Unfallstatistik 2017

Weniger Unfalltote auf Kreis Klever Straßen im Jahr 2017

Laut Unfallstatistik 2017 nahm die Zahl von Schwer- und Leichtverletzten im Kreis Kleve deutlich zu.

Foto: Thorsten Lindekamp

Laut Unfallstatistik 2017 nahm die Zahl von Schwer- und Leichtverletzten im Kreis Kleve deutlich zu. Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich/Rees.   Der Landrat stellte mit der Polizei die Unfallstatistik 2017 für den Kreis Kleve vor. 19 Menschen kamen um. Mehr Schwer- und Leichtverletzte.

Im Kreis Kleve sind im vergangenen Jahr 19 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, fünf weniger als ein Jahr zuvor. „Unsere Polizei tut viel, damit diese Zahl weiter sinkt, sowohl durch Prävention als auch durch Kontrollen“, kommentierte Landrat Wolfgang Spreen für die Kreispolizeibehörde die Unfallstatistik 2017.

Deutlich zu nahm die Zahl der Schwerverletzten. Waren es 2016 285 Personen, stieg sie im Vorjahr auf 330 Menschen an. „Diesen Negativtrend wollen wir nachhaltig umkehren“, betonte Spreen. Die Zahl der Leichtverletzten stieg leicht an, von 1110 auf 1152.

Mehr verunglückte Kinder

Zwar starben 2017 im Straßenverkehr weniger Senioren, und zwar drei weniger als ein Jahr zuvor, als noch sieben ältere Personen bei Unfällen ihr Leben ließen. Die Zahl der verunglückten Kinder nahm aber wieder zu, von 111 auf 126. „Glücklicherweise wurde aber erneut kein Kind auf den Kreis Klever Straßen getötet“, sagte Frank Wietharn, Direktion Verkehr bei der Kreispolizei.

Es verunglückten auch wieder mehr Jugendliche. „Waren es 2016 noch 81, stieg ihre Zahl auf 106“, so Wietharn. Eine 14-Jährige verlor bei einem tragischen Verkehrsunfall in Emmerich sogar ihr Leben.

Junge Erwachsene bleiben eine Risikogruppe

Die Polizei im Kreis werde sich weiter ganz gezielt an Jugendliche wenden, auch mit dem Projekt Crash-Kurs NRW, um sie für das Thema Verkehrssicherheit zu sensibilisieren, hieß es. 1430 Jugendliche hätten an entsprechenden Veranstaltungen 2017 teilgenommen.

Junge Erwachsene, sprich Verkehrsteilnehmer zwischen 18 und 24 Jahren, seien weiterhin eine „Risikogruppe“, betonte Frank Wietharn. Vier Personen dieses Alters kamen 2017 bei Verkehrsunfällen um, 2016 waren es zwei.

Zu oft gucken Verkehrsteilnehmer aufs Smartphone

„Viele Unfälle passieren, weil sich immer mehr Verkehrsteilnehmer ablenken lassen, etwa durch Handys“, betonte der Beamte. Deshalb warne die Polizei weiter mit der Kampagne „Lenk dich nicht app. Kein Handy am Steuer“ vor diesen Gefahren. Dafür würden Videospots der Gesamtschule Mittelkreis mit dem Titel „Blindflug tötet“ bei Präventions-Veranstaltungen genutzt.

Zu hohe Geschwindigkeiten auf den im Vergleich zu Großstädten doch sehr geraden und gut ausgebauten Straßen im Kreis Kleve sei weiter eine der Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle. „Das zu bekämpfen, wird ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit bleiben“, kündigte der Landrat als Chef der Kreispolizeibehörde an, auch durch verstärkte Kontrollen.

Fahrrad und Pedelec: 13 Prozent weniger Unglücke

2017 verunglückten wieder deutlich mehr Rad- bzw. Pedelec-Fahrer. 2016 waren es 370 Radfahrer, 2017 dann 418 – eine Steigerung um 13 Prozent. Zwar halbierte sich die Zahl mit drei Toten (ein Radfahrer, zwei Pedelec-Fahrer) gegenüber 2016. „Demgegenüber gab es aber 90 schwer verletzte Radfahrer zu 57 ein Jahr zuvor“, so Wietharn.

Unfall-Schwerpunkte wie in früheren Jahren gebe es im Kreis Kleve so nicht mehr, sagte Polizei-Pressesprecher Achim Jaspers. Die Unfälle passierten überall im Kreis.

>> WEITERE 19 WEISSE KREUZE FÜR UNFALLTOTE

Mit weißen Kreuzen will die Kreispolizei weiter auf tödliche Unfallstellen im Kreis Kleve aufmerksam machen. 286 stehen bereits, für die 19 Unfalltoten im Vorjahr folgen weitere – das erste davon am 13. März im Raum Goch.

Unfallfluchten haben 2017 erheblich zugenommen – von 1568 in 2016 auf 1786 im Vorjahr. Die Aufklärungs-Quote sei zwar mit 76 Prozent (95 %) deutlich rückläufig, so die Polizei – allerdings im Landesvergleich sehr hoch und ein Spitzenwert.

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