Streckensperrung

Warum ein Zug bei geöffneter Schranke durch Millingen fuhr

Geöffneter Bahnübergang in Millingen, während ein Bauzug durchfährt.

Foto: Privat

Geöffneter Bahnübergang in Millingen, während ein Bauzug durchfährt. Foto: Privat

Millingen.   Trotz gesperrter Strecke fuhr ein Güterzug über den Bahnübergang in Millingen – bei geöffneter Schranke. Der NRZ erklärte die Bahn, warum.

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Die Anwohner in Gleisnähe genießen die ungewöhnliche Ruhe, denn derzeit verkehrt kein Zug zwischen Mehrhoog und Arnheim. Als allerdings am Dienstag um 16.30 Uhr vier Millinger auf der Anholter Straße in Richtung Ortsmitte fuhren, staunte sie nicht schlecht, als am Bahnübergang direkt vor ihnen ein Güterzug vorbeirauschte – bei geöffneter Schranke.

Nun kommt es immer mal wieder vor, dass überlange Güterzüge den Bahnübergang passieren und sich die Schranken noch während der Fahrt öffnen. Doch in dieser Woche fährt laut Bahn-Pressemitteilung wegen Gleisarbeiten hier offiziell gar kein Zug. Der Millinger, der den Zug fotografierte (siehe oben), wandte sich an die NRZ, um den Fall klären zu lassen.

Versorgungsfahrten zulässig

„Während der Bauarbeiten zwischen Empel und Emmerich sind die Streckengleise gesperrt“, erklärt ein Bahnsprecher. Für die Dauer der Totalsperrung seien jedoch temporär Versorgungsfahrten der Baustelle nötig und unter betrieblichen Auflagen (Höchstgeschwindigkeit 20 km/h) zulässig. Der Bahnübergang Anholter Straße ist während der Bauarbeiten technisch ausgeschaltet; für die Versorgungsfahrten muss er manuell gesichert werden.

Und das geschieht so: „Der Triebfahrzeugführer hat vor dem Bahnübergang zu halten und darf erst dann vorsichtig auf den Übergang auffahren, wenn eine Gefährdung des Straßenverkehrs ausgeschlossen werden kann. Nach Erreichen der Straßenmitte ist der Bahnübergang zügig (im Baugleis mit max. 20 km/h) zu verlassen.“ Dabei erinnert der Bahnsprecher an das „Andreaskreuz, das signalisiert, dass dem Eisenbahnverkehr, unabhängig von der technischen Sicherungsart, Vorrang zu gewähren ist.“

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