Politik

Ratsalltag im Corona-Rahmen: Für Leonie Pawlak ernüchternd

Die Ratssitzungen finden im Moment in der Aula der Gesamtschule statt. Unter strengen Corona-Regeln.

Die Ratssitzungen finden im Moment in der Aula der Gesamtschule statt. Unter strengen Corona-Regeln.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Corona macht den Austausch der Ratsmitglieder vor, während und nach der Sitzung schwer. Leonie Pawlak fremdelt noch etwas mit der neuen Kultur.

Für Leonie Pawlak waren es am Donnerstag, 12. November, und am Dienstag, 17. November, die ersten beiden Sitzungen als Ratsmitglied in Emmerich . Diese liefen ganz anders, als sie sich das ursprünglich mal gedacht hatte. Corona sei dank. Sie schildert ihre persönlichen Eindrücke.

„Wie vielleicht bekannt, ist mir die Arbeit in kommunalen Ausschüssen nicht fremd. Mein Entschluss, mich in die Ratsarbeit zu wagen , entsprang der Einsicht, im Rat verstärkt etwas für mein Anliegen in Zeiten des demografischen Wandels generationsübergreifend Probleme anzupacken. Als älterer Mensch wurde mir noch gegenüber Rat und Verwaltung eine zu Respekt verpflichtende Haltung anerzogen und bescherte mir eine Art Schwellenangst, mich in dieses Gremium zu wagen“, schildert die SPD-Politikerin.

Die Corona-Regeln wurden alle eingehalten

„Zugegebenermaßen waren mir die beschränkenden Vorschriften in der derzeitigen Pandemie zwar gegenwärtig, doch hatte ich deren direkte Auswirkung auf ein Miteinander unterschätzt. Als erwartungsvoller Neuling begab ich mich in die Weite der Aula der Gesamtschule. Gemäß der Vorschriften war alles vorbildlich installiert, was Hygienemaßnahmen, Technik, Einhaltung des vorgeschriebenen 1,50 Meter Abstandes und mundschutztragende Anwesenden betraf. Auch das Zeitlimit vor notwendiger Lüftungsmaßnahmen wurde eingehalten. Alles klappte“, führt die ehemalige Vorsitzende der Seniorenvertretung fort.

„Die notwendige Verpflichtung des neuen Rates wurde vorgenommen, so dass Rat und Verwaltung ihren Geschäftsbetrieb aufnehmen können. Die zügige Abwicklung ermöglichte eine zügige Räumung der Aula. Die Möglichkeit, mit neuen und alten Ratsmitgliedern in ein lockeres Gespräch zu kommen, war vor und nach der Sitzung und schon gar nicht während der Sitzung gegeben. Es fällt schwer, sich neue Gesichter einzuprägen, die unter einem Mundschutz verborgen sind. Die maskenbedingte Verzerrung der Stimmlage und des Sprachrhythmus kommt hinzu. Auf die gegebene Entfernung waren Personen schwer zu erkennen, wenn man sich nicht ungebührlich lange umschauen wollte“, beschreibt Pawlak die Probleme.

Ernüchternder erster Eindruck

„Der Eindruck meiner 1. Ratssitzung war ernüchternd, da bei der notwendig strikten Beachtung der vorgeschriebenen Regeln keine Kommunikation oder ein persönliches interfraktionelles Miteinander zustande kommen konnte. Ich befürchte, dass der neue, erzwungene Umgangsstil schnell übernommen werden könnte und strikte Sachorientierung der Vorrang vor gemeinschaftsförderderndem und einander wertschätzendem Miteinander aller Fraktionen zum Wohle der Stadt gegeben werden könnte“, bedauert das Ratsmitglied.

Immerhin: „Stilvoll und meinem neuen Status als neues Ratsmitglied angemessen empfand ich wohltuend, dass meine 90-jährige Nachbarin mir zu Feier des Tages einen bunten Rosenstrauß überreichte.“

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