Bürgerbarometer

Vanessa Hasenau arbeitet gerne als Zahnärztin in Haldern

Die neue Zahnärztin Vanessa Hasenau mit ihrem Team. Vera van Dillen (von links), Inge Ewen, Zahnärztin Vanessa Hasenau und Carolin Heynen.

Foto: Erwin Pottgiesser

Die neue Zahnärztin Vanessa Hasenau mit ihrem Team. Vera van Dillen (von links), Inge Ewen, Zahnärztin Vanessa Hasenau und Carolin Heynen. Foto: Erwin Pottgiesser

Haldern.   Die 32-jährige Haldernerin lobt die Arbeit in einer Landarztpraxis. Doch Allgemeinmediziner tun sich schwer, sich hier niederzulassen

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Vanessa Hasenau liebt Haldern. „Ich bin der Zuhause-Typ“, gibt die 32-jährige Zahnärztin zu, die selbst zum Ende ihres Studiums die tägliche Fahrt von Haldern nach Witten in Kauf nahm, um in Haldern wohnen bleiben zu können. Ein Glücksfall für ihren Vater Dr. Theo Hasenau, denn sie ist ihrem Vorsatz treu geblieben, als Zahnärztin in Haldern tätig zu werden.

Bis Ende 2017 ist Vanessa Hasenau bei ihrem Vater angestellt, dann wird sie die Praxis übernehmen und weiter auf die Unterstützung ihres Vaters setzen. „Ich kann nicht nachvollziehen, dass junge Ärzte nicht zu uns aufs Land kommen“, wundert sich die Haldernerin. Sie schätzt den persönlichen Kontakt zu den Patienten, was das besondere Arzt-Patienten Verhältnis ausmacht. „Viele Halderner kenne ich schon aus meiner Kindheit und sie freuen sich, dass ich jetzt hier arbeite.“

Auf dem Dorf gibt es keine direkte Konkurrenz

Die Anonymität in der Großstadt würde ihr nicht gefallen. „Zumal“, so die Medizinerin, „wir hier in Haldern gut aufgestellt sind. Das Dorfleben funktioniert, das kulturelle und sportliche Angebot stimmt. Und in einer halben Stunde bin ich in Oberhausen, beispielsweise zum Konzert“, beschreibt sie die Vorteile des Landlebens. „Hier stehen die Zahnärzte nicht in direkter Konkurrenz zu einander und müssen um Patienten kämpfen“, begrüßt die Zahnärztin. Bis 2018 ist auch ein Umzug der Praxis innerhalb von Haldern geplant, um Platz für mehrere Behandlungsräume zu schaffen.

Etliche Zahnärzte im Raum Rees sind über 60 Jahre alt, mit Vanessa Hasenau ist der Bestand einer der Halderner Zahnarztpraxen gesichert.

Die Suche nach einem Allgemeinmediziner verlief bisher erfolglos

Dass der Allgemeinmediziner Dr. Wolf Kieker krankheitsbedingt nicht mehr tätig ist und die Praxis nur vertretungsweise besetzt ist, ist für die Halderner „eine Tragödie“. Das bekommt auch Vanessa Hasenau immer wieder von Patienten zu hören. Denn die Krux ist, dass auch die weiteren Praxen auf Reeser Stadtgebiet überlaufen sind. Bisher verlief die Suche nach einer Nachfolge für Dr. Kieker ergebnislos.

Die Praxen in Rees sind überlaufen, bei den DoctoRees Dr. El-Nounou, Ricarda Beckmann und Dr. Sarah Bremer gibt es derzeit ein Neuaufnahmestopp. „Wir haben im Moment keine Kapazitäten mehr, um zusätzliche Patienten zu betreuen“, bedauert Dr. Michal El-Nounou. In der Praxis Dres Oschilewski/Schlaghecken bemüht man sich, die Halderner Patienten mit zu versorgen, eventuell auch Notfallsprechstunden einzurichten.

Dr. Peer Knoths und Dr. Ursula Knoths gehen, Dr. Dieter Schleip kommt

Aber zum Ende des Quartals verlassen Dr. Peer und Dr. Ursula Knoth die Praxis. Ersetzen können Dr. Ulrich Oschilewski und Dr. Urban Schlaghecken die Stelle mit Dr. Dieter Schleip, der nach seinem Ausscheiden als Oberarzt der Geriatrie am St. Willibrord Spital nun in der Praxis Vor dem Falltor tätig sein wird. Der Internist ist in Rees vielen noch bekannt. Die Praxisgemeinschaft Oschilewski sucht weiterhin einen zusätzlichen Mediziner.

Es gibt eine hohe Frequenz an Notdiensten

Auch die Praxis Dr. Winfried Vierke/Dr. Christine Monser ist überlaufen. „Neuen Patienten können wir erst wieder im Januar Termine anbieten. Was uns zudem zusetzt, sind die zusätzlichen Notdienste, die wir untereinander aufteilen müssen. Wir haben hier in Rees die häufigste Frequenz an Notdiensten im Umkreis“, beklagt Dr. Vierke. Für alle Ärzte gilt: Mehr als arbeiten geht nicht.

>> ES FEHLEN IN REES ÄRZTE, INSBESONDERE IN HALDERN

Das Positive vorne weg: 75 Prozent der Befragten sind mit der Freundlichkeit und dem Service der Ärzte in Rees zufrieden, beziehungsweise sehr zufrieden.

Deutlich schlechter fällt das Ergebnis aus, wenn die Frage lautet: Wie zufrieden sind Sie mit dem Angebot an Ärzten? Hier sind immerhin noch 15 Prozent sehr zufrieden und 34 Prozent zufrieden, allerdings 17 Prozent unzufrieden und sechs Prozent sehr unzufrieden, 27 Prozent äußern sich indifferent.

Die geringste Zufriedenheit wurde bei den 20- bis 59-Jährigen ermittelt, die 14- bis 19- und die über 60-Jährigen sind deutlich zufriedener.

Es ist nicht die Qualität der Ärzte, die bemängelt wird, sondern deren Anzahl. Die Halderner sind deutlich unzufriedener mit dem Angebot an Ärzten als Befragte aus dem Zentrum. Auch Befragte aus den Dörfern sind unzufriedener als die Städter.

Weitere Berichte zum Bürgerbarometer in Rees finden Sie hier:

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