Sport- und Freizeit Center

Rees: Vor 40 Jahren übernahm Kullmann das Freizeit Center

Der junge Nico Hülkenberg im Jahr 2006 gemeinsam mit Volker Kullmann.

Der junge Nico Hülkenberg im Jahr 2006 gemeinsam mit Volker Kullmann.

Foto: SCHUSTER, Dirk / NRZ

Rees.  Die geplante Festwoche fällt Corona bedingt aus. Doch Volker Kullmann nimmt das Jubiläum zum Anlass, sich bei Gästen und Freunden zu bedanken.

Es sollte eine ganz besondere Woche für Volker Kullmann werden. Eine Festwoche im Sport- und Freizeit Center Rees . Denn vor genau 40 Jahren kam Volker Kullmann mit seiner Frau Anneli und der neugeborenen Tochter Bianca nach Rees, um die Geschäftsleitung des Sportcenters am Groiner Kirchweg zu übernehmen.

„Nun ist es leider das traurigste Jahr meines Lebens“, sagt Volker Kullmann aus dem Bocholter Krankenhaus am Samstag am Telefon. Damit meint er nicht nur die monatelange, coronabedingte Schließung seines Betriebs, sondern auch seine schwere Erkrankung. „Ich hatte wunderbare Jahre hier in Rees. Ich möchte mich bei allen noch einmal aus vollem Herzen bedanken.“

Ganz vorne steht die Familie

In diesen Tagen läuft noch einmal sein Leben vor ihm ab. Ganz vorne steht seine Familie, „ich bin so stolz auf sie, ich kann mich immer auf sie verlassen. Sie gibt mir alles und hat auch in schweren Zeiten zu mir gestanden.“ Aus seinen Gästen wurden feste Freunde, die ihm über die Jahrzehnte die Treue gehalten haben.

Bei ihm werden Familienfeste gefeiert, Vereine haben hier ihr Zuhause, Tennisspieler, Soccer, Kegler und Bowlingspieler gehen ein und aus. Und immer waren es die coolen Sprüche des Ruhrpottlers Volker und die herzliche Zuwendung von Anneli Kullmann, die persönliche Ansprache und das fantastische Essen, die das Sport- und Freizeit Center über vier Jahrzehnte zu einer Institution in Rees gemacht haben, die kreisweit ihresgleichen sucht.

In großen Häusern gearbeitet

Volker Kullmann hat, bevor er nach Rees kam, in großen Häusern gearbeitet. In der Villa Hügel in Essen bei Krupp hat er 1961 seine Kochlehre begonnen. Unvergessen ist für ihn das 150-jährigen Jubiläum von Krupp mit 2500 Gästen, darunter Bundespräsident Theodor Heuss. Er kochte als junger Mann nicht nur für große Politiker, auch für Schauspieler, Stars und Sternchen. Aber auch in Rees hat er Prominenz begrüßt, etwa die damalige Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks.

Als Vorstandsmitglied der Dehoga hat er jetzt noch als Ehrenmitglied für seine Branche gekämpft.„Kämpfen – das kann ich heute nicht mehr“, sagt Volker Kullmann. „Aber zurückblicken auf all‘ die Menschen, die mich immer unterstützt haben. Angefangen bei dem damaligen Bürgermeister Willi Buckermann und Stadtdirektor Gerd Klinkhammer, der mich damals, als das Bürgerhaus eröffnet wurde, bat, für eine gewisse Zeit die Leitung der Gastronomie zu übernehmen.“ Was für ihn eine Ehre war.

Dank an die Bürgermeister und den Kämmerer

Und weiter denkt er an die beiden Bürgermeister „Dr. Bruno Ketteler und Christoph Gerwers, die immer für mich ein offenes Ohr hatten und mir zur Seite standen. Und nicht zu vergessen unser Kämmerer, ganz wichtig: Andreas Mai.“ Gemeinsam mit den Stadtoberhäuptern und Sportvereinen initiierte Volker Kullmann unvergessene Veranstaltungen.

Bei Volker Kullmann ging immer die Post ab. So war es auch seinerzeit für die NRZ-Sportredaktion ein großes Vergnügen, zur Kürung des Sportlers des Monats bei Volker Kullmann zusammen zu kommen. Die Volksbank stiftete 100 Euro, Volker Kullmann das Essen. So wurde beispielsweise am 1. März 2006 Nico Hülkenberg als der Sportler des Monats im Sportcenter ausgezeichnet. Heute ist das Foto mit dem jungen Hülkenberg fast schon historisch. Nur als ein Taubenzüchter zum Sportler des Monats gekürt werden wollte, winkten Sportredakteur und Volker Kullmann lachend ab.

In der schweren Zeit zusammengehalten

Sein Lebensmut und der Rückhalt in der Familie stehen ihm in dieser schweren Zeit helfend zur Seite. Und die Gewissheit, dass alle seine Freunde fest an ihn denken und sein Lebenswerk im Sport- und Freizeit Center nicht nur zu würdigen wissen, sondern diesem auch die Treue halten. Nur den Sekt auf das Jubiläum muss jeder für sich alleine trinken.

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