Frauenkarneval

Rees: Närrische Modenschau beim Frauenkarneval in Millingen

Viel Spaß hatte das närrische Publikum auf der Karnevalssitzung der katholischen Frauen in Millingen.

Viel Spaß hatte das närrische Publikum auf der Karnevalssitzung der katholischen Frauen in Millingen.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Millingen.  Sitzung der kfd Millingen bot tolle närrische Unterhaltung. Von Modenschau „Rock am Dom“ bis zu tollen Tanzeinlagen bot der Frauenkarneval alles.

Der Frauenkarneval der kfd Millingen hat eine lange Tradition. Das, was die Damen auf ihrer Sitzung im Saal Jonkhans boten, zeugt von großen Wandlungsfähigkeit der Darsteller in den verschiedenen Rollen. Sie verstanden es, nicht nur schauspielerisch, sondern auch textsicher zu begeistern. So war bereits der erste bunte Nachmittag gespickt mit lustigen Sketchen und tollen Tanzeinlagen.

Moderatorin Margot Essink musste lange Wegstrecken zurücklegen, wechselte sie von der Bühne rasch in die Umkleidekabine am Ende des Saals, um dann komplett neu verkleidet in verschiedene Rollen zu schlüpfen. So flogen die Köpfe des Publikums regelmäßig von der Bühne zurück zum Mittelgang. Dadurch war das Überraschungsmoment groß, hatten die Besucher ausreichend Zeit, die gut kostümierten Darsteller auf den Weg zur Bühne zu beobachten.

Mode für die Kirchgängerin von Welt

Was ganz besonders bei der kfd-Perlen-Modenschau „Rock am Dom“ zu genießen war. Moderatorin Christa Haves präsentierte Mode für die Kirchgängerin von Welt. Modelle, zertifiziert vom Vatikan. Die Models, Jutta Jansen, Gudrun Wiethoff, Gudula Giesen, Christel Gröncke und Margot Essink, trugen beispielsweise Pelz von glücklichen Lämmern, sozusagen „vom Lamm Gottes, was Barmherzigkeit am Leib spürbar macht“. Oder Rock mit Zopf – hat da Papst Franziskus alte Zöpfe abgeschnitten?

Wohl kaum. Das Modell Gotteslob ziert einen Notenschlüssel und das Uni-Sex-Gewand wurde „Marie breit’ den Mantel aus“ getauft. Es gab noch den Schlafrock für Morgenmuffel oder den Schottenrock mit großem Karo für reiche und kleinem für arme Pfarrgemeinden. Gekrönt wurde die Modenschau mit dem Shopping Rock, Modell Tebartz-van Elst, mit vielen Taschen zum Vollstopfen. Langanhaltender Beifall und eine kräftige Rakete belohnte diese Showeinlage. Wunderbar spielte Christa Haves die Rolle des schwäbischen Wohnungsamts-Sachbearbeiters mit Zweitberuf Möbelspediteur.

Teilhabe am Eheleben sorgte für Lacher

Ein witziger Sketch, dem das Schwäbeln das I-Tüpfelchen aufsetzte. Gudrun Wiethoff von der Schaffeld ließ das Publikum in Millingen an ihrem Eheleben teilhaben, bezog das Dorf und so manchen Bewohner in ihren Vortrag mit ein und verstand es, ihre Anekdoten schlagfertig vorzutragen, vollkommen frei, ohne Manuskript. Eine Leistung, die vom Publikum mit Begeisterung honoriert wurde. In der Rolle „Schwesterherz“ kam sie im Laufe des Nachmittags nochmals auf die Bühne. Mit ihrer leibhaftigen Schwester, Margot Essink.

Hier griff Gudrun Wiethoff zur Gitarre und zu „Über den Wolken“ sangen beide die Moritat von Margot auf der Autobahn mit drei Promille im Blut. Man mag es sich nicht real vorstellen. Richtig karnevalistisch war der Tanz der Mariechen, allesamt langjährige Mitglieder der Millinger Tanzgruppe. Sie präsentierten zu „Leev Marie“, dem „Kölsche Jong“ und „Für die Ewigkeit“ tolle Tanzeinlagen, nicht ohne Witz, denn wenn es schwer wurde, zeigte das Nummerngirl Schilder wie „Radschlag“ oder „Ich habe Knie“.

Alles funkelt, alles glitzert

Knie beziehungsweise Bein hatte auch Herr Fritsche, gespielt von Veronika Termaat. Unglaublich, wie laut er (sie) wegen eines Hundebisses wehklagen konnte. Dass der Hund ihn gar nicht gebissen, sondern daneben geschnappt hatte, war der Clou des Vortrags. Mit „Alles funkelt, alles glitzert“ endete der Abend mit Florian Silbereisen (Gudrun Wiethoff) und der Schlagerparade 2020.

>>Zweite Sitzung ist schon ausverkauft

Die zweite Sitzung des Kfd Frauenkarneval Millingen findet statt am kommenden Sonntag, 16. Februar, um 15.30 Uhr im Saal Jonkhans. Die närrische Sitzung ist bereits ausverkauft.

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