Kunstausstellung in Rees

Per Computer digitale Grafiken zu 45 Bildern gemacht

Die stellvertretende Bürgermeisterin Mariehilde Henning (rechts) begrüßte die Gäste im Rathaus der Stadt Rees zur neuen Ausstellung mit Arbeiten von Ursula Baaken (ganz links).

Foto: Konrad Flintrop

Die stellvertretende Bürgermeisterin Mariehilde Henning (rechts) begrüßte die Gäste im Rathaus der Stadt Rees zur neuen Ausstellung mit Arbeiten von Ursula Baaken (ganz links). Foto: Konrad Flintrop

Rees.   Reeser Künstlerin Ursula Baaken stellt bis zum 10. August digitale Bilder zu den Themen „Kopf“, „Turm“ sowie den „Melancholien“ von Dürer aus.

Schon seit Jahrzehnten gestaltet Ursula Baaken Kunst und stellt sie aus. „Ich habe schon immer gerne Collagen gemacht und versucht, Dinge zusammenzubringen“, formulierte die 82-jährige Reeserin und frühere Fachdezernentin Kunst bei der Düsseldorfer Bezirksregierung den Ansatz ihrer aktuellen Ausstellung „In Beziehung gesetzt“ in den Räumen des Rathauses am Reeser Markt.

Musikalisch „eingerahmt“ von drei Mitgliedern der „Haldern Strings“, ging nach dem Grußwort der stellvertretenden Bürgermeisterin Mariehilde Henning ihr Mann Helmut auf Motive, Themen und Gestaltung der Exponate ein. Wobei er gestand, „bei den Arbeiten meiner Frau „befangen und nicht vorurteilsfrei zu sein. Aber es gibt niemanden, der sich so eingehend mit ihrer Kunst befasst hat.“

Mit speziellen Farben gedruckt

Die 45 Bilder zeigten alles „digitale Grafiken, mit dem Werkzeug Computer erarbeitet und mit speziellen Farben auf besonderem Fotopapier gedruckt.“ Der Computer sei ein Instrument, mit dem man „Elemente isolieren kann, die man verfärben, verformen und neu zusammenfügen kann. Sie können nebeneinander gesetzt werden, sich durchdringen und sehr enge Verbindungen eingehen.“

Die Exponate der Ausstellung zeigen drei Motivbereiche: dem „Turm“, dem „Kopf“ und dem kleinen Stich „Melancholie“ von Albrecht Dürer, den sie in neun Detailbildern als Großbild neu zusammengefügt hatte. Die hochformartigen „Türme“ enthielten Formen und Figuren aus verschiedenen Quellen, entzögen sich so als Kunstwerk „jeglichem

Schubladendenken“.

Nie sei „ein bestimmter Turm dargestellt, den man kennt – was nicht heißt , dass die Bilder entsprechende Erinnerungen hervorrufen können.“ Auch seien unterschiedliche Turmcharaktere – labil oder fest gebaut – zu erkennen, die aus babylonischer Zeit, aus einer Utopie oder einem Science-Fiction-Film stammen könnten. „Jedes Bild wirkt als unverwechselbares Abenteuer der Bilderfindung, als eine eigene Welt.“

Was hätte Dürer mit einem Computer gemacht?

Gleiches gilt für die Köpfe, wobei die Titel wie „Damenbüste“, „soldatisch“, „natürlich eingebunden“ oder „androidisch hell“ deutliche Hinweise auf ihren individuellen Charakter geben. Der Dürer-Stich von 1414 habe schon unter Zeitgenossen viele Deutungen erfahren – deshalb habe er für seine Frau einen großen Anreiz gehabt.

„Man kann alle Elemente des Bildes erkennen, aber jeweils in anderer Größe und anderer Perspektive“, endete Baakens Vortrag mit dem Gedankenspiel, „was Dürer gestaltet hätte, hätte ihm ein Computer zur Verfügung gestanden“.

Die Reaktionen des Publikums waren durchweg positiv. „Das ist wirklich was Neues“, zeigte sich die stellvertretende Reeser Bürgermeisterin Mariehilde Henning beeindruckt. „Mich fasziniert, wie man Bilder verfremden kann, das nimmt einen gefangen“, meinte der Halderner Dietmar Peters zu den zusammen gehängten neun Dürer-Großbildern.

„Bei dem einen Turm habe ich ans Mittelalter gedacht“, weckte der Anblick eines Bildes bei der Sterkraderin Antje Immich direkt Assoziationen. „Da steckt viel drin.“

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