Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeiterin arbeitet an vier Reeser Grundschulen

Die neue Schulsozialarbeiterin Annette Janßen (links) und Schulleiterin Karin Winkels-Brinkmann erzählen von ihrer Arbeit.

Die neue Schulsozialarbeiterin Annette Janßen (links) und Schulleiterin Karin Winkels-Brinkmann erzählen von ihrer Arbeit.

Foto: Konrad Flintrop

Rees.   Wenn Sorgen die Aufmerksamkeit in der Schule überlagern, kann für das Kind ein Gespräch mit Schulsozialarbeiterin Annette Janßen hilfreich sein.

Es war ein großes Anliegen der Reeser Grundschulleiterinnen, Unterstützung an ihren Schulen durch eine Schulsozialarbeiterin zu erhalten. Seit September vergangenen Jahres ist die Diplom- Sozialpädagogin und Systemische Beraterin Annette Janßen an die Schulen in Rees, Haldern, Millingen und Mehr im Einsatz. Zuvor war die 47-Jährige in unterschiedlichen Bereichen der Jugendhilfe tätig, viele Jahre in Köln, zuletzt in Kleve.

In den vergangenen Monaten war es wichtig für sie, Präsenz an den Schulen zu zeigen, sich bekannt zu machen, bei Schülern ebenso wie bei Eltern, aber auch für eine gute Vernetzung zu sorgen, mit den lokalen Jugendhäusern, der Familienberatung, dem Arbeitskreis Jugendschutz, der Schuldner- und Kurberatung, denn überall gibt es Ansprechpartner, die in kritischen Situationen zu kontaktieren nötig ist.

Denn es zeigt sich im Schulalltag, dass es nicht immer die wilden, lauten Störer sind, die Unterstützung brauchen, oftmals sind es die ruhigen, traurigen Kinder, die sich nicht konzentrieren können, weil eine Situation in der Familie sie bedrückt, weil Sorgen ihre Aufmerksamkeit überlagern.

Datenschutz ist manchmal ein Hemmnis

Wenn beispielsweise die Mutter schwer krank im Krankenhaus liegt und das Kind Angst hat, dass sie nicht wieder gesund wird. Oftmals fressen Kinder diese Ängste in sich hinein, anstelle sich ihre Not von der Seele zu reden.

Doch der Datenschutz ist in manchen Situationen ein Hemmnis, wenn nämlich keine Schweigepflichtentbindungserklärung der Eltern vorliegt, darf die Schulsozialarbeiterin bei den Grundschülern gar nicht tätig werden. „Diese Entbindungsbescheinigung ist personengebunden, so dass wir für Frau Janßen neue Bescheinigungen von den Eltern benötigen. Das werden wir jetzt mit den neuen Schulanmeldungen einholen“, erläutert Karin Winkels-Brinkmann, Schulleiterin in Rees.

Nur bei Kindswohlgefährdung keine Schweigepflicht

Der Austausch, das Gespräch zwischen Eltern, Kindern und Schulsozialarbeiterin, bleibt im Raum und wird nicht an Lehrer oder die Schulleitung weitergegeben. Es sei denn, es handelt sich um eine Kindeswohlgefährdung nach § 8a. „Ansonsten unterliegt die Schulsozialarbeit der gesetzlichen Schweigepflicht.

Die Inhalte der Beratungen oder Fragen werden nur mit dem Einverständnis der Eltern anderen Personen oder Institutionen zugänglich gemacht“, betont Annette Janßen. „Ich biete Schülern und Eltern mit Belastungssituationen, wenn diese beim Kind zu Verhaltensveränderungen oder schulischen Problemen führen, Unterstützung“, erklärt Annette Janßen.

Auch Lehrkräfte beraten

Aber natürlich steht sie auch Lehrkräften beratend zur Seite. „Sie sind die Pädagogen, ich berate die Schüler, beziehungsweise ihre Eltern eher lebenspraktisch und vermittele bei Bedarf Kontakte zu Behörden, Ärzten, Beratungsstellen. Nicht immer kann ich Lösungen bieten, dafür aber mein Ohr.“

„Wichtig ist dabei, dass uns die Einverständniserklärungen der Eltern vorliegen, damit man sie nicht erst einholen muss, wenn das Kind Probleme hat und die Schulsozialarbeiterin ansprechen möchte“, macht Schulleiterin Karin Winkels-Brinkmann aufmerksam. Doch je bekannter Annette Janßen an den Schulen wird, um so leichter wird sie den Zugang zu Eltern und Kindern finden.

>> AN ALLEN VIER STANDORTEN TÄTIG

Die Stelle der Schulsozialarbeiterin in Rees wird durch die XII-Apostel-Stiftung und weiteren kirchlichen Stiftungen der Kirchengemeinde St. Irmgardis Rees über fünf Jahre finanziert. Angestellt ist Annette Janßen beim Caritasverband Kleve.

Annette Janßen ist an den Grundschulen in Rees montags und donnerstags, dienstags in Mehr, mittwochs in Haldern und freitags in Millingen tätig. Sie steht Kindern und deren Eltern als Ansprechpartnerin bei Problemen im Schulalltag zur Seite.

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