Filmvortrag

Rees: Nostalgischer Rückblick ins Gymnasium im Haus Aspel

| Lesedauer: 2 Minuten
Werner Kusenberg (Tisch rechts), der ehemalige Leiter des Gymnasiums Aspel berichtete am Mittwoch lebhaft von seinen Erinnerungen an die Penne noch im Haus Aspel. Michael Scholten (Tisch links) und Clemens Reinders (Tisch Mitte) lauschen wie die Gäste im Bürgerhaus Rees auch.

Werner Kusenberg (Tisch rechts), der ehemalige Leiter des Gymnasiums Aspel berichtete am Mittwoch lebhaft von seinen Erinnerungen an die Penne noch im Haus Aspel. Michael Scholten (Tisch links) und Clemens Reinders (Tisch Mitte) lauschen wie die Gäste im Bürgerhaus Rees auch.

Foto: Dirk Kleinwegen / NRZ

Rees.  Vor 37 Jahren wollte Werner Kusenberg die Verlegung des Gymnasiums Aspel ins Schulzentrum nicht. Geheimnis gelüftet: Er hat den Umzug verzögert.

Vor 35 Jahren zogen die Schüler des Reeser Gymnasiums vom Haus Aspel in das Reeser Schulzentrum. Der Halderner Filmemacher Clemens Reinders hatte die letzten Tage der Schüler in Aspel festgehalten und einen 30-minütigen Film erstellt. Der WDR strahlte den Beitrag in seinem Abendprogramm aus. Im Reeser Bürgerhaus wurde der Film am Mittwoch gezeigt. Just an dem Tag an dem verkündet wurde, dass die Ordensschwestern Haus Aspel Ende des Jahres auch verlassen müssen.

Nach dem wehmütigen Filmbeitrag baten Heinz Wellmann und Michael Scholten aus dem Vorstand des Reeser Geschichtsvereins Ressa den Filmemacher Reinders auf die Bühne um die Hintergründe und Erinnerungen zu diesem Projekt zu erfahren. „Ich wollte, bevor das in Aspel zu Ende ging, eine Erinnerung schaffen“, erinnerte sich Reinders. Da er zu diesem Zeitpunkt im Filmstudium steckte, kam ihm die Idee eines Dokumentarfilms.

Clemens Reinders kaufte Filmmaterial für 6000 DM

Heutzutage kann jeder mit seinem Smartphone tolle Aufnahmen machen, vor 35 Jahren war das nicht so, selbst das Medium Video steckte noch in den Kinderschuhen. „Ich musste erst einmal teures Filmmaterial beschaffen, zwei Stunden Filmmaterial kosteten damals 6000 DM“, erklärte der Filmemacher.

Viele ehemalige Lehrer und Schüler aus Aspel waren im Publikum vertreten. Der damalige Schulleiter Werner Kusenberg wurde zum Gespräch hinzugebeten. Er erinnerte sich lebhaft an die Zeiten im Haus Aspel.

Das Gymnasium Aspel hätte schon 1984 umziehen können

Trotz aller Nostalgie gab es in Aspel einige Einschränkungen in Punkten der Sicherheit und auch Komfort, beispielsweise im Winter mit einer schlecht funktionierenden Heizungsanlage. Zudem mussten zuerst sechs Schulklassen an die Sahlerstraße in Rees ausgelagert werden. Trotzdem hat Werner Kusenberg den Umzug ins Reeser Schulzentrum später bereut: „Ich verrate hier ein Geheimnis, ich habe den Umzug um zwei Jahre verzögert, wir hätten schon 1984 umziehen können, denn wir wollten eigentlich dort nicht weg.“

Parallel zum Filmabend läuft zurzeit auch eine Fotoausstellung von Ressa zum Thema Aspel. Der Fotograf Armin Fischer hatte 1984 für seine Examensarbeit das Leben des Klosters sowie des Gymnasiums in hunderten Fotos festgehalten. Auch Fischer erzählte über seine Zeit im Kloster und die Begegnungen mit den Schwestern des Ordens. Die Ausstellung im Koenraad-Bosman-Museum konnte, im Anschluss an die Gesprächsrunde, im Rahmen einer „Nachtöffnung“ besichtigt werden.

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