Orkan Friederike

Sturmschäden belasten in Anholt immer noch die Pferde

Drei Monate nach Friederike sind auf dem Hof der Fröhlichs in Anholt immer noch nicht alle Schäden behoben.

Foto: Klaus-Dieter Stade

Drei Monate nach Friederike sind auf dem Hof der Fröhlichs in Anholt immer noch nicht alle Schäden behoben.

Anholt.   Im Januar verwüstete Sturm Friederike den Hof von Alexander Fröhlich in Anholt. Viele Schäden sind immer noch nicht behoben.

Dieser Sturm hat wirklich einen langen Atem: Fast drei Monate ist es her, dass Friederike in der Region gewütet hat. Zahllose Dächer wurden abgedeckt, Lkw kippten um. In Emmerich wurde sogar ein Mann von einem Baum erschlagen. Und bis heute sind längst nicht alle Schäden behoben: In den Bauernschaften ersetzen Planen immer noch Scheunendächer, täglich sind Zimmerer, Maurer und Dachdecker im Einsatz.

Einer, der davon ein Lied singen kann, ist Alexander Fröhlich. Seinen Hof in Anholt hat der Sturm besonders schwer getroffen. Scheune, Solarstromanlage, Auto – fast 100.000 Euro Schaden. Und bis heute ist alles nur provisorisch geflickt. Dabei hatten er und seine Frau Maylin gerade erst die Renovierung abgeschlossen.

Innerhalb weniger Stunden zerstörte Friederike über die Hälfte des Scheunendachs. Balken stürzten hinunter – auch auf das Auto, dass die Fröhlichs drinnen vor dem Sturm schützen wollten. Alexander rief direkt bei der Versicherung an – und wurde erst einmal ausgelacht: „Unsere Versicherung sitzt in Bayern. Die hatten von dem Sturm überhaupt nichts mitgekriegt“, erzählt er rückblickend.

Pferde brauchen gewohnte Abläufe

Den Hof hat das junge Paar vor etwa einem Jahr übernommen. Die Fröhlichs, beide 33 Jahre alt, sind Soldaten, der Hof ist ihr Hobby. „Ein Traum, den wir uns erfüllt haben“, sagt Alexander. Vier Pferde und eine Katze finden hier ein Zuhause. Damit vor allem die Pferde sich wohlfühlen, haben die beiden die Scheune in Eigenregie aufwendig renoviert. Neue Fenster, neue Türen, es war gerade alles trocken. Dann kam Friederike.

In Panik sind sie wegen der Schäden nicht geraten, auch weil sie gegen solche Naturkatastrophen ohne Eigenanteil versichert sind. Ihre Sorge galt viel mehr den Pferden, erklärt Alexander: „Das sind Gewohnheitstiere, die im Alltag geregelte Abläufe brauchen“. Und von Alltag kann man bis heute nicht sprechen: Das Dach besteht immer noch aus einer Plane, um die Scheune herum steht erst seit einer Woche ein Baugerüst. Wenn es regnet, platscht immer wieder mal eine große Ladung Wasser von der Plane auf den Boden. Für die geräuschempfindlichen Tiere ist das purer Stress. „Wir machen deshalb nachts das Radio an, damit sie eine stetige Geräuschkulisse haben.“

Bis Sommer müssen sich die Pferde noch gedulden

Dass sich die Reparaturen so hinziehen, liegt einerseits natürlich an den Terminkalendern der Handwerker, die nach solchen Unwettern voll sind. Außerdem kommen bürokratische Hürden hinzu, etwa bei der Entsorgung des Daches. „Aufgrund des alten Baujahres konnte man nicht ausschließen, dass Asbestspuren enthalten sind. Die Entsorgung von solchem Material muss ganz offiziell angemeldet und genehmigt werden“, sagt Alexander Fröhlich. Vom Amt gab es Schutzkleidung und spezielle Behältnisse. Dann wurde kräftig angepackt.

Bis Sommer müssen sich die Pferde noch gedulden. Dann sollen die Reparaturen abgeschlossen sein. Die Frühlingstemperaturen machen es ihnen aber jetzt schon leichter, und sie können die Tage auf den Weideflächen verbringen.

Im Stall läuft hippe Musik

Übrigens: Fröhlichs Pferde hören 1Live. Das ist der Sender, den ihnen Alexander und Maylien für die Nacht eingestellt haben. „Unsere Pferde sind eben hip“, lacht Alexander.

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