Karnevals-Bilanz

Vor dem Umzug Emmerich mussten 17 Autos abgeschleppt werden

Am Alten Markt

Am Alten Markt

Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich/Elten.   Zum Tulpensonntagsumzug musste sich das Ordnungsamt ranhalten, um den Weg frei zu kriegen. Junge Erwachsene übertrieben es zum Teil mit dem Alkohol.

Da hatte das Ordnungsamt vor dem Tulpensonntagszug in Emmerich noch richtig viel zu tun: 17 Fahrzeuge musste auf dem Zugweg abgeschleppt werden, damit das närrische Treiben mit rund 16.000 Besuchern ordnungsgemäß seinen Weg finden konnte: „Das wurde schon eng“, räumt Karin Schlitt, Leiterin des Ordnungsamtes ein. Ansonsten sei es aber insgesamt ein schöner, angenehmer Zug gewesen. Darüber sollten die hier beschriebenen Ausnahmen nicht hinweg täuschen.

700 Jugendliche kontrolliert

Tulpensonntag in Emmerich

Tulpensonntag in Emmerich.
Tulpensonntag in Emmerich

700 Jugendliche hatten Polizei und Ordnungsamt an den Einfallstoren zur Stadt – Steintor, Großer Löwe, Pesthof und Mennonitenstraße – kontrolliert. 230 Alkoholgebinde wurden sichergestellt oder vernichtet. Bei den jungen Erwachsenen sei es „erschreckend, wie sie sich voll laufen lassen. Mit Trichtern und Schläuchen“, so Schlitt. Die Ordnungskräfte mussten sich um elf schwer alkoholisierte Erwachsene kümmern.

Beim Kinderkarnevalsumzug in Elten hat es sich bezahlt gemacht, die Straßen schon ab 13.30 Uhr zu sperren. Nur drei Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Am Tichelkamp wurden 350 Jugendliche kontrolliert. 100 alkoholische Gebinde wurden beschlagnahmt oder vernichtet, berichtet Schlitt. Sieben Jugendliche seien derart alkoholisiert gewesen, dass man sie zum Malteser Hilfsdienst brachte. Am Marktplatz drohte zwischenzeitlich eine Schlägerei zu entflammen, doch dies konnte verhindert werden.

Schöne Abschlussveranstaltungen

Löblich war, dass bei den Abschlussveranstaltungen zu beiden Zügen auf den Wagen die Musik abgestellt wurde. „Das wirkte deeskalierend“, meinte Schlitt. So konnten jeweils schöne Abschlussfeiern abgehalten werden.

Zwei Festnahmen hat es am Sonntag in Emmerich gegeben. Am Durchgang der Gesamtschule zum Neuen Steinweg trafen um 14.38 Uhr zwei Gruppen aufeinander. „Das hatte eine Vorgeschichte und hat eigentlich mit Karneval nichts zu tun“, berichtet Polizeisprecher Michael Ermers. Aus einer sechs- bis achtköpfigen Gruppe gingen vier bis sechs Mitglieder auf einen 19-jährigen Emmericher los, schlugen ihn bewusstlos, traten ihn auch noch am Boden. Zur Beobachtung wurde er im Krankenhaus stationär aufgenommen. Die Polizei nahm einen 18-jährigen Emmericher fest, der inzwischen wieder entlassen wurde. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen.

Opfer kurzzeitig bewusstlos

Gegen 16.45 Uhr schlug zudem ein 23-jähriger Isselburger einen 18-jährigen Reeser an der Burgstraße nieder. Nach einer verbalen Auseinandersetzung und Beleidigungen kam es zum Angriff. Auch hier war das Opfer kurzzeitig bewusstlos und wurde zur Beobachtung im Spital aufgenommen. Auch hier war Alkohol im Spiel und eine Blutprobe wurde entnommen. Der Isselburger wurde vorübergehend festgenommen. Die Polizei sprach insgesamt sieben Platzverweise aus, sieben Strafanzeigen wegen Körperverletzungsdelikten wurden aufgenommen.

Die Kommunalbetriebe Emmerich rückten am Samstag in Elten mit elf Kollegen und Sonntag in Emmerich mit zehn Kollegen aus, um die Straßen zu reinigen. Am Montag wurde dann in Emmerich nochmal nachgereinigt, verrät Michael Vogt, Vorarbeiter Straßenbau. Das Ausmaß sei wie in den Vorjahren: „Da klebten Bonbons auf der Straße und viele kleine Glasfläschchen wurden zu Geschossen.“ Karin Schlitt lobte die gute Zusammenarbeit von Polizei, Feuerwehr, THW, Maltesern, KBE, Geck und Ordnungsamt.

>> KLEINER WINTERDIENST

Die Kommunalbetriebe Emmerich waren am Montagmorgen noch mit einem kleinen Winterdienst in Einsatz. Es hatte geschneit. Da aber die Temperaturen schnell stiegen, taute der Schnee auch schnell wieder ab.

Aus Sicht der Freiwilligen Feuerwehr verliefen die Umzüge in Elten und Emmerich „sehr entspannt“. Keine Vorkommnisse.

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