Juniorwahl

Reeser Realschüler wählen wie die Großen

Aufmerksam passten die Wahlhelfer auf, dass sich jeder an die Regeln hält.

Aufmerksam passten die Wahlhelfer auf, dass sich jeder an die Regeln hält.

Foto: Konrad Flintrop

Rees.   Ein Sowi-Kurs der Realschule Rees rief zu einer Bundestagswahl der Neunt- und Zehntklässler auf. Der fiktive Gang zu Wahlurne kam gut an.

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Wie sähe wohl die neue Regierung aus, wenn Jugendliche schon mit 16 wählen dürften? Das wollte jetzt ein Sowi-Kurs der Realschule Rees herausfinden und rief zur Bundestagswahl der Neunt- und Zehntklässler auf. Als Grundlage diente das Projekt Juniorwahl, das 1999 ins Leben gerufen wurde und seitdem Materialien für die Wahl der Schüler herausgibt.

Jeder hat eine wichtige Rolle

Schon vor den Sommerferien bereiteten die Schüler alles für den großen Wahltag vor. Sie verschickten Wahlbenachrichtigungen, bestimmten Öffentlichkeitsbeauftragte und ein Videoteam und legten Wahlhelfer fest.

Am Donnerstag stand dann endlich der Wahltag bevor. Gegen Mittag warteten die beiden Öffentlichkeitsbeauftragten Henry Fidorra und Florian Klatt bereits auf die Presse. Die Zehntklässler kümmerten sich um die Kommunikation mit den Medien und unterstützten das Videoteam dabei, genügend Material für Youtube, Instagram und Co. zu bekommen.

Doch nicht nur auf ihren Tag als Öffentlichkeitsbeauftragte waren sie gespannt. Vor allem den Gang zur Wahlurne beobachteten sie genaustens, denn erstmals hatten sie sich ausführlich mit einer Wahl auseinandergesetzt. „Ich finde das Projekt gut. Es hat mein Interesse geweckt und ich konnte meine Eltern davon überzeugen, dass sie in diesem Jahr wählen gehen“, berichtete Fidorra, während sein Kollege sich um das Kamerateam kümmerte.

Mit ihren Eltern darüber gesprochen

Auch ihre Lehrerin Andrea Müntjes zeigte sich zufrieden. „Die Politik ist für die Schüler oft noch weit weg. Ich glaube aber, dass viele Schüler mit ihren Eltern darüber gesprochen haben.“

Wie professionell alles abläuft, erklärte sie anhand einer Wahlbenachrichtigung, die ihr eine der Schülerinnen reichte. Nur beim Vorlegen des Scheins und des Personalausweises waren die knapp 240 Schüler zur Wahl zugelassen. Gewählt werden konnten die Parteien und Kandidaten, die morgen auch zur Wahl stehen.

Wer am Ende aber das Rennen machte, sollten nur zwei Schüler und Müntjes erfahren, denn nach Ende des Wahltages gingen die Zahlen nach Berlin, wo sie morgen gegen 18 Uhr zusammen mit den Ergebnissen der anderen Schulen aus ganz Deutschland veröffentlicht werden sollen.

Interessen der Jugend vertreten

Dass ihre Meinung und Wahlbeteiligung in Zukunft immer wichtiger sein dürfte, wissen die Schüler, denn die über 60-Jährigen machen 2017 erstmals den größten Teil der Wähler aus. Deshalb wünschen sie sich auch, dass Themen wie Internet und Bildung ganz oben auf der Agenda der Parteien stehen.

Für Organisator Hendrik Lesaar ist es zum Beispiel wichtig, „dass die Jugend von A nach B kommt.“ Dafür müsste man jedoch zur Wahlurne gehen: „Man kann sich sonst nicht politisch organisieren.“ Dieser Meinung ist auch Eric Friess, der als Wahlhelfer oft Diskussionen über die Wahlen seiner Mitschüler mitbekam. Er glaubt, dass das Projekt gut ist. Und weiß: „Mit 16 Jahren ist man im richtigen Alter, um sowas selbst zu entscheiden.

Die Ergebnisse der Juniorwahl gibt es am Sonntagabend ab 18 Uhr unter www.juniorwahl.de.

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