Kneipe

Neuer Pächter für Emmerichs älteste Kneipe Onder de Poort

Der alte und der neue Pächter: Marcel Meisters (li.) hat die Schlüssel an Thorsten Schulte-Werflinghoff übergeben. Emmerichs älteste Kneipe Onder de Poort soll so bleiben, wie sie ist.

Der alte und der neue Pächter: Marcel Meisters (li.) hat die Schlüssel an Thorsten Schulte-Werflinghoff übergeben. Emmerichs älteste Kneipe Onder de Poort soll so bleiben, wie sie ist.

Foto: Konrad Flintrop / FUNKE Foto Services

Emmerich.  Emmerichs älteste Kneipe Onder de Poort hat mit Thorsten Schulte-Werflinghoff einen neuen Pächter. Es gab seit Januar rund 100 Bewerbungen.

Das werden viele Emmericher Kneipen-Gänger mit Erleichterung aufnehmen. Bei Onder de Poort an der Rheinpromenade geht’s weiter. Mit Thorsten Schulte-Werflinghoff ist seit dem 1. September ein neuer Pächter gefunden. Die Tradition in Emmerichs ältester Gaststätte aus dem Jahr 1414 wird fortgeführt.

Wäre auch eigenartig gewesen, wenn nicht. „Das ist eine Goldgrube“, sagt Marcel Meisters. Der bisherige Pächter hat den Finanzbuchhalter Schulte-Werflinghoff in die Bücher gucken lassen. Und der 42-Jährige, der in seinem Hauptberuf auch Gastronome betreut, erkannte schnell den Wahrheitsgehalt dieser Aussage.

Marcel Meisters zieht der Liebe wegen nach Rinteln

Meisters hatte mit Manuela Pertz gemeinsam die Gaststätte seit dem Sommer 2013 betrieben. Doch die beiden haben sich getrennt. Weitere persönliche Gründe kommen hinzu, warum ein neuer Pächter her musste. Meisters wird bald der Liebe wegen nach Rinteln ziehen. „Wir suchen seit Januar und hatten ungefähr 100 Bewerber“, verrät der bisherige Wirt.

Doch stets passte es nicht. „Wir hatten strenge Kriterien: Es sollte jemand mit Heimatnähe sein. Die Kneipe sollte so bleiben, wie sie ist; eine urige Kneipe mit Fußball, Knobeln und Darts. Und das Personal sollte komplett übernommen werden. Alle zwölf Aushilfen“, erklärt Marcel Meisters, dessen Herz an dem Lokal hänge. Gerade die Fortführung der Tradition sei auch der Eigentümer-Familie Tjaben-Stevens wichtig gewesen.

Einige Bewerber hatten unpassende Ideen

Rund 60 Prozent der Bewerber kam mit unpassenden Ideen von einer Shisha- bis zur Cocktailbar. „Viele wollten auch den Preis drücken oder redeten die Dinge schlecht“, so Meisters. Andere schienen zu unerfahren. Bei dem Xantener Thorsten Schulte-Werflinghoff passte alles.

Schulte-Werflinghoff spielt in Kalkar regelmäßig Darts. Im Ligabetrieb traf er dort auf einen Emmericher Darts-Club, die von der Pächter-Suche für Onder de Poort berichteten, verbunden mit der Sorge sich eine neue Kneipe suchen zu müssen. Das wäre was für ihn und seine Partnerin, dachte sich Schulte-Werflinghoff: „So habe ich dann Kontakt aufgenommen.“

Katrin Siedeberg bringt die Gastro-Erfahrung mit

Seine Partnerin Katrin Siedeberg ist selbst Betreiberin der Sportsbar Altkalkar, was auch in Zukunft so bleiben werde. Aber sie bringt das Gastro-Know-How auch für Onder de Poort mit. Ansonsten kann Schulte-Werflinghoff natürlich auf das eingespielte Team zurückgreifen.

Bei Onder de Poort soll sich also nicht viel ändern. Die Schalke-Fans sind weiterhin willkommen, die Knobel-Clubs, die Fußballvereine, die alten Tübbe-Damen, die schon zu Zeiten der langjährigen Wirtin Alice „Tübbe“ Kemkes regelmäßig kamen, die Krankenschwestern oder die Polizisten, die privat auf ein Bierchen kommen, die alten Emmericher sowieso. „Hier trifft der Sohn noch auf den Vater“, umschreibt Marcel Meisters den Charme der Kneipe. Sechs Jahre habe er hier auch deshalb nie Stress gehabt: „Das werde ich vermissen.“

>> Live-Musik wird wieder vermehrt ertönen

Der Kicker, der derzeit nicht im Lokal steht, soll auch bald wieder kommen. Die vor zwei Jahren renovierte Küche ist ideal, um einen kleinen Imbiss anzubieten. Schnitzel und Co. sowie natürlich Kuchen werden angeboten. Vermehrt werde es wieder Live-Musik geben. Der Jam wird reaktiviert. Bands, die auftreten wollen, können sich jetzt schon bei Thorsten Schulte-Werflinghoff unter 0176/64472596 melden.

Ohnehin muss bei Onder de Poort nicht investiert werden. Meisters und Pertz hatten damals rund 60.000 Euro in das alte Gebäude investiert. Die Optik ist nach wie vor urig, unter der Fassade wurde alles erneuert.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben