Einzelhandel

Stadtrat gibt grünes Licht für zweite Apotheke in Anholt

Die Markt-Apotheke gibt es seit über 30 Jahren in der Anholter Ortsmitte und wird geführt von Kathrin Sluyter.

Die Markt-Apotheke gibt es seit über 30 Jahren in der Anholter Ortsmitte und wird geführt von Kathrin Sluyter.

Anholt.   Rat votierte dafür, dass das Gesundheitszentrum mit einer Apotheke in Anholt gebaut werden darf. Verträglichkeitsanalyse ist vom Tisch.

Vor den Tagesordnungspunkten 10 und 11 verließ Kathrin Sluyter die Sitzung. Das Ratsmitglied der CDU hatte Befangenheit signalisiert. Sie hätte theoretisch sitzen bleiben und der Diskussion auch lauschen dürfen. Doch das konnte die Anholterin – verständlicherweise – nicht. Denn was es unter den Tagesordnungspunkten zu beraten gab, geht an ihre Existenz. Eine Existenz, die schon ihre Mutter vor Jahrzehnten aufgebaut hat: die Apotheke am Markt in Anholt.

Politik hatte im Bau- und Umweltausschuss vorberaten

Diese ist bedroht. Und zwar durch ein wichtiges Projekt für Isselburg: dem Bau des Gesundheitszentrums in Anholt nahe dem Augustahospital. Hierin werden nicht nur Mediziner und Physiotherapie untergebracht, sondern auch eine Apotheke. Und zwar eine, in die nicht etwa Sluyter mit der Markt-Apotheke zieht, sondern die dann von einem Konkurrent geführt wird. Wichtige Kunden werden damit also verloren gehen. Bereits im Bau- und Umweltausschuss hatte die Politik vorberaten. Im Rat galt es nun einen ersten wichtigen Schritt in Richtung Bauleitplanung abzusegnen. Und damit auch dem Konzept mit einer zweiten Apotheke für Anholt zuzustimmen. Schwer taten sich die Politiker noch in der vergangenen Woche. Sie wollten zunächst eine Verträglichkeitsanalyse erstellen lassen, ob eine zweite Apotheke überhaupt – Bezug nehmend auf das Einzelhandelskonzept – zulässig ist.

Zusatzantrag zogen die Grünen zurück

Nach einer Woche des Gedankenmachens musste Uwe Übelacker von den Grünen erklären: „Ich ziehe den Zusatzantrag mit der Erstellung der Analyse zurück.“ Er sei überzeugt, dass das Ergebnis eindeutig sein werde. „Das Geld können wir uns daher sparen“, so der Grünen-Chef. Man werde die Ansiedlung einer zweiten Apotheke in diesem Bereich nicht aufhalten können. Für den Grünen ein schwerer Schlag. „So müssen wir eine Entscheidung fällen im Wissen, dass jemand wirtschaftlich kaputtgehen wird.“ Er selbst, so Übelacker, werde sich bei der Abstimmung daher enthalten. Gleichwohl er das Gesundheitszentrum immer als gut und wichtig erachtet.

FDP: Wir müssen im Interesse der Bürger handeln

Auch Kevin Schneider unterstrich noch einmal, wie positiv das Gesundheitszentrum sei. „Wir müssen hier im Interesse der Bürger handeln“, so der FDP-Chef. Frank Häusler erklärte, dass die CDU-Fraktion sich noch einmal mit den Fakten beschäftigt habe. „Für die CDU ist das hier eine schwere Entscheidung, aber wir können die Marktwirtschaft nicht aushebeln“, erklärte der CDU-Fraktionschef. Er appellierte noch einmal, dass man sich dringend Gedanken über Anholts Mitte machen sollte.

Dr. Theo Beine von der SPD stellte für seine Partei heraus, dass die Schwierigkeiten für die Apotheke am Markt zwar gesehen werden, aber das Gesundheitszentrum an dieser Stelle wichtiger sei. FDP-Chef Kevin Schneider fügte auch noch hinzu, dass das Gesundheitszentrum nicht „den sicheren Tod der Markt-Apotheke“ bedeuten müsse. „Man muss sich hier Gedanken über andere Serviceangebote wie eine rollende Apotheke machen“, so Schneider.

Entscheidung ist von großer Bedeutung für die Stadt

Letztlich erklärte auch Bürgermeister Michael Carbanje, dass die Entscheidung sicher keine leichte sei. Zudem sei sie von großer Bedeutung für die Stadt.

So votierte der Rat mehrheitlich – bei drei Enthaltungen durch Uwe Übelacker (Grüne), sowie Bernd Tekaat und Hermann van Thiel (beide CDU) – für die Bauleitplanung des neuen Gesundheitszentrums in Anholt und zwar mit Apotheke.

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