Kunstausstellung

Rees: Ausstellung Mikel and Cycle vereint Natur und Technik

Maria Baumann hat ein Rad mit einer Federlandschaft ausgeschmückt.

Maria Baumann hat ein Rad mit einer Federlandschaft ausgeschmückt.

Foto: Konrad Flintrop / FUNKE Foto Services

Rees.  Maria Baumann hat eine neue Leidenschaft für Räder entdeckt. Michael Sting zeigt Mikrokosmen und Fackeln aus Vulkangestein in der Galerie Büsen.

Wer oder was verbirgt sich hinter „Mikel and Cycle“? Eine spannende Frage, deren Auflösung sich beim Besuch der neuen Ausstellung in der Galerie Christina Büsen erschließt. Die Vernissage in Rees wird am kommenden Samstag, 7. März, um 16 Uhr von Sigurt Gottwein eröffnet.

Michael Sting, der Mikel, und Maria Baumann, die Cycle-Künstlerin, haben sich für diese Ausstellung zusammengetan und es scheint, als sei die Galerie genau für diese Exponate konzipiert worden. Bekanntlich verstarb Christine Büsen, die die Galerie schuf, plötzlich. Ihr Lebensgefährte Klaus Puchmüller will die Immobilie verkaufen, sucht aber jemanden, der Wohnhaus und Galerie im Sinne der Verstorbenen weiterführt. Da ein solcher Käufer noch nicht in Sicht ist, stellt er gerne die Galerie für die Ausstellung vom 7. bis 22. März den beiden Reeser Künstlern zur Verfügung.

Das Rad als Kunstobjekt

Maria Baumann und Michael Sting sind gefragte Künstler, die seit Jahrzehnten die bildende Kunst in der Rheinstadt bereichern. Maria Baumann hat sich mit ihren Tonarbeiten einen Namen gemacht. Doch Fahrrad affin wie sie ist, entdeckte sie nun das Rad als Kunstobjekt. Ein Rad mit oder ohne Schlauch, mit oder ohne Speichen, nur die Felge als Rahmen. „Ich finde das Rad als runden Rahmen reizvoll, die Anordnung der Speichen harmonisch. Das Rad lässt sich sehr schön verändern“, leitet Maria Baumann in ihre Arbeit ein. Das „Start-Rad“ entstand in ihrer Töpferwerkstatt. Statt Speichen zieren geflochtene Schläuche das Rad. Anders das Dinosaurier-Ei, das aus dem Moos herauswächst und sich keineswegs als Osterdeko verstanden wissen will. Sogar als Lichtobjekt lässt sich eine Radfelge an die Wand hängen. Kelchförmig öffnet sich der Wachskorpus, hinter dem sich die Lichtquelle verbirgt.

Eine pi(c)kante Arbeit mit Stacheldraht

Aber es gibt auch ein Rad, bei dem statt Speichen Stacheldraht gespannt ist. „Das war eine pi(c)kante Angelegenheit“, erzählt Maria Baumann mit einem Schmunzeln.

Viel Kleinarbeit steckt hinter dem Objekt „Schubladendenken“. Hier wurde ein komplettes Rad mit Streichholzschachteln als Schubladen angeordnet bestückt.

Viele solcher Räder kann der Besucher entdecken und seine jeweilige Sichtweise auf das Kunstobjekt projizieren.

Mikrokosmen erwarten die Besucher im Innenhof

Im hinteren Teil der Galerie und im Innenhof trifft man auf die Werke von Michael Sting. Seit 2007 schafft der Reeser Miniaturlandschaften, sogenannte Mikrokosmen. Kleine alte Bäume auf Lavakrotzen, diese wiederum auf Augenhöhe auf einen Stahl- oder Edelstahlständer montiert. Ehemals glühende Lava, nun erkaltet, in Verbindung mit rostendem Stahl hat eine besondere Ausstrahlung. Ein Zierapfel, eine Mädchenkiefer, ein Ahorn und ein Rot-Ahorn warten auf interessierte Käufer.

Fackeln für den Garten aus Vulkangestein und Stahl sind ebenfalls echte Hingucker. Der Brennstoff für die Fackeln ist Bioethanol, das geruchlos ohne jeden Docht verbrennt. Für den Unterbau hat Michael Sting Schrott verschweißt. Heraus kam beispielsweise ein Gebilde, das einem Fahrradsattel gleicht, der heiß gefahren wird. So schließt sich der Kreis von Mikel and Cycle.

Es gab bereits ein gemeinsames Projekt

Es gab bereits ein gemeinsames Projekt der beiden Künstler. Nachzuschauen bei www.speedXrees.de. Mehr Infos zur aktuellen Ausstellung unter www.kultserver.com.

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