Asylbewerber in Isselburg

Unterbringung von Asyl-Familien: „Das ist eine Katastrophe“

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Gleich neben dem Klärwerk in Isselburg befinden sich die Flüchtlingsunterkünfte in Isselburg. Vor allem die grünen Häuser sind kaum noch bewohnbar – müssen aber bald wieder genutzt werden.

Gleich neben dem Klärwerk in Isselburg befinden sich die Flüchtlingsunterkünfte in Isselburg. Vor allem die grünen Häuser sind kaum noch bewohnbar – müssen aber bald wieder genutzt werden.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Isselburg.  In den nächsten Tagen bekommt Isselburg neue Asylbewerber zugewiesen. Familien müssen dann am Klärwerk untergebracht werden. Stadt bedauert das.

Sascha Heister findet deutliche Worte. Und der Mitarbeiter des Fachbereiches 2 der Isselburger Stadtverwaltung, der für Flüchtlingsangelegenheiten zuständig ist, spricht damit nur das aus, was viele während der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses in der Bürgerhalle Herzebocholt eigentlich auch denken: „Das ist eine Katastrophe“.

Heister meint damit, dass die Stadt Isselburg in der kommenden Woche geflüchtete Familien wieder in den alten Flüchtlingsunterkünften am Klärwerk unterbringen muss. Denn: Die volle Kapazität der Unterbringung an der Henry-Dunant-Straße neben der Rettungswache in Isselburg ist erreicht. Dort sollten eigentlich vorrangig Asylsuchende mit Kindern leben.

Isselburg bekommt weitere Asylsuchende aus Afghanistan zugeteilt

Klar sei, so legte Heister der Isselburger Politik dar, dass die Stadt in den nächsten zwei Wochen auf jeden Fall zehn neue Asylsuchende aus Afghanistan aufnehmen muss. Auch eine Anfrage Heisters bei der zuständigen Bezirksregierung konnte kein Licht ins Dunkel darüber bringen, mit wie vielen Familien und Kindern zu rechnen ist.

Fest steht aber: Sie müssen zwangsläufig in die alten, stark renovierungsbedürftigen Räume am Klärwerk, die für Familien eigentlich kaum mehr tragbar sind. Denn: „Andere Räume haben wir momentan nicht“. Bekommt Isselburg zusätzlich weitere Asylsuchende zugeteilt, bedarf es einer schnellen Lösung.

Container am Klärwerk sollen wieder für Flüchtlinge genutzt werden

Daher sollte nun auch die Politik der Stadtverwaltung grünes Licht dafür geben, Wohnungen im Stadtgebiet anmieten zu können. Und mehr noch. „Auch über den Ankauf von Häuser bei denen es auch städtebaulich Sinn macht, sollte nachgedacht werden“, schlug FDP-Fraktionschef Kevin Schneider vor. Auch SPD-Fraktionschefin Kerstin Hebing schlug vor noch einmal mit dem DRK und einem Isselburger Arzt, beide nutzen derzeit die Container am Klärwerk für Corona-Schutzimpfungen, zu sprechen, ob dies nicht woanders möglich sein.

So könnten wieder, so wie es eigentlich mal vor Jahren vorgesehen war, die Container zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Denn für Hebing steht eines fest: „In die alten Dinger kann man keinen mehr reinlassen. Erst recht auch keine Familien mit Kindern.“

CDU-Fraktionschef bringt Hauptschulgebäude als letzte Notlösung ins Spiel

Bürgermeister Michael Carbanje versicherte, dass es hierzu bereits Gespräche gegeben habe – und man womöglich demnächst Räume der auslaufenden Hauptschule dafür nutzen will. Doch erst einmal wird sich die Stadt darum bemühen, vorrangig nun Wohnungen anzumieten. Und setzt dabei auch auf Angebote von Vermietern aus Isselburg, die hier helfen.

Uwe Übelacker unterstrich auch, dass es wichtig sei, kurzfristig Kapazitäten zu schaffen. Damit Flüchtlinge nicht wieder in Turnhallen enden würden. Auch Sascha Heister von der Stadtverwaltung erklärte noch einmal, dass es dringlich sei kurzfristige Alternativen zu haben. „Ich verstehe den Druck“, erklärte CDU-Fraktionschef Frank Häusler. Und brachte ins Spiel, als Not-Option eventuell das Hauptschulgebäude ins Auge zu fassen.

Letztlich einigte sich die Politik erst einmal einstimmig darauf, dass die Stadtverwaltung Isselburg den Wohnungsmarkt in der Stadt sondieren sollte. Und auch eventuell Immobilien anzukaufen.

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