Gastronomie

Elten: Mit diesen Torten lockt neue Wirtin der Mühlencafés

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Was darf’s sein? Karola Limbach, die neue Pächterin des Mühlencafés, kommt mit einem Bilderrahmen, in dem Fotos der aktuell im Angebot befindlichen Torten hängen, an die Tische. Vorne im Bild: die Grillage-Torte.

Was darf’s sein? Karola Limbach, die neue Pächterin des Mühlencafés, kommt mit einem Bilderrahmen, in dem Fotos der aktuell im Angebot befindlichen Torten hängen, an die Tische. Vorne im Bild: die Grillage-Torte.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Emmerich-Elten.  Karola Limbach heißt die neue Pächterin des Mühlencafés in Elten. Sie bringt reichlich Erfahrung in der Gastronomie mit. Das ist ihr Konzept.

Zurück zu Plan A. Nachdem der Mühlenverein in Elten 2012 aufgab und sich die Stadt Emmerich wieder selbst um die Gerritzens Mühle kümmern musste, übernahm die Wirtschaftsförderungs- und Marketing Gesellschaft (WfG). Tourismuschefin Dr. Manon Loock-Braun erinnert sich noch gut, dass sie damals Karola Limbach als erste anrief für das damals geplante Mühlencafé. „Wärst Du jetzt eine Woche früher gekommen...“ musste die Haldernerin ihr leider absagen, denn sie hatte gerade zugesagt, den Büllhorsthof in Kevelaer-Winnekendonk zu übernehmen. Jetzt, fast zehn Jahre, später, klappt es doch noch mit der Wunsch-Pächterin.

Samstags, sonntags und feiertags geöffnet

Die 63-Jährige ist nun Rentnerin: „Jetzt kann ich es entspannter angehen lassen.“ Das ist wohl auch nötig, denn zuletzt habe sie quasi fünf Jahre durchgearbeitet. Anfang des Jahres habe sie das Bauernhofcafé in Winnekendonk „wegen Personalmangels und der wirtschaftlichen Lage“ aufgegeben. 150 Plätze, davon 100 im Freien, das rentierte sich nicht mehr zu bewirtschaften.

Nun öffnet sie das Eltener Mühlencafé seit 1. November – gemeinsam mit Vorpächter Daniel Klösters gab es am Aktionstag Novemberleuchten einen fließenden Übergang – samstags und sonntags sowie feiertags von 9 bis 18 Uhr. In der Sommersaison, die ab April startet, auch mittwochs. Morgens hält sie ein Frühstücksbüfett vor. „Für zwei Gäste würde ich am Tisch servieren“, so Limbach. Jedenfalls sollten Frühstücksgäste besser reservieren. Da sei schnell mal alles ausgebucht. Mittags werde nur eine Mini-Karte vorgehalten. Vielleicht mit einem Eintopf oder so.

Tolle Tortenauswahl

Limbachs Kernkompetenz sind sicherlich die fabelhaften selbst gebackenen Torten, die sie komplett im Mühlencafé zubereitet. Pfiffig, wie sie diese den Kunden präsentiert. Sie hat einen Bilderrahmen, in den sie Fotos der Torten hängt, mit dem sie zum Tisch kommt. Einfach auf die gewünschte Leckerei zeigen – kommt! Ist eine Torte ausverkauft, kann Limbach das Foto rausnehmen. Saisonal passende Torten sind im Angebot: Grillage, Eierlikör, Marzipan, Apfel, Stachelbeer-Baiser, Kirschstreusel und vieles mehr.

Eigentlich hat die 63-Jährige mal Bürokauffrau gelernt, arbeitete auch bei Katjes, hat aber viel Erfahrung in der Gastronomie gesammelt – auch in Elten. Zudem war sie bei van Bebber in Xanten, im Tagungshotel Schloss Gnadental in Donsbrüggen und hat die Gastronomie in der Burg Boetzelaer in Appeldorn mit aufgebaut. Das Backen hat ihr die Mama beigebracht: „Sie war Konditorin.“ Die Tochter hat gut aufgepasst. Köstlich.

Es gibt jetzt Mühlenbrot

Die Speisen kommen glutenfrei und ohne Zusatzstoffe auf den Tisch. „Vegan ist auf Anfrage auch möglich“, ergänzt Limbach. Auch beim Frühstück. Und es gibt Mühlenbrot! Limbach wird es selbst backen. Schwarz- und Weißbrot. Sowie Stuten. Alles – Kuchen inklusive – auch zum Mitnehmen. „Einen Geschenkkorb kann ich ebenfalls zusammenstellen“, sagt Limbach.

Neben den festen Mühlenterminen – Mühlenfest im Mai, Novemberleuchten und Neujahrsdrehen – kommen neu hinzu Kinderworkshops des Kneipp-Vereins. Für Kita- und Schulkinder. „Sie gehen mit Dinkelkorn in der Hand zum Müller, lernen die Mühle kennen, kommen mit Mehl zurück und Karola Limbach macht ihnen dann Pfannkuchen oder Waffeln daraus“, erklärt Look-Braun, die ja auch Vorsitzende des Kneipp-Vereins ist.

Die fünfte Pächterin seit die WfG übernommen hat

Auch im Inneren des Cafés hat sich etwas getan. Limbach hat eigene Möbel mitgebracht, für neue Farbe, neue Gestaltung gesorgt. 20 bis 24 Sitzplätze sind je nach Anordnung im Lokal verfügbar. Draußen können in der Sommersaison acht Tische mit 30 Stühlen aufgestellt werden. Gruppen können auch Termine außerhalb der Öffnungszeiten anfragen.

Dass mit Limbach nun seit 2013 schon die fünfte Pächterin startet, ist wohl auch den Rahmenbedingungen geschuldet: „Das Café ist sehr klein. Es reicht nicht, um seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen. Es ist eher was für jemanden, der das als Hobby machen möchte“, erklärt Dr. Manon Loock-Braun. Fehlendes Herzblut ist den Vorgängern sicherlich nicht vorzuwerfen. Und das Mühlencafé ist auch beliebt. Aber im Hobby- oder Teilzeitbereich ändern sich Umstände eben auch öfter.

Für Anfragen kann man Karola Limbach unter 0157/32899859 erreichen. Die Mühle am Möllenbölt mit dem Mühlencafé liegt an der Stokkumer Straße 27.

>> Offizielle Eröffnungsfeier am 3. Dezember

„Wir freuen uns riesig, jemanden so Erfahrenes gewonnen zu haben“, jubiliert Wirtschaftsförderin Sara Kreipe. Dem stimmt Loock-Braun zu: „Viele Stammgäste waren schon hier und sind begeistert.“ Am Samstag, 3. Dezember, gibt es eine offizielle Eröffnung von 14 bis 18 Uhr. Dann wird Mr. Bluebird musikalisch begleiten. Und Karola Limbach präsentiert ihre Tortenleckerein mit kleinen Probierstücken.

Die WfG hofft auch, dass bald wieder Trauungen in der Mühle möglich sind. Wegen Personalmangels hat das Standesamt dafür derzeit keine Kapazitäten. „Sekt und die weitere Bewirtung könnte dann wieder im Mühlencafé gebucht werden“, ergänzt Kreipe.

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