Kunstausstellung

PAN Emmerich stellt Kunstwerke zweier Künstlerinnen aus

Kuratorin Christiane van Haaren und Krzysztof Nast vor der Doppelausstellung von Janina Musialczyk und Hanna Nast im PAN Emmerich.

Kuratorin Christiane van Haaren und Krzysztof Nast vor der Doppelausstellung von Janina Musialczyk und Hanna Nast im PAN Emmerich.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Zwei Ausstellungen sind ab Samstag im PAN Emmerich zu sehen. Doch unterschiedlicher könnten die Arbeiten der beiden Künstlerinnen kaum sein.

Eine Familie befindet sich auf der Flucht, vor ihr liegt der steinige Weg und auf ihren Schultern lastet der Verlust ihres Zuhauses. Szenen wie diese hat die Künstlerin Janina Musialczyk mit einer filigranen Tuschefeder zu Papier gebracht, hat sie so in eindrucksvolle Zeichnungen verwandelt. Zu sehen sind rund 200 ihrer Arbeiten als Ausstellung „meins deins keins“ ab Samstag, 19. September, im PAN Emmerich.

Krzysztof Nast ist Restaurator, arbeitet bei der Stiftung Museum Schloss Moyland und kennt Musialczyk noch als Kunstlehrerin aus Polen. Er stellte den Kontakt zwischen der Künstlerin und dem PAN her, hatte aber darüber hinaus noch einen weiteren Vorschlag. Seine Mutter Hanna Nast war zeitlebens Künstlerin, ihr wollte er eine eigene kleine Ausstellung widmen. Und so sind ihre Werke als „Die Kunst der kleinen Form“ ebenfalls ab Samstag im PAN zu sehen.

Flucht und Migration

Zwei Ausstellungen unter einem Dach, das verspricht ein spannender Museumsbesuch zu werden. Dabei zeichnen sich allein schon die zahlreichen Arbeiten von Musialczyk durch Vielfalt aus. Mal steht eine Frau schwer bepackt vor einem spiralförmigen Weg, der im Nichts zu enden scheint. Mal verschmelzen Mann und Frau zu einem Haus mit knallroter Tür. „Flucht und Migration hat sie in frühen, aber auch in späteren Werken verarbeitet“, erklärt Kuratorin Christiane van Haaren.

Denn Musialczyk verließ 1981 ihre Heimat Polen und flüchtete über Umwege nach Deutschland, um dort gemeinsam mit ihrer Tochter ein besseres Leben führen zu können. Mittlerweile lebt sie in Hamburg, das Gefühl der Fremdheit hat sie aber nie ganz losgelassen. Sichtbar wird das vor allem durch ein zentrales Motiv, das in ihren Werken immer wieder auftaucht. „Das Haus steht für Geborgenheit, die hat ihr bei ihrer Flucht von Deutschland nach Hause gefehlt“, sagt van Haaren.

Motiv des Hauses

Auf einer Tuschezeichnung steht das Haus verlassen da, die Tür ist mit Brettern vernagelt. Auf einem Acrylgemälde scheint es auf den ersten Blick leer zu sein, bei genauerem Hinsehen tauchen geisterhafte Figuren im Inneren auf. Und auf dem nächsten Bild nehmen die Figuren das Haus gleich mit auf ihre Flucht, balancieren es mit Mühe auf ihren Köpfen.

Aber nicht nur inhaltlich, auch formal gibt es einiges zu sehen. So hat Musialczyk beispielsweise einen eigenen Stempel entwickelt, um so die Figur eines gehenden Mannes unzählige Male auf Papier zu drucken. Hinter der Anonymität der Menschenmassen taucht ein Selbstporträt der Künstlerin auf. Das Bild hängt in verschiedenen Versionen an der Wand, in der letzten spiegelt sich plötzlich das eigene Selbst.

Postkarten als Kunstwerke

Nach dem Gang durch die erste Ausstellung führt der Weg durch die zweite und etwas kleinere Sammlung. „Meine Mutter hat etwas sehr Untypisches gemacht“, beschreibt Nast die vielen Postkarten, die seine Mutter in Polen gebastelt hat. Zunächst nur gedacht als Weihnachts- und Osterkarten für Familie und Freunde, entwickelten sich die Arbeiten schnell zu echten Sammlerstücken. Die kleinformatige Collagen zeigen Engelchen oder Familien bei der Ostereiersuche, vermitteln ein Gefühl der familiären Geborgenheit. Genau das, wonach Musialczyk in ihren Bildern sucht.

>>> Infos zu den Ausstellungen im PAN Emmerich

Beide Ausstellungen werden am Samstag, 19. September, um 18 Uhr im PAN Emmerich eröffnet. Zu sehen werden die Werke beider Künstlerinnen noch bis zum 20. Dezember, immer dienstags bis sonntags zwischen 11 und 16 Uhr. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.pan-forum.de.

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