Krisenhandbuch

Tote Kinder: Die Stadt Emmerich hat den Ernstfall geprobt

Auch Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze

Foto: Diana Roos

Auch Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze

Emmerich.   Tote oder misshandelte Kinder erregen öffentliche Aufmerksamkeit: Stadt Emmerich hat Krisenhandbuch erstellt. Bürgermeister im Kameratraining.

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Tote oder misshandelte Kinder tauchen in den letzten Jahren immer öfter in den Medien auf. Dabei steht auch immer die Arbeit des jeweiligen Jugendamtes im Fokus. Es gibt ausführliche polizeiliche Ermittlungen und nicht selten ein starkes Medieninteresse. Konkrete Fälle von Kindeswohlgefährdung haben gezeigt, dass Jugendämter sich für eine solche Krise vorbereiten können und sollten.

Genau das hat das Emmericher Jugendamt jetzt getan: Im Rahmen einer internen Fortbildung wurden Jugendamt-Mitarbeiter, aber auch der Bürgermeister, der Erste Beigeordnete und der Pressesprecher geschult, wie in solchen Fällen verfahren werden soll.

Planspiel im Rathaus

Das Jugendamt hatte bereits vor einigen Jahren damit begonnen, das Thema zu bearbeiten. So wurde 2017 intensiv an einem Krisenhandbuch gearbeitet. Darin sind bestimmte Abläufe für den Krisenfall festgelegt und beschrieben.

Zum Beispiel: Wer gehört in den Krisenstab? Wer informiert wen in der Krise? Welche Daten dürfen genutzt werden? Wie werden die Mitarbeiter geschützt? Außerdem hat sich der Krisenstab, in welchem neben Mitarbeitern und Leitung des Jugendamtes auch der Bürgermeister sitzt, mehrmals getroffen.

Im Rahmen eines Planspiels wurde jetzt im Rathaus einmal der Ernstfall geprobt. Alle Teilnehmer absolvierten zunächst ein Kameratraining. Dabei wurden Stärken, aber eben auch Schwachstellen aufgedeckt.

Bürgermeister im Kameratraining

„So ein Interviewtraining ist wertvoll“, weiß Tim Terhorst, Pressesprecher der Stadt Emmerich, „sich einmal selbst zu sehen und von einem Profi interviewt zu werden, ist eine gute Sache. Dass Bürgermeister und Erster Beigeordneter da mitgemacht haben, zeigt wie wichtig sie ihre Aufgabe nehmen.“

Das Planspiel hat gezeigt, wo Abläufe im Krisenhandbuch schon gut ausgearbeitet sind und wo es noch Optimierungsbedarf gibt. „Uns ist das Wohlergehen unserer Kinder in Emmerich sehr wichtig“, so Bürgermeister Peter Hinze, „die Kolleginnen und Kollegen im Jugendamt tun alles dafür, dass so ein Fall niemals eintritt. Trotzdem wollen wir vorbereitet sein. Auch um die Familie und die Mitarbeiter in so einer Situation auffangen zu können.“

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