Kommunalpolitik

Rees: Mariehilde Henning verabschiedet sich aus ihrem Amt

Bürgermeister Christoph Gerwers sitzt mit seiner Stellvertreterin Mariehilde Henning auf einer Bank an der Rheinpromenade in Rees.

Bürgermeister Christoph Gerwers sitzt mit seiner Stellvertreterin Mariehilde Henning auf einer Bank an der Rheinpromenade in Rees.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Rees.  16 Jahre war Mariehilde Henning stellvertretende Bürgermeisterin von Rees. Die 80-Jährige scheidet nun aus dem Rat aus und gibt ihr Amt ab.

An die erste Begegnung mit Christoph Gerwers kann sich Mariehilde Henning noch genau erinnern. Die stellvertretende Bürgermeisterin von Rees hatte immer ein super Verhältnis mit Gerwers Vorgänger, Dr. Bruno Ketteler, gehabt. Bis hin zu der legendären Karnevalsaktion als die beiden als „Reeser Prinzenpaar“ auftraten.

Bürgermeister ist Sohn einer ehemaligen Klassenkameradin

Als Gerwers sich dann in Rees vorstellte, hoffte Henning, dass auch mit dem Neuen die Zusammenarbeit harmonisch ablaufen würde. Schon im ersten Gespräch sollte das Eis schmelzen. Denn eher nebenbei fand Mariehilde Henning heraus, dass Christoph Gerwers der Sohn ihrer ehemaligen Klassenkameradin Hildegard ist. „Wir haben dann auch immer sehr gut zusammengearbeitet“, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin rückblickend.

Seit 2002 Mitglied im Reeser Rat

Denn ihre Zeit als Stellvertreterin des Bürgermeisters endet nun. Henning, die kommenden Mittwoch 81 Jahre alt wird, hat sich nicht erneut für den Rat aufstellen lassen. Im Juni 2002 war sie als CDU-Nachrückerin für Joachim Joosten in das Gremium eingezogen. Seit dem 30. März 2004 war sie stellvertretende Bürgermeisterin.

Ihre Amtszeit begann unter tragischen Umständen. Denn auf einer Fraktionssitzung wurde sie von Willi Buckermann ermuntert, das Amt zu übernehmen. Am gleichen Abend verstarb der ehemalige ehrenamtliche Bürgermeister von Rees mit 69 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes im Auto vor seinem Haus.

Im Laufe der Jahre hat Mariehilde Henning etliche Termine gemeistert. Ihr Erfolgsrezept: „Freundlich auf die Leute zugehen, dann bekommt man meistens ein Lächeln zurück.“ Ansonsten war ihr wichtig, immer sie selbst zu bleiben. So hat sie ihre Reden meistens selbst geschrieben. Vor allem die Begegnung mit Menschen hat ihr immer viel Freude bereitet.

Terminfülle hat zugenommen

In der jüngeren Vergangenheit habe die Terminfülle durchaus zugenommen. Eigentlich sei sie immer überall gerne gewesen. Lediglich einmal habe sie doch große Bauchschmerzen gehabt. Kurz nachdem sie stellvertretende Bürgermeisterin geworden war, wurde Rudolf Kersting als Klever Landrat in den Ruhestand verabschiedet. Henning war als Vertreterin der Stadt Rees dabei und geriet in eine reine Männerrunde von Bürgermeistern. „Ich wusste überhaupt nicht, was ich mit denen hätte bereden sollen“, so Henning, die 1993 von Heinz Seesing, dem Bruder von Emmerichs langjährigem Pastor an St. Martini, Paul Seesing, überredet wurde in die CDU einzutreten. 1995 trat sie dann als sachkundige Bürgerin im Ausschuss für Jugend, Schule, Sport und Soziales aufs politische Parkett.

Mariehilde Henning war zu diesem Zeitpunkt freilich keine Unbekannte in Rees. Im Karneval der Frauengemeinschaft ist sie eine feste Größe gewesen. Auch wenn sie ihre ersten Lebensjahre bei den Großeltern in Essen verbringt, kommt sie nach dem Krieg wieder nach Rees. In Aspel hatte ihr Vater die Landwirtschaft wieder aufgebaut.

Lehre bei der Sparkasse in Rees

Nach der Schulzeit absolvierte Mariehilde Henning bei der Sparkasse in Rees eine Lehre. Anschließend wechselte sie zur Dresdner Bank nach Düsseldorf, beziehungsweise Wesel. Nach der Geburt des zweiten von insgesamt vier Kindern hing sie ihren Beruf dann aber an den Nagel.

Nun gibt sie auch ihr Amt als stellvertretende Bürgermeisterin ab. Das sei eigentlich schon vor der letzten Wahlperiode geplant gewesen. „Dann habe ich mich überreden lassen, es wenigstens noch bis zur Mitte der Wahlperiode zu machen“, erinnert sich Mariehilde Henning. „Das haben wir dann vergessen“, wirft Gerwers mit einem Schmunzeln ein, der in seiner Stellvertreterin eine „mütterliche Freundin und Beraterin“ hatte, mit „der ich persönlich in den vergangenen elf Jahren immer sehr gut zusammengearbeitet habe“.

>>>Rat entscheidet über Nachfolge

Bürgermeister Christoph Gerwers fände es gut, wenn er wieder eine weibliche Stellvertreterin bekommen würde. „Die Entscheidung liegt aber nicht bei mir, sondern geht vom Rat aus“, so der Bürgermeister.

Alle aus dem aktuellen Rat ausscheidenden Mitglieder sollen im Übrigen noch verabschiedet werden. Hierfür könnte die so genannte Plätzchen-Sitzung im Dezember der passende Rahmen sein.

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