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Onlinehandel kurbelt Umsatz bei Reeser Herrenausstatter an

Philipp Reichmann fotografiert die Produkte selbst, die er ins Internet stellt.

Foto: Konrad Flintrop

Philipp Reichmann fotografiert die Produkte selbst, die er ins Internet stellt. Foto: Konrad Flintrop

Rees.   Sehr früh schon hat Philipp Reichmann damit begonnen, Produkte von Alexander Herrenmoden im Internet anzubieten. Der Aufwand ist erheblich.

Wenn bei Alexander Herrenmoden von der siebten „Filiale“ die Rede ist, dann ist damit der Verkauf auf der Internetplattform Alexander-Herrenmoden24.de gemeint. Diese „Filiale“ ist, was den Umsatz angeht, neben den Geschäften in Rees, Emmerich, Bocholt, Hamminkeln, Kleve und Goch durchaus im Mittelfeld platziert. Doch Erfolg im Internet ist kein Selbstläufer.

Sehr früh schon hat sich Philipp Reichmann, jüngster Sohn des Firmengründers Benedikt Reichmann, mit dem Verkauf via Internet beschäftigt. „Es bedarf einer langen Vorbereitungszeit, um sich auf dem Markt zu behaupten“, weiß Philipp Reichmann, der mit dem Onlinegeschäft sehr erfolgreich ist. Sein Bruder Alexander kennt das Rezept: „Der Einkauf muss stimmen. Im Internet lässt sich immer noch vieles über den Preis verkaufen. Allerdings sind heutzutage nicht mehr nur Schnäppchenjäger unterwegs. Vielmehr diejenigen, die ein ganz bestimmtes Einzelteil suchen.“

Jedes Teil, das im Internet verkauft wird, muss perfekt fotografiert sein

Ein Beispiel: Ein Kunde sucht eine graue Jacke des Herstellers XY in Größe L. Er gibt diese Eckdaten in eine Suchmaschine ein und stößt dabei auf Alexander Herrenmoden – entweder auf die Seite der Firma oder bei Ebay, denn auch dieses Portal nutzt Reichmann.

Was für das Unternehmen allerdings im Vorfeld bedeutet: Jedes Teil, das im Internet verkauft wird, muss perfekt fotografiert und beschrieben werden. Was einen großen Arbeitsaufwand darstellt. „Inzwischen fotografiere ich alles selbst. Zudem ist eine Mitarbeiterin nur für Online tätig. Manchmal helfen auch Azubis mit. Schließlich müssen wir ja alles verpacken“, erklärt Philipp Reichmann das Prozedere. Bei einem Einkauf über 40 Euro ist der Versand kostenfrei. „Wir arbeiten ausschließlich mit DHL und haben die Erfahrung gemacht, dass 95 Prozent der Ware am nächsten Tag bei dem Kunden ankommt“, so Philipp Reichmann.

Bei Anzügen lassen sich die Kunden gerne beraten

Es geht aber auch so: Ein Kunde sucht ein bestimmtes Kleidungsstück, möchte es aber vor der Bestellung anprobieren. Also schickt er eine Mail an Alexander Herrenmoden. In spätestens drei Tagen liegt der Artikel in der gewünschten Filiale zum Anprobieren bereit. Was besonders bei Anzügen gewünscht wird. Sie werden weniger im Internet gekauft, denn hier lassen sich Kunden gerne beraten.

Wichtig ist aber auch, dass die Ware im Internet exakt so viel kostet wie in den Filialen. Wenn beispielsweise die Winter-Saison mit den neuen Kollektionen startet, wird die Ware zu den vom Hersteller vorgegebenen Preisen angeboten, unabhängig davon, auf welcher Plattform man die Ware bestellt. Erst im Laufe der Saison werden dann Einzelstücke abgepreist.

Das Unternehmen versucht, immer neue, junge Firmen aufzutun

Die Kunst liegt im Einkauf, hier immer wieder neue, junge Firmen aufzutun, wie aktuell die skandinavische Marke Anerkjendt. „Der Internethandel ist unser siebtes Schaufenster“, unterstreicht Benedikt Reichmann. „Besonders die unter 45-Jährigen möchten digital angesprochen werden.“ Und wer sein Schaufenster reich bestückt, der wundert sich nicht, dass ein T-Shirt via Internet nach Australien geliefert wird. „Das Porto ist zwar genauso teuer wie die Ware, aber die Ware immer noch günstiger als in Australien“, hat Philipp Reichmann recherchiert. „Wer nicht im Netz vertreten ist, wird in fünf bis zehn Jahren auch nicht mehr mit einem Geschäft vertreten sein“, zitiert Benedikt Reichmann aus Veröffentlichungen der Branche.

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