Konzert

Trecksackabend im Heimathaus in Anholt

Anholt.   Mit einem Trecksackabend am Freitag, 18. Januar 2019, eröffnet der Heimatverein Anholt eine Ausstellung über aerophone Instrumente.

Dr. Gerhard Krause blickt auf ein Ankündigungsplakat. „Das wird ein musikalischer Januar in Anholt“, sagt das Mitglied des Heimatvereins. Denn gleich an zwei Abenden erklingen die Instrumente. Der nächste Freitag, 18. Januar, steht komplett im Zeichen des Trecksacks. Am Freitag, 25. Januar, beginnt um 18.30 Uhr in der St. Pankratius-Kirche ein Konzert. Es spielt ein Saxophonquartett und ein Blechbläserquintett von der Musikschule Bocholt-Isselburg. Herman Scheffer wird an der Orgel sitzen.

175 Lieder im Repertoire

Beim Trecksackabend in der Woche zuvor, der um 18 Uhr im Heimathaus beginnt, wird gleichzeitig auch eine etwas abgespeckte Ausstellung eröffnet. Eigentlich war vorgesehen, im Januar mit der Ausstellung Klingende Luft zu starten, die mit dem Isselburger Blasorchester und dem Heimatkreis Isselburg konzipiert wurde. Krankheitsbedingt wird diese aber verschoben. Geplant ist nun, dass sie ab 5. April gezeigt wird. Dies ist der Vorabend vor dem großen Jubiläumskonzert des Isselburger Blasorchesters.

Jetzt sind im Heimathaus an der Hohen Straße einige Leihgaben zu sehen: Akkordeon, Zieh- und Mundharmonika und Harmonium. „Uns sind im Vorfeld vier Harmonien angeboten worden, die wir auch umsonst hätten haben können, wenn wir sie selbst abgeholt hätten“, berichtet Krause. „Da haben wir aber dankend abgelehnt“, wirft Heimatverein-Geschäftsführer Fritz Ernst ein. Die Harmonien sind einem Klavier nicht unähnlich und nehmen entsprechend Platz weg.

Um die Instrumente richtig klingen zu hören, werden einige Mitglieder der Vielharmoniker spielen. Die Gruppe hat 175 Lieder im Repertoire. Mitsingen ist ausdrücklich erwünscht.

Die feinen Unterschiede

Christa Gasseling und Hans Kleine gehören zu den Vielharmonikern, die sich auf die Ziehharmonika spezialisiert haben. Das Instrument ist auch unter Quetschkommode, Schifferklavier oder eben Trecksack bekannt, wobei der erste Namensteil sich vom plattdeutschen Wort für ziehen ableitet.

„Der Start mit einem Trecksack ist sehr einfach, schon nach ein paar Stunden kann man erste Lieder spielen“, erläutert Hans Kleine, der selbst auch Unterricht gibt. „Um es perfekt zu beherrschen, dauert es dann aber eine gewisse Zeit.“ Allerdings sei die Harmonika deutlich leichter zu erlenen als ein Akkordeon.

Informatives Plakat entworfen

Der Unterschied zwischen den beiden Instrumenten ist für den Laien nicht unbedingt einfach zu sehen. Wohl aber zu hören, wie Kleine sagt: „Der Klang des Akkordeons ist weicher.“ Grundsätzlich handelt es sich aber um so genannte Aerophone, da Luft für die Klangerzeugung unbedingt nötig ist. Bei allen Instrumenten wird der Ton durch eine Zunge aus Metall oder auch Kunststoff erzeugt, die von einem Luftstrom ins Schwingen versetzt wird und durch eine Öffnung hindurch schwingt. Gerhard Sandtel hat ein informatives Plakat entworfen, auf dem Besucher der Ausstellung nachlesen können, welche verschiedenen Harmonikainstrumente existieren und welche geschichtliche Entwicklung sie genommen haben.

>> DIE ÖFFNUNGSZEITEN

Der Heimatverein Anholt ist daran interessiert, alte Fotos zu erhalten, auf denen Menschen zu sehen sind, die Trecksack spielen.

Die Ausstellung im Heimathaus an der Hohen Straße ist im ersten Quartal des Jahres an den Sonntagen 27. Januar, 10. und 24. Februar, 10. sowie 24. März jeweils von 11 bis 13 Uhr zu sehen. Ab April ist dann dienstags von 17 bis 19 Uhr geöffnet.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben