Bücherei Millingen

Neues Konzept in der Bücherei in Millingen

Anja Glowatzki im gut sortierten Bereich mit Kinderbüchern

Anja Glowatzki im gut sortierten Bereich mit Kinderbüchern

Foto: Erwin Pottgiesser

Millingen.   Der Buchsonntag ist abgeschafft. Jetzt gibt’s rund ums Jahr Neuerscheinungen in der Bücherei Millingen. Wie der Leser erkennen kann, was neu ist.

Millingener lieben es klassisch. Das Hörbuch hat nur wenige Freunde, zumindest unter den Erwachsenen. „Die Nutzer wollen ganz traditionell das Buch zu Hand nehmen“, sagt Anja Glowatzki von der Bücherei Millingen. Daher werden derzeit die Hörbücher für Erwachsene zum Spottpreis von fünfzig Cent verscherbelt.

Da gibt es beispielsweise Besteller wie „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Roman von Jonas Jonasson und auch das Nachfolgewerk „Die Analphabetin, die rechnen konnte“. Oder eine Geschichte um das allzeit aktuelle Thema Liebe, gelesen von Schauspielerin Gaby Dohm.

Neu ist, dass die Millingener Bücherei den Buchsonntag abgeschafft hat. „Neuerscheinungen gibt es jetzt nicht mehr einmal jährlich, sondern an jedem ersten Sonntag im Monat“, erklärt Büchereileiterin Gaby Lümers.

„Manche Medien waren, als wir noch bis zum Buchsonntag gewartet haben, schon nicht mehr ganz neu“, begründet Anja Glowatzki die Änderung. Rund 800, 900 Medien werden Jahr für Jahr angeschafft. „Im vergangenen Jahr waren es genau 909 Medien“, sagt Lümers nach Blick in die Statistik.

1000 Stück hat das Team 2017 aussortiert

1000 Stück hat das Team in 2017 aussortiert. „Wir achten darauf, dass Bücher und andere Medien aktuell bleiben“, sagt Gaby Lümers. Der ein oder andere Klassiker, egal ob Garten- oder Kochbuch, hat ausnahmsweise schon mal zehn Jahre „auf dem Buckel“.

Was neu ist, kann der Leser sofort erkennen, liegt es doch gefällig präsentiert auf dem Büchertisch, der vor Öffnung der Bücherei in den Flur des Pfarrheims geschoben wird. Dort finden sich Besteller, Familien- und Liebesromane, Krimis. Die neuen Sachbücher finden sich auf einem weiteren Sondertisch in der Bücherei selbst.

5238 Medien zählt die Bücherei zur Zeit, 2017 zählte man 18.760 Ausleihen, womit die Medien statistisch rund 3,5 Mal gelesen oder gehört oder bei Bilderbüchern betrachtet wurden.

Vier Wochen kann man jedes Buch, aber auch jede Zeitschrift behalten. „Danach noch zweimal verlängern“, erklärt Anja Glowatzki. Dann muss das Buch zurück. Wer das versäumt, für den gibt’s mehr als moderate Säumniszuschläge. Nämlich 25 Cent pro Medium und Woche.

Löwenanteil kommt vom Bistum

Säumniszuschläge und das Geld aus dem Verkauf der ausgeschiedenen Bücher fließt in die Neuanschaffung von Medien. Der Löwenanteil für die katholische öffentliche Bücherei kommt aus dem Bistum, dazu gibt es einen Zuschuss der Gemeinde St. Quirinus.

„Außerdem kann ich einen Projektzuschuss in Münster beantragen“, erklärt Gaby Lümers. Für das vergangene Jahr ist er dieser gewährt worden. Sie hatte angegeben, frischen Wind in die Sachbuchabteilung bringen und Comics für Kinder anschaffen zu wollen, um diese als Nutzer zu gewinnen.

Neue Bücher werden von Gaby Lümers und Mitarbeiterin Erna Schraven ausgewählt, das Einbinden übernehmen Erna Schraven und Anja Glowatzki.

Aus 16 Personen besteht das Bücherei-Team. „Alle lesen gern, womit wir auch Lesenswertes empfehlen können“, sagt Mitarbeiterin Marlies Knist. Das sei ja gerade das schöne an der örtlichen Bücherei, fügt Gaby Lümers hinzu. „Wir kennen unsere Kunden und wissen, wodurch sie sich gut unterhalten fühlen, welche Hobbys sie haben oder welche Sachthemen sie interessieren.“

Während der Sommerferien hat die Bücherei nur dienstags von 17 bis 19 Uhr geöffnet.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben