Betuwe-Planung

TV Elten bald ohne Tennisplätze?

Ein GŸterzug fährt direkt an den Tennisplätzen des TV Eltern vorbei. Die Tennisanlage ist durch die Betuwe in Gefahr.

Ein GŸterzug fährt direkt an den Tennisplätzen des TV Eltern vorbei. Die Tennisanlage ist durch die Betuwe in Gefahr.

Foto: WAZ FotoPool

Elten.   Wer soll das bezahlen? Verein befürchtet, ohne Platzanlage dazustehen. Bürgerinitiative hat schon 2800 Unterschriften zur Rettung des Eltenbergs zusammen und peilt die 3000 an.

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Der TV Elten lässt die Rückhand sprechen. Ihn treibt die Angst um, irgendwann ohne Tennisplätze dazustehen. Daher schmettert der Verein - im Doppel mit der Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Eltenberg“ - die Betuwe-Pläne ab.

Vorstand und Mitglieder des TV Elten hätten sich intensiv mit den bisher bekannten Plänen der Bahn zur Beseitigung der schienengleichen Bahnübergänge in Elten befasst: „Durch die dafür erforderlichen Abgrabungen für die neue Bundesstraße würde die Eltener Tennisplatzanlage platt gemacht, auch die Platzanlage von Fortuna Elten würde es an der Europastraße so nicht mehr geben“, erläutert TVE-Geschäftsführerin Melanie Schmidt.

Kosten: Über 1 Million Euro

Die Tennisabteilung sei eine Abteilung, die sich große Sorgen um ihre Zukunft mache: „Ohne Tennisplätze kein Tennisspielen.“

Die Bahn sei gesetzlich zwar verpflichtet, für den Schaden, der durch den Wegfall der Tennisplatzanlage entsteht, aufzukommen, aber nicht dazu, komplett neue Sportplätze/Tennisplätze inklusive Vereinsheimen zu bauen.

Die Kosten dafür würden sich auf über 1 Million Euro belaufen. „Wer soll das bezahlen?“ fragt sich Melanie Schmidt: „Diese horrenden finanziellen Lasten würden unsere Vereine in Elten in eine finanzielle Notlage bringen, sterben lassen“, befürchtet sie. Auch der Stadtsportbund, der die Vereine unterstütze, sei mit Ausgaben in solchen Dimensionen überfordert.

Melanie Schmidt macht sich besonders Sorgen um die Kinder- und Jugendarbeit in den Vereinen, die unter dem Wegfall der Sportanlagen leiden würde. Viel Herzblut sei in den letzten Jahren hineingesteckt worden: „Wie soll es dann weitergehen? Provisorische, improvisierte Plätze mit Holzgartenhäusern als Vereinsheimen, soll das eine Lösung sein? Nein!“ so Schmidt unmissverständlich.

Deshalb unterstütze der TV Elten die Aktion „Bergrettung“ in vollem Umfang. Der Verein ist der Ansicht, dass die Alternativlösung von Johannes ten Brink die einzige richtige Lösung für Elten sei. Damit würden die Sportanlagen von TV und Fortuna nicht angerührt und der Eltenberg in seiner jetzigen Form erhalten bleiben.

Ein weiterer Vorteil wäre, dass es eine Ortsumgehung geben würde. Und die schöne Natur des Eltenberges für Mensch und Tier, für Spaziergänger, Läufer, Nordic Walker und Touristen bliebe erhalten. Schmidt: „Der Eltenberg ist ein Wahrzeichen des Niederrheines. Es dürfen keine Bäume gefällt und keine vier Meter hohen Betonwände in den Eltenberg gebaut werden!“ Der TV Elten bittet daher alle Eltener, die BI mit ihrer Unterschrift (auch online unter www.rettet-den-eltenberg.de) zu unterstützen.

Bislang sind rund 2800 Unterschriften ausgezählt worden. „Wir kommen locker auf 3000“, ist BI-Sprecher Hans-Jörgen Wernicke optimistisch, der Montagabend mit seinem Thema in die Fraktionen ging. Die Listen liegen noch bis zum Wochenende aus und sollen dann in der Ratssitzung am 11. Februar übergeben werden – mit dem Ziel, dass der Rat noch auf die ten-Brinksche- Variante umschwenkt.


Die jetzt vehement bekämpfte Konsens-Variante war am 3. Februar 2009 einstimmig vom Rat abgesegnet worden. Den Antragsunterlagen beigefügt worden war aber auch die ten-Brink-Lösung. Darauf bezieht sich die Verwaltung auch in ihrer Vorlage zur Ratssitzung am Dienstag. Danach möge der Rat die Bedenken der BI zur Kenntnis nehmen und in seiner Stellungnahme zum Anhörungsverfahren Betuwe in Elten berücksichtigen.

Der TV Elten ruft alle Eltener auf, zur Ratssitzung am Dienstag, 11. Februar, 17 Uhr, ins Rathaus zu kommen. Die Bürgerinitiative hat zwei Busse organisiert. Abfahrt um 16 Uhr ab Markt Elten. Im Rat sollen dann alle Unterschriften übergeben werden.

Bürgermeister Johannes Diks (CDU) wehrt sich gegen den Vorwurf, vorigen Freitag in Elten gekniffen zu haben. Er habe gar keine schriftliche Einladung erhalten, sondern nur eine telefonische am Mittwoch, also zweit Tage vorher. Dieser Termin sei aber schon durch einen anderen blockiert gewesen, so Diks zur NRZ. Hans-Jörgen Wernicke, Sprecher der Bürgerinitiative, überzeugt die Antwort nicht : „Für den WDR hatte der Bürgermeister Zeit!“ Positiv vermerkte Wernicke, dass Eltens Ortsvorsteher Albert Jansen (CDU) gekommen sie und sich auch den kritischen Fragen von Bürgern gestellt habe.

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