Ausstellung

Neue Ausstellung im Emmericher PAN eröffnet am Freitag

Dr. Jo Becker, Spix-Geschäftsführer, hat die Ausstellung im Emmericher PAN mit konzipiert.

Dr. Jo Becker, Spix-Geschäftsführer, hat die Ausstellung im Emmericher PAN mit konzipiert.

Foto: Konrad Flintrop / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Die Ausstellung „Mitten im Leben“ eröffnet Freitag im Emmericher PAN. Sie rückt Menschen mit chronischen, seelischen Krankheiten in den Fokus.

Viele Menschen leiden phasenweise unter Depressionen. Oder sie haben ein Burn-out, sind also „ausgebrannt“. Das sind seelische Krankheiten, die den Menschen meistens auch wieder loslassen. Nicht so bei Psychosen. Die bleiben. Und doch wollen diese Menschen im Alltag klarkommen.

Im Keller des PAN-Museums startet am Freitag, 12. Juli, 16 Uhr, eine interessante Plakatausstellung unter dem Titel „Mitten im Leben“, die 18 Menschen vom Niederrhein in den Fokus rückt, die etwa an Schizophrenie oder Zwangsstörungen leiden. Konzipiert hat die Ausstellung der gemeindepsychiatrische Träger Spix gemeinsam mit Papillon, dem Verein für sozialtherapeutische Angebote und Beratung im Kreis Kleve.

Ein Buch diente als Basis

Spix hilft dabei, dass solche Menschen ein weitgehend normales Leben führen können: „Wir begleiten sie im Alltag“, erklärt Dr. Jo Becker, Spix-Geschäftsführer.

Basis der Ausstellung ist das Buch „Experten für Eigensinn“. Um den hier 20 porträtierten Menschen mit chronischen Erkrankungen „einen Platz in der Gesellschaft“ näher zu bringen, erzählen sie ihre Lebensgeschichte, schildert der 63-Jährige: „In dem Buch wird die Lebensgeschichte der Betroffenen auch nochmal aus Sicht einer Fachkraft und eines Angehörigen erzählt.“ Oftmals unterscheiden sich die drei Perspektiven völlig, zumal gerade die Angehörigen diejenigen seien, die am meisten unter der Krankheit leiden.

18 Menschen aus dem Buch waren bereit, sich für die Ausstellung von Daniela Schlutz fotografieren zu lassen. Dr. Becker hat einen kurzen Text unter die Fotos geschrieben. Dem Betrachter wird vermittelt, wie diese Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Bürgermeister stellte Kontakt her

Die Wanderausstellung feierte ihre Premiere im Foyer des Rathauses in Geldern. Dr. Becker sprach dann Bürgermeister Peter Hinze an, ob er nicht einen Ausstellungsraum in Emmerich vermitteln könne. Schnell war der Kontakt zum PAN aufgebaut: „Man muss der Öffentlichkeit klar machen, dass es solche Menschen gibt. Im Sinne der Inklusion“, sagt Reimund Sluyterman, Vorsitzender der PAN-Fördervereins, der sich schnell für die Ausstellung erwärmen konnte.

Das Buch „Experten für Eigensinn“ kann per Email an info@spix-ev.de bestellt werden. Es kostet 20 Euro, Versandkosten fallen nicht an.

Die Ausstellung im Keller des PAN ist nach der feierlichen Eröffnung am Freitag, die Bürgermeister Peter Hinze vornehmen wird, ab dem 16. Juli, dienstags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet, und wird bis zum 30. September andauern. Die Hauptausstellung ist wegen der anhaltenden Sanierungsarbeiten allerdings noch geschlossen.

>> RENOVIERUNGSARBEITEN DAUERN LÄNGER ALS ERWARTET

Die Renovierungsarbeiten dauern derweil länger als erwartet. „Es verzögert sich“, sagt Sluyterman. Vermutlich wird man erst Ende August wieder regulär öffnen können.

„Der jüdische Kulturraum steht offen, wenn das PAN geöffnet ist“, schildert Irene Möllenbeck, Vorsitzende der Bürgeraktion Pro Kultur. Ansprechpartner für Führungen, auch für Kleinstgruppen, sind Irene Möllenbeck, 02822/45715, irene.moellenbeck@web.de, Wolfgang Urbach, 02822/3567, wolfgang.urbach@t-online.de und Norbert Kohnen, 02822/689236, n-kohnen@web.de.

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