Straßenplanung

Stadt Rees begrüßt verkehrliche Entspannung in Millingen

So sieht die Planung für die Ortsumgehung im

Foto: Strede, Elke

So sieht die Planung für die Ortsumgehung im Foto: Strede, Elke

Rees.   Der Bauausschuss berät erneut über den Neubau der L 458. Die beiden geplanten Kreisverkehre sollen mit Kunst aufgewertet werden.

In der heutigen Bauausschusssitzung geht es auch um die Planung für den Neubau der L 458 N im Zuge der Beseitigung des Bahnübergangs Anholter Straße in Millingen. Die Pläne werden seitens der Stadt „ausdrücklich begrüßt“. Die Straßenplanung bewirke, so heißt es, für Millingen eine erhebliche Verbesserung, da der Durchfahrtsverkehr-, insbesondere der Schwerlastverkehr sich nicht mehr durch die enge Ortslage bewegen müsse, sondern außerhalb geführt werde.

Wie bekannt beginnt die Umfahrung westlich von Millingen am Knotenpunkt Millinger-/Bruchstraße mit einem Kreisel. Von dort führt die Trasse mit einem Bauwerk über Bahn und Landwehr und endet mit einem zweiten Kreisel an der Anholter Straße/Jülkesweg/Schaffeld.

Geordnetes Parken

Haupt- und Anholter Straße werden in der Ortslage zur Gemeindestraße abgestuft. Die Abstufung der Hauptstraße, so die Verwaltung, berge Planungspotenzial, den Ortskern attraktiver zu machen. Konkret: Der Fahrbahnraum könnte für geordnetes Parken umgestaltet und insgesamt attraktiver gestaltet werden. Falls dies umgesetzt wird, möchte die Stadt Rees mit dem Straßenbaulastträger eine Regelung über eine finanzielle Ablösung für die Teerpechbelastung in der heutigen Landesstraße sicherstellen. Hintergrund: Ist die Straße künftig eine Gemeindestraße, wären Umgestaltungen nach dem KAG abzurechnen mit der Folge, dass die Beseitigung der Schadstoffbelastung bei einer Fahrbahnerneuerung alleine seitens der Stadt zu zahlen wäre.

Hinsichtlich der Einbindung der neuen Trasse in die Landschaft und in den Ortsteil hält die Stadt es für sinnvoll, die beiden neuen Kreisverkehre jeweils umlaufend mit Bäumen einzufassen, zumal die Kopfeschen entlang der heutigen Schützenwiese für den Kreisel und die neue Straßenführung weichen müssen. Die Stadt will diesbezüglich Kontakt mit den ortsansässigen Vereinen aufnehmen. Am Kreisverkehr Anholter Straße sollte für eine bessere Einbindung in den Ortsteil möglichst die östliche und nördliche Seite zum Kreisel hin mit Einzelbäumen bestückt werden.

Unterhaltung geht auf die Stadt über

Die Stadt Rees hat zudem hohes Interesse daran, den inneren Bereich der beiden neuen Kreisverkehre mit Kunst und einer indirekten Beleuchtung auszustatten. Die Stadt möchte daher eine entsprechende Vereinbarung mit dem Landesbetrieb Straßen in Hinblick auf die Pflege, Unterhaltung etc. abschließen, um ihr Vorhaben, das gesamte Stadtgebiet mit weiterer „Kunst im öffentlichen Raum“ aufzuwerten, vorantreiben zu können.

Zu den Kosten: Die Stadt wird nach Fertigstellung Baulastträger und damit kostenmäßig verantwortlich für Bruchstraße, Teilstücke der Anholter- sowie der Hauptstraße und der Rampen des Tragbauwerks Anholter Straße. Mit Übertragung der Bauwerke sowie der Abstufung der Straßen zu Gemeindestraßen fließen 3,081 Mio. Euro an die Stadt, was einer 100-prozentigen Finanzierung gleichkommt. Aber: Danach geht die Unterhaltung auf die Stadt über. Die jährlichen Kosten dafür können derzeit noch nicht abgeschätzt werden.

