Sommerkonzerte

Orgel interpretiert Gezwitscher von Kuckuck und Nachtigall

Prof. Johannes Geffert aus Köln an der Peter-Orgel der Christuskirche in Emmerich.

Prof. Johannes Geffert aus Köln an der Peter-Orgel der Christuskirche in Emmerich.

Foto: Konrad Flintrop

Emmerich.   Prof. Johannes Geffert zog an der Peter-Orgel in der Christuskirche alle Register. Es war der Auftakt einer kleinen Konzertreihe.

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Sommerferien sind für viele Menschen eine Zeit der Erholung und der Reisen in andere Länder. Naturgemäß wird in dieser Zeit das Angebot an kulturellen Veranstaltungen reduziert. Die evangelische Kirchengemeinde Emmerich hat in diesem Jahr ein Angebot gestartet, um auch den Daheimgebliebenen die Möglichkeit der kulturellen Freizeitgestaltung zu schaffen.

Im Juli werden in drei Orgelkonzerten 55 Jahre nach der Einweihung der großen Peter-Orgel namhafte Solisten klassische und zeitgemäße Werke der Orgelliteratur vorstellen. Das erste Konzert fand mit Professor Johannes Geffert statt, kein Unbekannter für die Besucher in der Christuskirche. In Gefferts Auswahl fanden sich Werke mit sommerlichem Bezug, von den Besuchern gern zur Kenntnis genommen.

Wechselspiel der Oktaven

Das für die Zuhörer wahrscheinlich ansprechendste Stück war eine musikalische Passage aus dem Orgelkonzert Nr. 13 von Georg Friedrich Händel, in der ein Kuckuck und eine Nachtigall sich musikalisch unterhalten. Hervorragend konnte der Interpret, der selbst die Bearbeitung des Stücks übernommen hatte, im Wechselspiel der Oktaven und der Klangfarben das Duett zwischen den vom Gesang sehr unterschiedlichen Vögel auf der Orgel darstellen.

Einen weiteren Versuch der Interpretation von Vogelstimmen unternahm 1955 der Komponist Andreas Willscher. Auch hier gelang Geffert eine gelungene Registrierung der Stimmen und des Erscheinungsbildes von Taube, Sperling und Rabe.

Der Vogel als Prophet war Titel eines Klavierstückes von Robert Schumann aus seinen „Waldszenen“. Die Bearbeitung für die Orgel stammte ebenfalls vom Gast. Seine von Fachleuten geschätzte Fähigkeit bei der Bearbeitung von Musikstücken war zu spüren. Geffert hatte mit Bach begonnen: Präludium und Fuge c moll (BWV 549). Es beginnt mit einem aussagekräftigen Thema im Pedal. Beachtenswert ist ebenfalls das lange Fugenthema.

In allen Musikepochen zu Hause

Werke von Carl Philipp Emmanuel Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy bewiesen die ganze Kompetenz des Organisten, in allen Epochen der Musik zu Hause zu sein. Mit einer dreisätzigen Komposition von Eugene Gigout, die mit einer wuchtigen Toccata endete, beendete der Kölner sein Konzert, nicht ohne als Schmankerl noch ein beliebtes Abendlied anzufügen, das vielen als Volkslied bekannt war: „Abend wird es wieder über Wald und Feld.“ Dankbarer Beifall von etwa 60 Besuchern belohnte am Schluss eine ausgezeichnete Interpretation und Registrierung auf der inzwischen 55 Jahre jungen Peter-Orgel, die mit drei Manualen und Pedalwerk viele Möglichkeiten eröffnet.

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Sonntag, 23. Juli, 17 Uhr, präsentiert Domorganist Ansgar Schlei (Wesel) festliche Orgelmusik aus drei Jahrhunderten. Zum Abschluss spielt am Sonntag, 30. Juli, 17 Uhr, Vlad Nastase barocke Orgelmusik, aus Deutschland, Italien, Spanien, England und Frankreich. Der Eintritt ist frei, um eine Kollekte wird gebeten.

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