten anzulegen, in dem generationsübergreifend gemeinsam gearbeitet, geerntet und geklönt werden soll. In Maria und Klemens Cornelißen fanden sie die ideale Besetzung, um das Projekt fachgerecht anzugehen.

Zunächst erarbeitete Maria Cornelißen mit mehreren Haldernern ein Konzept, nach dem sie die Planung skizzierte und deren Umsetzung übernahm. „Es gibt viele Leute, die früher einen Garten hatten, heute aber in einer Wohnung wohnen oder die ihn alleine nicht mehr bewirtschaften können“, weiß Kajo Verbeet. Vom Quartiersbüro in St. Marien aus ist zu beobachten, wie begeistert hier Halderner gärtnern. Einige von ihnen hatten nie einen Garten und sich immer gewünscht, zu sehen, wie das selbst Gepflanzte wächst. Aber auch an Zaungästen mangelt es nicht, die sich über das wechselnde Farbenspiel in der Gartenanlage freuen.

Naschgarten Haldern startete im März 2021

Im vergangenen Jahr wurden breite Wege von einer Fachfirma gepflastert, Beete angelegt und Hochbeete aufgestellt. Im März 2021 wurden die ersten Hochbeete bepflanzt. Dann wurden im Boden Kartoffeln gesetzt. „Die Kulturen sollen wechseln. Nach den Kartoffeln haben wir Erdbeeren gepflanzt“, erklärt Gärtnermeister Klemens Cornelißen.

Zur Straße hin wurde der Bouleplatz angelegt. An ihn grenzen große Staudenbeete. Obstbäume, Beerensträucher und Blumen zieren den Streifen parallel zum Bouleplatz. Wer hier gerade ein paar Dahlien für eine Vase abschneidet, muss sich nicht fürchten, etwas Unerlaubtes zu tun. Schließlich ist der Garten für alle da. Pflücken und ernten ist ausdrücklich für jedermann erlaubt. Was aktuell im Angebot ist, steht handgeschrieben auf einer Tafel. Manchmal bestücken die ehrenamtlichen Gärtner auch Tüten mit Gemüse und legen sie auf einen Ständer. Wer etwas mitnimmt, kann als Anerkennung einen Obolus in die Spendendose stecken. „Die Halderner geben meist mehr als sie im Geschäft dafür bezahlen müssten“, glaubt Klemens Cornelißen. Die Einnahmen reichen auf jeden Fall, um neues Saatgut oder Pflanzen für die kommende Saison einzukaufen.

Jede Pflanze im Naschgarten ist beschildert

Aber auch derjenige, der Gemüse nur als Tiefkühlkost kennt, kann hier etwas lernen. Die verschiedenen Gemüsesorten sind beschildert. Was sinnvoll ist, denn hier gedeihen nicht nur die Klassiker. Wer kennt schließlich schon einen Palmkohl oder Pac Choi Salat? „Der Palmkohl schmeckt ähnlich wie Grünkohl, er kann aber jetzt schon geerntet werden. Man muss ihn nicht lange kochen, sondern nur schmoren“, schwärmt Maria Cornelißen. Gerne probiert sie Neues aus und freut sich, in der Gruppe damit auf Begeisterung zu stoßen.

Gesorgt wird auch für Naschkatzen von den Waldzwergen

Die Kinder vom Waldzwerge-Kindergarten schauen fast täglich vorbei und naschen. Dafür ist gesorgt, denn gerade werden die „späten“ Himbeeren rot, Brombeeren ohne Dornen ranken an einer Mauerwand. Und die kleinen gelben Tomaten sind der „Knaller“, nicht nur für die kleinen Naschkatzen. Porree, Stielmus, Schwarzwurzel, Zucchini, Kohlrabi, Gurken, gelbe und rote Bete gedeihen im Naschgarten, sogar eine Kräuterspirale wurde angelegt. „Wenn jemand für einen Salat nur ein paar frische Kräuter benötigt, kann er diese hier pflücken“, erzählt Klemens Cornelißen.

Karl-Heinz Kohlrausch hat Spaß an der Gärtnerei. „Das erinnert mich an meine Jungend“, erzählt der Halderner, der in der Gartengruppe mit anfasst. Zudem ist zuständig für den Bouleplatz, der sich ebenfalls zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt hat. Was an Gartenfläche zur Straße hin wegen der Bouleanlage fehlt, wurde nach hinten heraus erweitert, die Eselwiese nämlich dem Naschgarten zugeschlagen.

Dienstags von 9.30 bis 12 Uhr und donnerstags von 16 bis 18 Uhr wird hier gemeinsam gegärtnert und geerntet. Jeder, der Interesse hat, ist willkommen mitzuarbeiten. Aktuell arbeitet eine Stammgruppe von acht Personen im Gartenteam.

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