Festival

Rock over Kiebitzsee in Elten erlebt großartiges Comeback

Unter freiem Himmel am See die Hüften kreisen lassen: das war beim Rock over Kiebitzsee gut machtbar.

Unter freiem Himmel am See die Hüften kreisen lassen: das war beim Rock over Kiebitzsee gut machtbar.

Foto: Klaus-Dieter Stade

Elten.   Rund 300 Gäste am Freitag, gar 500 am Samstag: Das Rock over Kiebitzsee erlebt eine gelungene Wiederbelebung. Was die Erfolgsfaktoren waren.

„Das Festival Rock over Kiebitzsee muss aus Sicherheitsgründen abgesagt werden“. Das hörte Erwin Pelser, der Chef-Organisator des Festivals, im Radio am Freitagmittag während einer Autofahrt. Von einer Absage wusste er selbst noch nichts.

Klar war lediglich, dass etwa 100 fehlende Bauzaun-Elementer her mussten. Er war gerade dabei das alles zu organisieren. Im Zeitalter des Handys konnte er schnell viele Leute

mobil machen. Ohne Bauzaun hätten Unberechtigte auf das Festivalgelände gekonnt, aus diesem Grund hatte das Ordnungsamt am Morgen die Durchführung zunächst untersagt.

Was für ein logistischer Kraftakt, den Erwin Pelser, Fabian Wehren und die anderen ehrenamtlichen Helfer da leisten mussten. Pünktlich um 16 Uhr war alles fertig. Um 17.20 Uhr kam die Stadt zur Kontrolle und um 18 Uhr spielte die erste Band. Die Belohnung: 300 Gäste kamen am Freitagabend.

Feuerkunst auf dem See

Musikalische Themen an dem Abend: Rockabilly und Rock’n’Roll. Die Bands Cuanderos, Cat Mobile und die Hot Rock Devils stellten sich prima aufeinander ein und stimmten sogar die Musik miteinander ab. Um 22 Uhr, wurde wie abgesprochen, aus dem Rockfestival ein Flüsterfestival. Dann wurde nur noch zu leiser Musik gequatscht und gelacht.

Dieses Festival

entwickelt sich immer mehr zu einem zentralen Treffpunkt für alle Generationen. Alte Freunde trafen und verabredeten sich dort.

Als die NRZ am Samstag vor Ort war, strömten die ersten Gäste zu dem malerischen Austragungsort. Auch Großeltern mit ihren Enkeln. Ein fröhliches Wiedersehen mit toller „Mucke“ als Untermalung. Was bitte will ein Herz mehr? Petrus muss einfach ein Rocker sein, denn das Wetter spielte wunderbar mit. Es war nicht zu heiß, denn dann kommen die Gäste nicht und der Regen stellte sich auch nicht ein.

Dann legten die Bands los. Trible Voice, Pale Project, Dauerbrenner, Bernd-Schmidt-Band und The Herbpirates zeugten von der geschickten

Band-Auswahl der Organisatoren. Allesamt unglaublich gute Livebands, die genau wissen, was das Publikum liebt.

Idyllisch dazu: Der Marktplatz in der Mitte der Zeltstadt. Hier kam der Wohlfühlfaktor noch einmal richtig zur Geltung. Nach drei Jahren Verschnaufpause hat Pelser mal wieder den richtigen Riecher gehabt. Als krönenden Abschluss gab der Feuerkünstler Arnoudt aus den Niederlanden mitten auf dem See, auf einer Plattform, seine Kunst zum Besten. Was für eine Kulisse. Der stille See und dann dieses Feuer.

Unglaubliche Eindrücke, die da auf die rund 500 Gäste einprasselten…und das alles kostenlos. Die Besucher brauchen keinen Eintritt zu zahlen. Fabian Wehren betont nochmal, wie

wichtig dieses Festival für Elten ist Er will, dass der Ort sehen lässt, dass außer dem großen Schützenfest, dem tollem Weihnachtsmarkt, dem Musikverein und den Kneipp-Aktivitäten, noch andere, kulturelle Veranstaltungen laufen, die vielleicht auch die breite, junge Generation ansprechen. Elten hat Kultur.

„With a Little Help from my Friends”. Diesen alten Beatles-Song hätten Erwin Pelser und Fabian Wehren intonieren können. Denn ohne die Hilfe der Bürgerinitiative Rettet den Eltenberg und ohne die Hilfe der vielen Freunde und bekannten Firmen, hätte dieses Festival nicht stattfinden können.

Dieses Festival ist nicht kommerziell. Nach Abzug aller Kosten, etwa für die Bands, die übrigens keine Fahrtkosten verlangt haben, geht das Geld an den sozialen Verein Bildung für Gambia. Chapeau!

>> Klartext: Sicherheit ist heute anders als früher

Was war in der Kommunikation zwischen Ordnungsamt und Festivalorganisatoren schief gegangen? Ohne Bauzaun kein Festival! Das war für das Ordnungsamt klar. Aber es war nicht zu Erwin Pelser und Co.

durchgedrungen, dass eine erneute Abnahme des Geländes stattfinden muss. Zum Glück konnte man noch alles regeln. Es wäre ein Jammer gewesen, hätte das Event nicht stattgefunden. Die Resonanz zeigt, dass Elten dem Rock over immer noch verbunden ist. Für die Zukunft wissen die Organisatoren nun, dass heutzutage sicherheitstechnisch andere Winde wehen als noch vor Jahren. Das ist der Zeitgeist. Kein Vorwurf an die Stadt, dass sie hier streng sein musste.

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