Fitness

Reeser haben sich vorgenommen, etwas für ihre Fitness zu tun

Ralf Goertz trainiert seit drei Jahren. Zunächst wollte er abnehmen. Das ist längst geschafft. Er kommt aber weiter zum Training, weil er aufmerksamer ist, besser schläft und länger wach bleiben kann.

Ralf Goertz trainiert seit drei Jahren. Zunächst wollte er abnehmen. Das ist längst geschafft. Er kommt aber weiter zum Training, weil er aufmerksamer ist, besser schläft und länger wach bleiben kann.

Foto: Erwin Pottgiesser

Rees.   Doch wie steht es mit dem Durchhalten? Die NRZ sprach darüber mit Trainierenden und der Geschäftsführerin des Flexxpoints in Rees.

Oft sind es die kleinen Dinge, die letztlich die Veränderung einleiten. „Wenn man außer Atem ist, nachdem man den Wäschekorb die Treppe rauf geschleppt hat oder der noch recht junge Großvater plötzlich Mühe hat, seine kleinen Enkel einzuholen“, weiß Annegret Flür, Fitnesstrainerin und Geschäftsführerin beim Fitnessstudio Flexxpoint. Derzeit gehen hier in Rees wie überall in den Fitnessstudios im Land die Anmeldezahlen wieder in die Höhe, nachdem viele Menschen mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet sind. Doch wie lange halten die Vorsätze, sich mehr zu bewegen, sich zu ertüchtigen, um abzunehmen und um allgemein fitter zu werden?

„Na, ich hoffe mal, sehr lange“, sagt Johannes Erkens und lacht. Seit Anfang dieses Monats kommt der Rentner ins Fitnessstudio und strampelt gerade auf dem Fahrradergometer. Vor zwei, drei Jahren war er schon mal hier. „Irgendwann hab’ ich es aber gelassen. Job und regelmäßiges Training waren halt schwer zu vereinbaren“, sagt der ehemalige Geschäftsführer der Raiffeisen Niederrhein GmbH. Jetzt ist er seit ein paar Monaten in Rente, hat wieder mit dem Ausdauertraining begonnen. „Und fühle mich jetzt schon ein bisschen frischer“, sagt der 66-Jährige.

Aufrechter Gang

„Spätestens nach den ersten vier Wochen spürt man die Veränderungen“, bestätigt Annegret Flür. Man werde durch das Training einfach wieder sensibler für seinen eigenen Körper. Nicht selten würden weitere vier Wochen später Trainierende von Freunden oder Familienangehörigen angesprochen, weil sie eine andere Haltung, einen aufrechteren Gang hätten. „Und wenn dann noch die Kilos purzeln, steigt die Motivation wieder“, weiß sie. Doch der eigene Schweinehund, alles hinzuwerfen, der lauere immer und überall. „Ganz ohne eine gewisse Portion Disziplin geht es nicht“, sagt sie.

Auch Radmila Tahirovic hat sich vorgenommen, im neuen Jahr durchzustarten. In der vergangenen Woche war sie erstmals im am Melatenweg, um die Muskeln zu stählen für mehr Kraft und Ausdauer. „Ich hatte nach dem Training nur ein leichtes Ziehen in Oberarmen, Bauch und Beinen“, freut sie sich. Aber heute fühlt sie sich nach zwei Stunden schon „ziemlich kaputt“. Doch die Mutter und Hausfrau will auf jeden Fall weitermachen, an alte Zeiten anknüpfen, als sie als Schülerin in Kroatien noch bei Turnieren in vielen verschiedenen Sportarten zu den Besten gehörte. „Ich will einfach fitter werden“, hat sich die 47-jährige Reeserin vorgenommen.

Lob für Erfolge

„Wir versuchen, die Trainierenden immer und immer wieder zu motivieren“, sagt Annegret Flür. Auch für kleine Erfolge gebe es Lob. Vor allem in der ersten Zeit sei die Betreuung durch die Trainer besonders intensiv. Wie versuchen den Wunsch, egal ob man abnehmen oder einfach gesünder leben will, zu festigen. 18 Prozent melden sich nach gewisser Zeit wieder ab. „Ein guter Wert“, sagt Annegret Flür. Durchschnittlich liege die Abbrecherquote zwischen 20 und 30 Prozent.

Einer der durchgehalten hat ist Ralf Goertz. Der Reeser kam vor drei Jahren mit dem Wunsch zum Training, sein Gewicht zu reduzieren. 25 Kilo hat er geschafft, natürlich auch parallel seine Ernährung umgestellt. Er denkt trotz erreichten Ziels gar nicht daran, mit dem Training an Brustpresse & Co. aufzuhören. Denn er hat gespürt, dass viele alltägliche Dinge ihm heute leichter fallen.


Das Training an Brustpresse & Co. macht er weiter. „Ich fühle mich fitter, wohler in meiner Haut“, sagt Ralf Goertz. Der Schichtarbeiter hat sich früher häufiger mal mittags hingelegt. „Jetzt bin ich wacher“, sagt er. „Wenn ich für die Arbeit um halb vier aufstehen muss, dann kann trotzdem bis acht, neun Uhr aufbleiben“, sagt der 49-Jährige. Kommt seit Trainingsbeginn ganz ohne Mittagsschlaf. aus.

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