Rheinhotel

Rees heimliches Rathaus lebte zum 100-Jährigen wieder auf

Der Ressa-Vorsitzende Heinz Wellmann (rechts) überreicht Ludger Rösen (Mitte) und Magda Dresen (links) am Donnerstag ein Bild zum 100-jährigem Bestehen des Rheinhotels Dresen.

Der Ressa-Vorsitzende Heinz Wellmann (rechts) überreicht Ludger Rösen (Mitte) und Magda Dresen (links) am Donnerstag ein Bild zum 100-jährigem Bestehen des Rheinhotels Dresen.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Rees.  Zum 100-jährigen Jubiläum des Rheinhotels Dresen wurde in Rees nun noch einmal die Fährstube eröffnet. Dies ist einem Trio zu verdanken.

Der aufmerksame (und geschichtskundige) Reeser wird sich gewundert haben, warum beim Krantor – zwischen Rhinkickerstatue und Fähre – am Donnerstagabend auf einmal wieder gute Stimmung und Gelächter zu hören waren. Und er wird sich auch gefragt haben: „Wer hat denn da die Fährstube wieder aufgemacht?”

Die war ja schließlich mit guter Laune und Gelächter mindestens so eng verbunden, wie mit Reeser Lokalpolitik, Generationsaustausch und Stadtgeschichte. Dass „Rees heimliches Rathaus” zum 100-jährigen Jubiläum des Rheinhotels Dresen wieder so aufleben durfte, ist in erster Linie dem Reeser Geschichtsverein Ressa, dem Eigentümer Ludger Rösen sowie Michael Scholten zu verdanken.

Geschichte des Rheinhotels vertieft

Er hatte bereits vor drei Jahren mit der Hotelbesitzerin Magda Dresen den Kontakt aufgenommen. Die Fährstube verbindet er mit Grundschule und Hausaufgaben, ein Ort, an dem er seine Oma, die dort lange Jahre Kellnerin war, besuchen konnte, wenn seine Eltern gerade nicht da waren.

Aus diesem Splitter Kindheitserinnerungen wurde für ihn eine „Reise in die Familiengeschichte”, als er die Nachforschungen für die Geschichte des Rheinhotels vertiefte. Die Ergebnisse präsentierte er bereits vor einem Jahr in einem Vortrag im Rheincafé sowie auch im vom Reeser Geschichtsverein verlegten Buch „Reeser Geschichtsfreund”.

Wunsch von Magda Dresen erfüllt

Damals schon keimte in Magda Dresen der Wunsch, das hundertjährige Bestehen des Rheinhotels zu feiern. Immerhin war sie bereits seit den 50ern mit im Hotel involviert. Ihr Verlobter, der mittlerweile zur Legende erhobene Auwi Dresen, der spätere Wirt in der Fährstube und Hotel, hatte sie damals mit ins Hotelgewerbe gebracht.

„Ich hab’ ihm immer gesagt ‘Ich will dich, und das Hotel musste ich nehmen’”. Wenn sie nun aber nach 50 Jahren in die Runde der Gäste blickt, sieht man ihr an, dass die Zeit doch nicht so schlimm war.

Wieder am alten Stammtisch gesessen

Magda Dresen freute sich zurecht über viele Freunde, die wieder an ihrem alten Stammtisch saßen. Bei einem ehemaligem Mitarbeiter, der wieder da ist, heute ein gestandener Mann, erinnert sie sich noch an den Jungen dahinter: “Vor 32 Jahren, da war er 15 Jahre alt, da kam er mit dem Moped immer über die Rheinbrücke. Er hatte so schlechte Zähne, ich habe ihn erst mal zum Zahnarzt geschickt,” spricht eine resolute und sympathische Frau, die der Fährstube mit ihrem Ehemann zusammen das Gesicht gegeben hat.

Nur eines findet sie schade: „In der Fährstube, da waren immer drei Generationen zusammen, da war Kommunikation, über Altersgrenzen hinweg, über Politik und das Leben. So etwas findet man heute nicht mehr so leicht.”

1919 erstmals eröffnet

1919 wurde das erste Rheinhotel Dresen eröffnet, der heutige Bau ist von 1956. Das Hotel hat die Adresse Markt 6, die Fährstube wird aber über einen Seiteneingang erreicht. Mehr Infos über den Veranstalter Reeser Geschichtsverein Ressa: ressa.de und facebook.com/ressa.rees.

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