Betuwe

Praester Brücke nach dreijähriger Bauzeit feierlich eröffnet

Michael Teitzel von DB Netze und Bürgermeister Peter Hinze (vordere Reihe, v.l.) gaben die Praester Brücke für den Verkehr frei.

Foto: Thorsten Lindekamp

Michael Teitzel von DB Netze und Bürgermeister Peter Hinze (vordere Reihe, v.l.) gaben die Praester Brücke für den Verkehr frei.

Praest.  Bürgermeister Hinze hat die Praester Brücke eröffnet. Bei den weiteren Betuwe-Baumaßnahmen rechnet er für die Stadtkasse mit dem Schlimmsten.

Betuwe-Projektleiter Michael Teitzel und Bürgermeister Peter Hinze nahmen gerade die Scheren in die Hände, als es dicke Tropfen vom Himmel regnete. Was die Beteiligten in Praest freilich nicht davon abhielt, die Brücke über der Bahntrasse nach gut drei Jahren Bauzeit feierlich zu eröffnen. Und so fiel nach zwei kurzen Reden das Absperrband – der Verkehr kann jetzt rollen.

Michael Teitzel von DB Netze betonte, dass die Einweihung des Bauwerks mehr ein Anfang als ein Ende sei: „Auch wenn mit der Eröffnung die Baumaßnahmen an der Praester Brücke enden, markiert sie doch gerade mal den Beginn beim Ausbau der Betuwe-Strecke Emmerich-Oberhausen.“ Elf weitere Brücken sollen auf Emmericher Stadtgebiet noch errichtet werden. Davon sind nicht alle für den Verkehr von Kraftfahrzeugen vorgesehen. Auch Bahnunterführungen als Schallschutzmaßnahmen für das berüchtigte dritte Gleis gehören dazu.

In seiner Rede bedankte sich Teitzel für die Geduld der Anwohner und den konstruktiven Dialog, den es immer gegeben habe. Dankende Worte fand er auch für die Emmericher Stadtverwaltung für die „vertrauensvolle Zusammenarbeit“. Die Praester Brücke solle nicht nur Orte und Ortsteile verbinden, sondern vor allem Menschen.

Unwägbarkeiten bei Bauprojekten

Ein Bild, das Bürgermeister Hinze aufgriff. Der zeigte sich erfreut, dass die Praester jetzt ihren „Fluchtweg in Richtung Landesgrenze“ haben. „Selten bekommt man so ein teures Geschenk überreicht“, sagte Hinze zum Akt der Übergabe, und spielte damit auf die endgültigen Baukosten von über zehn Millionen Euro an. Das ist ungefähr doppelt so viel, wie ursprünglich vorgesehen. „Das schlägt natürlich ganz schön aufs Stadtsäckel“, so Hinze. Die Brücke habe wieder mal gezeigt, dass es bei Bauprojekten dieser Dimension viele Unwägbarkeiten gebe. Das mache es schwer, Kosten und Dauer genau vorherzusehen.

Insbesondere für den Neubau der B8 in Elten deutete Hinze Bedenken finanzieller Art an: „Wir rechnen für die Stadtkasse mit dem Schlimmsten.“ Bis zum 29. Juni muss der Stadtrat sich klar für eine der beiden Lösungen aussprechen: Soll der Neubau der B8 auf der Bahntrasse erfolgen und die Bahnlinie daneben verlaufen, oder soll ein Stück des Berges für einen Neubau rechts der Bahntrasse weichen? Insbesondere die erste Lösung könnte der Stadt hohe zusätzliche Kosten bescheren.

Doch trotz aller Unwägbarkeiten stand die Freude über das Ende des Brückenbaus im Vordergrund. Die Anwesenden aus der Emmericher Politik, von der Deutschen Bahn und der Baufirma Bunte sowie einige geladene Anwohner bedachten Teitzels und Hinzes Worte mit freundlichem Applaus.

Brücke kostet 10,4 Millionen Euro

Die Gesamtkosten der Brücke belaufen sich statt 5,5 Millionen nun auf knapp 10,4 Millionen Euro. Der Anstieg liegt insbesondere in den Bodenverhältnissen begründet, die deutlich schlechter waren als zunächst erwartet.

Die Bauarbeiten für die Brücke hatten im April 2015 begonnen. Ursprünglich war die Fertigstellung noch in 2016 geplant. Diese Planungen wurden aufgrund der Bodenbeschaffenheit schnell aufgegeben. Zusätzliche Untersuchungen führten zu zeitlichen Verzögerungen und zur Verdoppelung der Baukosten.

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