Kirche

Rees: Zwei Neue verstärken das Seelsorgeteam Rees

Der Priester Ben Onwubiko und die Pastoralreferentin Christine Pohl freuen sich über ihre neuen Ämter.

Der Priester Ben Onwubiko und die Pastoralreferentin Christine Pohl freuen sich über ihre neuen Ämter.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Rees.  Priester Ben Onwubiko und Pastoralreferentin Christine Pohl sind neu im Seelsorgeteam in Rees. Sie freuen sich auf ihre Arbeit mit den Menschen.

Bei seinem ersten Besuch hat sich Pfarrer Ben Onwubiko direkt in Rees verliebt. „Jetzt muss ich nicht mehr weiter suchen, hier bleibe ich“, sagte er zu sich selbst. Und so trat er Anfang September die Stelle im Seelsorgeteam in Rees an, als Nachfolger von Pater Raja Kumar.

Onwubiko wuchs im nigerianischen Biafra auf, studierte am Priesterseminar und wurde 1994 zum Priester geweiht. Nach zehn Jahren aber entschied er sich, nach Deutschland zu gehen. Er wollte promovieren, darüber hinaus auch missionarisch tätig werden. Am Goethe Institut besuchte er vorab einen Sprachkurs, bereitete sich so zumindest sprachlich auf den großen Schritt vor.

Kleiner Kulturschock

Einen kleinen Kulturschock erlebte Onwubiko dennoch, als er im Jahr 2006 nach Münster kam. „Vor allem beim Essen“, sagt er und lacht. Schnell aber lebte er sich ein, besuchte Sprachkurse und ging anschließend für seine Promotion zum Thema Menschenwürde nach München. „In NRW hatte ich aber meine zweite Heimat gefunden“, erzählt er. Und so kehrte er zurück, erst ins Bistum Köln und dann ins Bistum Münster.

„Ich bin ein Dorfkind“, beschreibt Onwubiko sich selbst. Rees sei deshalb für ihn perfekt und endlich hat er hier auch eine Wohnung gefunden. Die wird zwar zurzeit noch renoviert, doch das findet er nicht weiter schlimm. Denn in seiner Ferienwohnung fühlt er sich auch ziemlich wohl, wie er sagt: „Die Wohnung liegt direkt am Rhein und ich kann die Schiffe beobachten.“

Herzlicher Applaus für die Neuen

Ein richtig guter Start also für den neuen Pfarrer, der sich in einer gut besuchten Messe der Gemeinde erstmals vorstellte. Gemeinsam mit der ebenfalls neuen Pastoralreferentin Christine Pohl, die seit Anfang August Mitglied des Seelsorgeteams in Rees ist. „Es gab einen herzlich warmen Applaus schon zu Beginn“, erzählt sie. „Man hat gemerkt, dass die Menschen es toll finden, dass wir da sind.“

Dabei ist Pohl selbst erst über Umwege zu ihrem neuen Job gekommen. Die gelernte Steuerfachangestellte war schon immer ehrenamtlich in der Kirche tätig, doch erst vor fünf Jahren entschied sie sich zur Ausbildung zur Pastoralreferentin. 2016 wurde sie Pastoralassistentin in Stadtlohn, parallel studierte sie an der Fernuni Würzburg Theologie.

Zurück an den Niederrhein

„Mir war aber immer klar, dass ich zurück an den Niederrhein möchte“, sagt Pohl. Das Bistum Münster unterstützte ihren Wunsch und so ist die 40-Jährige froh, nun in Rees arbeiten zu dürfen. Ein Herzenswunsch hat sich für sie bereits in der Anfangszeit erfüllt, als sie die Verantwortung für die Erstkommunion übernehmen konnte. „Mit Kindern arbeite ich total gerne.“ Deshalb kann sie sich auch vorstellen, später im Kindergarten als Seelsorgerin zu arbeiten.

„Ich habe bereits das Gefühl, angekommen zu sein“, sagt Pohl. Das ist nicht gerade selbstverständlich in einer Zeit, in der Gottesdienste lange gar nicht und nun nur unter Hygieneschutzmaßnahmen stattfinden können. Doch Corona kann auch eine Chance für die Kirche sein, sind sich die beiden Neuen sicher. Gottesdienste über Live-Stream ist nur eine Idee von vielen, die in dieser Zeit aufgekommen sind. Doch eines ist ihnen auch bewusst. „Vielen hat die Gemeinschaft gefehlt“, sagt Pohl. „Da können wir als Kirche punkten.“

[In unserem lokalen Newsletter berichten wir jeden Abend aus Emmerich, Rees und Isselburg. Den E-Mail-Newsletter können Sie hier kostenlos bestellen.]

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben