Großbrand

Rees-Haffen: Lagerhalle mit 2000 Strohballen brennt aus

Der Brand in Rees-Haffen am Doelenweg beschäftigte die Feuerwehr Rees eine ganze Nacht lang.

Der Brand in Rees-Haffen am Doelenweg beschäftigte die Feuerwehr Rees eine ganze Nacht lang.

Foto: Guido Schulmann

Rees.  Die Feuerwehr Rees war am Sonntagabend bei einem Feuer auf einem derzeit nicht bewohnten Hof in Haffen im Einsatz. Die Brandursache ist unklar.

Herbert Schmäh hat bis zum nächsten Morgen gewartet, um seiner Schwester Christa schonend beizubringen, was in der vergangenen Nacht auf ihrem Hof geschehen ist. Aus bislang ungeklärter Ursache war in der Scheune am Doelenweg gegen 20.20 Uhr Feuer ausgebrochen, das ein Nachbar sah, der daraufhin umgehend die Feuerwehr alarmierte.

2000 Strohballen waren dort gelagert, zirka die Hälfte davon hatte der Nachbar hier untergestellt. Auch der unbewohnte Anbau, der mit der Scheune verbunden ist, wurde durch den Brand zerstört. In der Scheune standen noch zwei Schlepper und zwei Karnevalswagen, berichtete die Polizei. Das Wohnhaus wurde nicht von den Flammen erfasst.

Bäuerin hatte ihre Tiere mit nach Wesel genommen

Die 80-jährige Bäuerin war vor einiger Zeit nach einem Unfall, der ihr das Alleinleben auf dem Anwesen erschwerte, auf den Hof ihres Bruders in Wesel gezogen. Glücklicherweise hatte sie auch ihre Tiere, einen Hund und die Hühner mitgenommen, so dass bei dem Brand keine Tiere zu Schaden kamen.

Bereits vor 13 Jahren hatte es hier einen Großbrand gegeben. Damals vermutete man, dass jemand in der Scheune im Stroh genächtigt und vielleicht geraucht hatte. Nach dem Brand und Wiederaufbau der Scheune waren die neuen Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet worden, die jetzt dem Brand zum Opfer fielen. Der Sachschaden wird auf zirka 850.000 Euro geschätzt.

85 Feuerwehrleute im Einsatz

In der Nacht waren alle Löschzüge der Stadt Rees mit 85 Einsatzkräften und 14 Fahrzeugen im Einsatz, bis auf die Bienener, die für mögliche weitere Einsätze als Grundschutz bereit standen. Bei dem Einsatz verletzten sich zwei Feuerwehrmänner leicht. Ab Mitternacht war der Löschzug Haffen-Mehr im Einsatz, gegen 8 Uhr wurde er vom Löschzug Bienen abgelöst. Noch am Morgen sah man himmelhohe Rauchwolken und nahm sogar bis nach Haldern den Brandgeruch wahr.

Die Feuerwehr ließ die Gebäude kontrolliert herunterbrennen. Ein Begehen des Brandortes war aktuell noch nicht möglich, um die Brandursache zu ermitteln.

Für Herbert Schmäh und seine Schwester ist es ein schwerer Schlag. Der Landwirt musste erst mit der Trockenheit kämpfen, dann brannte eine Mähmaschine, so dass ein Gerstenfeld Feuer fing, dann brannte ein Trecker, das Feuer konnte aber schnell gelöscht werden. Und jetzt der Brand in Haffen. „Jetzt muss ich auch noch große Mengen Trockenfutter zukaufen“, macht sich der Bauer klar.

Zudem hatte sein Sohn vor, hier die Landwirtschaft zu übernehmen und den Bauantrag schon eingereicht. Vor 13 Jahren hatte sich Christa Schmäh über die NRZ bei den Feuerwehrleuten bedankt, die damals ihren Hof gerettet haben. „Unter Einsatz ihres Lebens“, wie sie damals unserer Zeitung schilderte. Dieses Mal musste sie den Brand nicht mehr mit eigenen Augen mitansehen. Tief getroffen hat sie das Ereignis dennoch.

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