Realschul-Debatte

SPD-Fraktion sagt Nein zur neuen Realschule für Emmerich

Andrea Schaffeld, Lisa Braun, Ralf Deller, Anni Armasow und Daniel Klösters von der SPD diskutieren über die Schullandschaft in Emmerich. Die Fraktion spricht sich eindeutig gegen eine neue Realschule in Emmerich aus.

Andrea Schaffeld, Lisa Braun, Ralf Deller, Anni Armasow und Daniel Klösters von der SPD diskutieren über die Schullandschaft in Emmerich. Die Fraktion spricht sich eindeutig gegen eine neue Realschule in Emmerich aus.

Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich.  Die SPD-Fraktion Emmerich spricht sich eindeutig gegen eine neue Realschule in Emmerich aus. Diese würde die Schullandschaft komplett gefährden.

Der Bürgermeister und die Verwaltung haben ihren Unmut über die durch die Bürgerinitiative (BI) Freunde der Realschule initiierte Debatte über eine neue kleine Realschule bereits bekundet. Nun bezieht auch die Emmericher SPD-Fraktion klar Stellung gegen jegliche Gedankenspiele um eine neue Schule.

Bereits 2017 hatte die BI für den Erhalt einer Realschule in Emmerich gekämpft. Bereits damals „haben wir viel dafür getan, dass es einen einheitlichen Beschluss aus der Politik gab“, erinnert Andrea Schaffeld, Fraktionschefin. Das Fazit aller fachlichen Stellungnahmen lautete: Emmerich braucht Planungssicherheit für alle Schulen. „Es muss befürchtet werden, dass eine weitere Schule in der Sek. I diese Bildungslandschaft aus dem Gleichgewicht und somit unnötig in Gefahr bringt“, hatte das Büro Komplan in der Schulentwicklunsplanung damals verlauten lassen.

Bezirksregierung war schon 2017 skeptisch

Die Bezirksregierung habe 2017 den Plänen schon äußerst kritisch gegenüber gestanden, ergänzt Parteikollegin Anni Armasow: „Jetzt wird da so reingegrätscht“, wundert sich die Pädagogin. Die BI behaupte, sie sei nicht gegen die Gesamtschule, fordere aber vehement die Realschule: „Das schließt sich aus!“, so Armsow.

Ferner könne es so etwas wie eine kleine Realschule gar nicht geben, meint Armasow aus pädagogischer Sicht: „Was soll das für eine Vielfalt sein? Wo wird differenziert? Eine Realschule muss mindestens vierzügig sein.“ Zudem, so Schaffeld, deutete der steigende Ganztagsbedarf in den Grundschulen nicht darauf hin, dass eine Halbtags-Realschule den Zahn der Zeit treffe.

Verwaltung soll Eltern das Schmuckstück an der Paaltjessteege zeigen

Auch die SPD greift die Falschinformationen auf, die die BI verbreitet hatte bezüglich vorhandener, nutzbarer Räume, der Zügigkeit der Gesamtschule und der abwandernden Schüler aus Emmerich: „Mit diesen Meldungen macht man eine Menge kaputt“, sagt Ratsmitglied Lisa Braun. Die Schullandschaft brauche Sicherheiten, eine Weiterentwicklung der Schullandschaft ohne Polemik, keine Selektion bis hin zu einer Resteschule. Diese Unruhe mache es Emmerich in der aktuellen Situation des Lehrermangels noch schwerer, neue Pädagogen zu locken.

„Wir haben viel Geld in den Gesamtschulausbau gesteckt“, sagt Braun. Sie sei mit modernsten Medien ausgestattet. Deshalb fordert die SPD-Fraktion: „Die Verwaltung soll den Eltern noch vor der Sommerpause die Chance geben, sich das sanierte Gebäude an der Paaltjessteege anzusehen. Das ist richtig gut geworden“, sagt Andrea Schaffeld.

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