Bürger können noch Stellung beziehen

Die neue Landesstraße soll eine Breite von elf Metern bekommen, die Geschwindigkeit auf 90 km/h begrenzt werden. Die Straße wird mit jeweils einer Spur je Fahrtrichtung hergestellt. In dem Abschnitt vom neuen Kreisverkehr an der Millinger Straße bis zum geplanten Straßenast der neu geführten Bruchstraße wird an der neuen Landesstraße auf Wunsch der Stadt Rees ein einseitiger Radweg errichtet.

Dieser Radweg wird beidseitig bis hinter die Einmündung geführt, ab der Bruchstraße wird der Radfahrer auf die Fahrbahn geführt. Der neue Ast der Bruchstraße abgehend von der neuen Landesstraße ist mit einer Breite von 6 m geplant und verbindet sich parallel zur Bahn mit dem heutigen Wirtschaftsweg. An den Kreisverkehren werden jeweils rundherum ein separater Radweg von 2,50 m Breite sowie entsprechende Überwege in den Kreisverkehrsästen eingeplant.

Die neuen Kreisel sind mit einem Außendurchmesser von 40 m geplant bei jeweiligen Fahrbahnbreiten von 7 m. Über den Kreisel Ost können auch Giga-Liner fahren. Zudem ist geplant, dass vom Kreisverkehr Ost ein Wirtschaftsweg für die Anbindung Schaffeld abzweigt.

Die Offenlage endet mit dem heutigen Tag. Stellungnahmen der Bürger können aber noch vier Wochen eingereicht werden.

>>>MANFRED VALLÉE: „ES BLEIBEN NOCH FRAGEN OFFEN!“

Einer, der die Beschlussvorlage genau gelesen hat, ist Manfred Vallée, bis 2009 CDU-Ratsherr. Nicht alle Details, die in den Planungen aufgeführt sind, hält der Millingener für vorausschauend. Konkret: Ihm fehlt beispielsweise eine Lösung für die künftig abgestufte L 458. „Von der Hüttenstraße bis zum heutigen Bahnübergang wird sie zur Sackgasse“, erinnert er. Wie wird der Autoverkehr künftig hier gelenkt? „Gibt es am Ende einen Wendehammer?“, fragt er sich.

Wichtig ist ihm auch, dass die Stadt Rees den möglichen Wendehammer nicht bezahlen muss. „Das ist meiner Meinung nach Sache der übergeordneten Planungsbehörden wie die Deutsche Bahn und Straßen NRW“, sagt der Millingener.

Auch das Problem Bushaltestelle Windmühlenstraße (Linien 61 und 87) spricht er an. Diese soll wegfallen. „Von einem Ersatz dafür ist keine Rede“, wundert sich Vallée. Offenbar müssten die Fahrgäste künftig, darunter auch Schüler, nun gut 200 Meter weiter am Schwarzen Weg einsteigen. „Nicht gerade ungefährlich“, findet Vallée. Zumal der Verkehr hier seiner Ansicht nach „erheblich zulegen“ wird. Die Lkw aus dem Bereich Achterhoek und Gendringen, die auf dem Weg nach Emmerich seien, führen doch nicht über Rees, sondern nutzten die kürzere Strecke über die L458 N. Hinzu käme der Autoverkehr von Bocholt, Isselburg und Anholt kommend.

Sein Vorschlag: eine Ersatzbushaltestelle an der L458 N hinter dem geplanten Kreisverkehr Ost. Die könne man wesentlich gefahrloser erreichen. Er denkt dabei nicht nur an die Schüler, die über die abgestufte Sackgasse zur Haltestellen laufen können, sondern auch an die Nutzer der Linie 61 Rees Busbahnhof — Bocholt Bahnhof. „Die Strecke wird rege genutzt, weil man über sie Anschluss an den Sprinterbus in Bocholt hat“, erklärt Vallée.

Auch den kombinierten Geh- und Radweg von Kreisel West Richtung Ost mit Abzweig Bruchstraße (und Sportplatz) ist ihm mit einer Breite von 2,50 Meter zu schmal. „Das Projekt ist für 2024/2025 anvisiert“, sagt der Millinger. Schon heute gebe es jede Menge Pedelec-Fahrer. „Ihre Zahl wird in Zukunft deutlich steigen“, blickt Manfred Vallée in die Zukunft. „Und vor dieser Aussicht ist die Breite für Fußgänger und Radfahrer inklusive Begegenungsverkehr nicht ausreichend“, ist der Senior überzeugt.

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