Baudenkmal

Startschuss für die Sanierung von Wette Telder in Emmerich

Stadtsprecher Tim Terhorst (l.), Architekt Michael Faulseit und Bürgermeister Peter Hinze (r.) zeigen das Plakat, das bald in Großformat an dem Bauzaun vor Wette Telder hängen soll.

Stadtsprecher Tim Terhorst (l.), Architekt Michael Faulseit und Bürgermeister Peter Hinze (r.) zeigen das Plakat, das bald in Großformat an dem Bauzaun vor Wette Telder hängen soll.

Foto: Creon

Emmerich.   Baudenkmal Wette Telder an der Steinstraße 15 wird kernsaniert. Bis zum Früh-Herbst 2019 soll die neue Begegnungsstätte im Zentrum fertig sein.

Es gab zunächst Verzögerungen, doch nun geht es an der Steinstraße 15 endlich los: Die Sanierungsarbeiten an Emmerichs wohl ältestem Giebelhaus, Wette Telder, sind gestartet. Am Donnerstagmorgen begann das Bauunternehmen Brouwer mit ersten Abrissarbeiten im Inneren des denkmalgeschützten Gebäudes. Auch wenn die Arbeiten bereits im Juni 2018 hätten anlaufen sollen: „Das holen wir wieder auf“, ist Dipl.-Ingenieur Michael Faulseit vom zuständigen Architekturbüro, optimistisch, dass im Früh-Herbst 2019 Wette Telder im neuen Glanz erstrahlen wird – im Inneren, als auch von außen.

Alte Substanz soll sichtbar gemacht werden

Bis dahin gibt es aber einiges zu tun. Und damit das auch reibungslos ablaufen kann, wird im Laufe der nächsten Woche die Fläche vor dem Haus an der Steinstraße 15 mit einem Bauzaun abgesperrt. Ein Parkplatz wird dann weniger zur Verfügung stehen, dafür haben dann Baucontainer und benötigte Materialien einen Platz. In der ersten Zeit der Sanierungsphase des einstigen Kaufmannshauses werden vor allem im Erdgeschoss einige Böden herausgerissen und Zwischenwände herausgenommen. Soweit es geht, sollen Böden instand gesetzt, sowie Decken- und Wandbalken aufgearbeitet werden. „Wir wollen die alte Substanz des Hauses so gut es geht erhalten“, erklärt Bürgermeister Peter Hinze, der sich freut, dass die Arbeiten nun gestartet sind. So werden etwa alte, momentan sichtbare Backsteinwände nicht neu verputzt, sondern aufgearbeitet und erhalten bleiben – und so zu einem Hingucker werden.

Die Decke zwischen Erdgeschoss und erster Etage muss weichen

Vor allem die Decke zwischen Erdgeschoss und erster Etage muss weichen. Diese wurde nachträglich eingezogen. Ein großer – und vor allem auch fast fünf Meter hoher Raum samt Galerie soll entstehen. „So wie es eben für ein solch altes Haus auch früher üblich war“, erklärt Faulseit. Im Erdgeschoss von Emmerichs neuer Bildungs- und Begegnungsstätte wird sich der Hauptraum befinden. „Ein Multifunktionsraum mit Café wird hier entstehen“, so Stadtsprecher Tim Terhorst.

Im Hinterhof wird ein Fahrstuhl ans Gebäude gebaut

Ebenfalls im Erdgeschoss geplant: Küche und Sanitärraum. Letzterer wird sicher ein Highlight sein. Denn dort wo WC und Waschbecken hinkommen, sind noch alte Mosaik-Fliesen vorhanden. Im ersten und zweiten Obergeschoss entstehen Tagungsräume mit Touchpanels und neuster Technik. Zudem wird es in der zweiten Etage einen Gymnastikraum geben. „Zum Beispiel auch für Treffen von Müttern“, so Terhorst. Ganz wichtig: Außen, im Hinterhof, wird ein Fahrstuhl ans Gebäude gebaut – schließlich soll es allen barrierefrei offen stehen. Sind nun die Abrissarbeiten in einigen Wochen beendet, geht es weiter mit Zimmermannsarbeiten. Einige Wände müssen zudem verputzt. sowie Leitungen für Wasser, Strom und Heizung gelegt werden.

Abschließend soll das alte Giebelhaus – natürlich den Vorgaben entsprechend – einen neuen Anstrich erhalten.

EIN HAUS FÜR ALLE BÜRGER

Nach der Sanierung soll De Wette Telder den Bürgern der Stadt offen stehen. Senioren sollen sich hier ebenso treffen, wie Mütter mit Kindern oder andere Gruppen. Damit die verschiedenen Gruppen auch jederzeit ohne große Mühe in die Begegnungsstätte kommen, wird es ein modernes Schließsystem geben, dass über eine App auf dem Smartphone geregelt wird.

Zur Instandsetzung und Ausstattung des Baudenkmals hat die Stadt eine Fördersumme in Höhe von 1.024.685 Euro erhalten. Übrigens: Bei einer Holzuntersuchung der Holzbalken stellte sich heraus, dass das Haus vermutlich um das Jahr 1502 gebaut worden ist.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben