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Stadtwerke Emmerich erhöhen Strompreis ab Februar leicht

Udo Jessner (li.) und Ingo Sigmund erklären die Entwicklungen bei den Stadtwerken Emmerich und weiteren Unternehmen der Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen (EGD).

Foto: Thorsten Lindekamp

Udo Jessner (li.) und Ingo Sigmund erklären die Entwicklungen bei den Stadtwerken Emmerich und weiteren Unternehmen der Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen (EGD). Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich.   Der Energiewandel wirkt sich aus: Auch Kunden der Stadtwerke Emmerich zahlen für Netzausbau. Ab Februar kostet die Kilowattstunde 25,50 Cent.

Der für den Energiewandel nötige Netzausbau schlägt sich bis zum Kunden durch. Nachdem bei den Stadtwerken Emmerich (SWE) zuletzt 2015 die Preise gesenkt wurden, wird die Kilowattstunde Strom brutto ab Februar 2018 um 1,38 Cent auf 25,50 Cent im Basistarif steigen. „Ein vierköpfiger Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3600 Kilowattstunden wird im Monat vier Euro mehr zahlen“, rechnet Vertriebsleiter Ingo Sigmund vor. Die SWE waren bisher landesweit auf Platz 1. „Jetzt sind wir auf Platz 10, aber immer noch Spitze im Kreis Kleve“, so Sigmund.

Neue Ladesäulen geplant

War es in den vergangenen Jahren vor allem die EEG-Umlage, die immer mal wieder Preise in die Höhe trieb, so seien es nun die Netzentgelte. „Der bundesweite Netzausbau wird vorangetrieben“, sagt Sigmund. Dass etwa der Strom aus der bayrische Windenergie unter der Erde fließt, „das wird von allen bezahlt“, klärt Udo Jessner, SWE-Geschäftsführer, auf. Da auch im Stromhandel seit März 2016 die Preise steigen, „können wir auch nicht zu geringeren Preisen einkaufen“. Die jetzige Erhöhung bringe die SWE nicht auf die bisherige Marge, aber „das ist der Teil, den wir brauchen, um wirtschaftlich arbeiten zu können“, schildert Jessner. Die Preise für Gas und Wasser ändern sich übrigens nicht.


Ferner werden die SWE die beiden E-Ladesäulen an der Gaemsgasse und am Geistmarkt aus 2011 in 2018 gegen neuere Modelle austauschen. An neuen Säulen könne auch per Kreditkarte oder Paypal bezahlt werden. Was Kunden heutzutage auch einfordern, meint Sigmund. Später sollen weitere Säulen am Neumarkt, am Embricana und am neu entstehenden SWE-Kundencenter Wassenbergstraße folgen. Es bestehe Hoffnung auf eine 40-prozentige Förderung durch das Bundesmittel.


Die SWE denken über E-Carsharing in Kooperation mit Innogy nach. Hierbei könnten Interessierte Elektroautos voll beladen nach Bedarf mieten. „Als Zielgruppe kommen vor allem Behörden und Firmen in Frage“, so Jessner. Für kürzere Fahrten.


Hafen sind Kunden weggebrochen

Wie entwickelt sich der Hafen, der seit 2017 unter Contargo Rhein-Waal-Lippe in Kooperation mit dem Hafen Emmelsum firmiert: „In Emmelsum wurde im Mai der Regelbetrieb gestartet. Es läuft relativ gut an“, so Jessner. In Emmerich konnten zu Jahresbeginn die Umschlagszahlen gesteigert werden, dann gab’s einen Rückschlag: Durch einen eingebrochenen Bahntunnel bei Karlsruhe kamen sieben Wochen keine Güterzüge aus Basel nach Emmerich. „Die Kunden haben sich umorientiert und sind nicht zurückgekehrt“, bedauert Jessner. Auf ein Jahr hochgerechnet würden so 25.000 TEU, ein Fünftel des Umschlags, fehlen.



Beim Embricana sind alle Investitionsmaßnahmen ins Schwimmbad abgeschlossen. Die neue LED-Beleuchtung wird das Bad „belebter“ wirken lassen, so Jessner. Nach 186.000 Badegästen in 2016 werden es 2017 wohl nur 180.000 sein: „In den Sommerferien fehlte Liegewiesenwetter. Das macht 1000 bis 1500 Gäste pro Tag aus.“


Dafür freut sich der Geschäftsführer über ein Plus bei den Saunagästen von etwa 2000 auf 35.000. Erstaunlicher Weise habe es gerade im schmuddeligen Sommer mehr Besucher gegeben.

>>BETUWE UND DER HAFEN

EGD-Geschäftsführer Udo Jessner runzelt die Stirn, wenn er auf die Gleisplanung im Bahnhofsbereich im Zuge des Betuwe-Ausbaus angesprochen wird. Wie berichtet hat die Bahn Güterzüge aus Basel kommend in Richtung Hafen nicht wirklich bedacht: „Ein nicht elegantes Rangieren wäre notwendig“, so Jessner.

„Eine Verschlechterung werden wir nicht akzeptieren“, betont der Geschäftsführer. Rechtliche Möglichkeiten prüfe die EGD bereits. Die Gespräche mit der Bahn verliefen bisher „vergleichsweise einseitig“.

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