Musikgeschichte

Über das Leben und Werk von Eduard Künneke aus Emmerich

Dr. Sabine Müller stellt ihr Buch über Eduard Künneke im Emmericher Rheinmuseum vor.

Foto: Thorsten Lindekamp

Dr. Sabine Müller stellt ihr Buch über Eduard Künneke im Emmericher Rheinmuseum vor. Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich.   Dr. Sabine Müller verfasste eine umfangreiche Dissertation über den bekannten Emmericher. Diese erhielten die Mitglieder des Geschichtsvereins.

Mit einer kleinen Überraschung begrüßte der neue Vorsitzende des Emmericher Geschichtsvereins Herbert Kleipaß die zahlreichen Gäste im Rheinmuseum: Denn er konnte die Autorin des Buches „Eduard Künneke-Leben und Werk“, Dr. Sabine Müller, begrüßen. Sie war am Wochenende auf Einladung des Geschichtsvereins nach Emmerich gekommen, um über den gebürtigen Emmericher, Eduard Künneke, zu sprechen.

Ihre umfangreiche Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde, vorgelegt einem Ausschuss der Universität Bremen, wurde in Buchform den Mitgliedern des Geschichtsvereins in der Schriftenreihe zur Stadtgeschichte kostenlos zur Verfügung gestellt.

Herbert Kleipaß erzählte den Gästen von den Schwierigkeiten, die zu meistern waren. 15 Jahre war Dr. Sabine Müller auf der Suche nach Unterlagen über den großen Meister. Da gab es die Räumung der Berliner Wohnung, in der Eduard und seine Tochter Evelyn bis zuletzt gewohnt hatten und die Suche nach weiteren Unterlagen. Die Hilfe von Herbert Kleipaß nahm die Autorin gerne an.

Vom Vetter aus Dingsda

Nach einer musikalischen Erinne-rung an die unvergessene Operette „Der Vetter aus Dingsda“, in der auch die hervorragende Sopranistin Sabine Laubach noch einmal mit „Strahlender Mond“ begeistern konnte, erfuhren die Besucher von Einzelheiten des Werkes.

Zu Beginn bedankte sich Dr. Müller bei den viele Menschen, die ihr Anliegen verstanden oder es großzügig unterstützten. Sie vergaß bei ihrem Dank nicht die weiteren Interpreten des Wochenendes, Sabine Laubach und Peter Dicke.

Zunächst erfährt der Leser Wis-senswertes über den Stammbaum der Familien, aus dem auch hervor-geht, dass Evelyn die einzige Toch-ter von Eduard und Katharina, der zweiten Frau Eduards, war. In seiner Kindheit hatte der Achtjährige schon Klavierunterricht bei seiner Mutter. Dann verließ er sich mehr auf eigene Studien, die er auf dem königlichen Gymnasium Emmerich vertiefte. Dort leitete er ebenfalls ein kleines Orchester. Wichtig für ihn war das Erlernen mehrerer Instrumente.

Kleine Kompositionen versuchte Künneke ebenfalls. Bekannt sind Vertonungen der ‘Schilflieder’ nach Texten von Nikolaus Lenau. Sein neuer Klavierlehrer Hans-Josef Vieth lobte ihn sogar dafür.

Als Student reiste er nach Berlin zur Königlichen Hochschule für Musik.

Als Komponist, Arrangeur und Dirigent bildete er sich weiter und lernte Max Bruch kennen. Schließ-lich kamen noch erfolgreiche Schallplatteneinspielungen dazu.

Der Verlauf des Ersten Weltkrieges favorisierte die Ablenkung von Krieg und Tod, Operetten waren gefragt. Der „Vetter aus Dingsda“ entstand aber erst 1921. Erfolg hatte er allerdings schon mit anderen Operetten.

Er ersetzte die zweiten Geigen durch Saxofone

Künneke, inzwischen bekannt, versuchte jedoch auch neue Klang-farben zu schaffen. So ersetzte er die zweiten Geigen durch Saxofone (Lady Hamilton) bei seinem Londoner Aufenthalt.

Filmmusiken wurden ebenfalls modern. Experimente mit Pflanzen (Das Blumenwunder) erfreuten sich großer Bewunderung.

Das Verhältnis zu seiner Tochter Evelyn war gut, so konnte es Dr. Müller bei einem Besuch erfahren. Die Tatsache, dass Evelyn Halbjüdin war, brachte der Familie viele Nachteile.

Der große Musiker war 1942 durch verschiedene Ereignisse am Ende seiner Schaffenskraft. Seine Frau schrieb damals: „Wenn der Krieg nicht bald zu Ende ist, sehe ich schwarz für seine Schaffenskraft.“ Im Jahre 1953 verstarb Eduard Künneke in Berlin.

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