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Sturm: Tornado bei Emmerich und fliegendes Trampolin in Rees

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Das Foto von der Windhose bei Emmerich hat Ann-Christin Albers von der Kleysche Straße in Hüthum/Borghees in Blickrichtung Hüthum aufgenommen. 

Das Foto von der Windhose bei Emmerich hat Ann-Christin Albers von der Kleysche Straße in Hüthum/Borghees in Blickrichtung Hüthum aufgenommen. 

Foto: Ann-Christin Albers / Privat

Emmerich.  Ein Tornado wurde am Abend bei Emmerich beobachtet. Es scheint kein Schaden entstanden zu sein. In Rees wurde ein Trampolin auf ein Auto geweht.

Da staunten viele Menschen am Mittwochabend nicht schlecht: Bei Elten war am Himmel ganz deutlich ein Tornado zu sehen. Die Windhose in der Nähe des Emmericher Ortsteils wurde fleißig dokumentiert. Videos und Bilder des besonderen Wetterphänomens verbreiteten sich schnell auf Netzwerken wie Facebook, Instagram und Twitter.

Sowohl in Elten als auch in ‘s-Heerenberg hatten Menschen das Wetterphänomen beobachtet und es mit ihren Smartphones dokumentiert. Sogar das niederländische Fernsehen berichtete kurz über das Phänomen. Rund eine Minute soll der Tornado auch Kontakt mit dem Boden gehabt haben. Einsätze rund um das Wetterphänomen gab es nach Auskunft der Kreispolizei Kleve allerdings nicht.

„Das sah schon beeindruckend aus“, sagt Stadtbrandinspektor Martin Bettray, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr von Emmerich, der die Windhose ebenfalls auf Bildern gesehen hat. Allerdings ist er sich nicht ganz sicher, wo genau der Tornado zu verorten war. Zumindest gab es bei der Feuerwehr keine Einsätze, die mit dem Wetterphänomen in Verbindung gestanden hätten.

Kleinere Einsätze und Sachschäden

Bisher schonte der Sturm die Einsatzkräfte vor Ort noch: „Wir hatten bisher drei kleinere Einsätze, aber nichts Dramatisches“, erklärt Martin Bettray. So rückte etwa am Mittwochabend die Einheit Elten der Freiwilligen Feuerwehr aus, um einen Sturmschaden an der Straße Kuckucksdahl zu beseitigen. Hier war ein Baum auf die Fahrbahn gestürzt und blockierte die Straße. Am Donnerstagmorgen um 8.33 Uhr rückten die Kameraden zur Straße Hohe Heide aus. Hier versperrte ebenfalls ein Baum die Straße. In beiden Fällen konnten die Feuerwehrleute den Baum mit einer Kettensäge zerkleinern.

Neben der Windhose in Elten gab es in weiteres Kuriosum: In Rees ist um vier Uhr nachts ein Trampolin auf ein Fahrzeug an der Florastraße gestürzt. „Das Trampolin wurde anscheinend vom Wind erfasst und auf die Straße geweht“, sagte Polizeisprecherin Christina Pitz. Es entstand Sachschaden, aber Personen wurden nicht verletzt.

In Isselburg hatte man wegen des anrückenden Sturms schon Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Der Tierpark Anholter Schweiz und der Schlossgarten der Wasserburg Anholt blieben wegen der Sturmwarnung am Donnerstag geschlossen.

>>>So entsteht ein Tornado

Tornados oder Windhosen können entstehen, wenn feuchtwarme Luft am Boden und trockenkalte Luft in der Höhe sich übereinander schichten. Wenn dann am Boden andere Windgeschwindigkeiten herrschen als in der Höhe, ist die Grundvoraussetzungen für Tornados gegeben.

Die warme Luft steigt nach oben. Dadurch entsteht ein Aufwind und in Kombination mit den unterschiedlichen Windgeschwindigkeiten eine rotierende Bewegung. Diese formt einen Schlauch, in den immer mehr Aufwind strömt und dadurch die Geschwindigkeit erhöht. Das streckt die Luftsäule, so dass es zu einem Pirouetteneffekt kommt, der die Drehung weiter beschleunigt. Durch Wasserdampf wird der Tornado dann unter der Wolke sichtbar.

Die meisten Tornados, die in Deutschland entstehen, sind dabei eher schwach und werden kaum bemerkt.

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