Dorfausrufer

Werther Dorfausrufer zeigte sein Können bei Meisterschaft

Dorfausrufer Reinhold Pries aus Werth nahm an der Meisterschaft seiner Dorfausrufer-Gilde teil.

Dorfausrufer Reinhold Pries aus Werth nahm an der Meisterschaft seiner Dorfausrufer-Gilde teil.

Foto: Pries

Werth.  Der Werther Dorfausrufer Reinhold Pries nahm an der Meisterschaft seiner Gilde in Neustadtgödens teil. Im Ort ruft er nur noch wenig aus.

Reinhold Pries und seine hell-klingende Glocke sind bestens bekannt. Zumindest in Werth – und ein wenig auch über dessen Grenzen hinaus. Der 68-Jährige ist – und das nun seit fast zehn Jahren – der dortige Dorfausrufer. Der Heimatverein Werth hatte seinerzeit die alte Tradition wieder aufleben lassen.

Mittels Glocke und Stimme verkündete Dorfausrufer in alten Tagen – also in Zeiten ohne Handy, TV und Radio – wichtige Neuigkeiten beim Gang durch den Ort. Natürlich ist dieses Gebaren mittlerweile überholt. Und dennoch: Nicht nur zur Eröffnung des Werther Weihnachtsmarktes schmeißt sich Reinhold Pries in seine Dorfausrufer-Kluft. Nein.

Meisterschaften finden alle drei Jahre statt

Auch wenn die Dorfausrufer-Meisterschaften in Friesland anstehen – und das ist alle drei Jahre so – nimmt der Werther nur zu gern daran teil. Das Messen der Stimmen stehe dabei nicht unbedingt im Vordergrund. Denn das Treffen mit den Mitgliedern seiner Gilde, so Pries, „ist immer wunderschön gesellig“.

So auch nun wieder, als zahlreiche Teilnehmer ein Wochenende lang in Neustadtgödens zusammen kamen. Ausrufer aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden traten dabei nicht nur gegeneinander an, sondern unternahmen auch Ausflüge miteinander.

Viele Zuhörer für die Ausrufer

Von Freitag bis Sonntag ging das Treffen. Der Höhepunkt war der Sonntag, denn hier fand nach dem Gottesdienst der Wettbewerb statt, der offiziell von Bürgermeister Dirk Arnskötte eröffnet wurde. „Weil es direkt nach dem Gottesdienst war, waren auch viele Zuschauer da“, freut sich Reinhold Pries über ein großes Publikum.

Maximal zwei Minuten durfte jeder reden - oder besser ausrufen. „Und das ist gar nicht so einfach“, versichert Pries. Wer über zwei Minuten redet, bekommt Strafpunkte. Bewertet wurden etwa Ausdruck, Körpersprache, Unterhaltsamkeit und die Richtigkeit.

Über die Heimat berichtet

So hatte der Werther natürlich auch einen Text vorbereitet. Und im Vorfeld auch fleißig geübt. „Wir sollten über unseren Heimatort berichten“, erklärt der Pensionär. So kam Werth also auch in Neustadtgödens groß raus. Pries berichtete in seinem Vortrag zum Beispiel über die Werther Mühle, die einen Schaden nach einem großen Sturm genommen hat.

In diesem Jahr gab es für den Vortrag sogar neue Regeln. Zu Beginn wird nämlich immer die Glocke geläutet. „Mittlerweile zählt das Geläut schon zum Vortrag“, so Pries. Früher wurde erst mit Beginn des Redens der Startknopf für die Zeit gedrückt.

Platzierung ist eher Nebensache

Alle drei Jahren finden die Meisterschaften seiner Dorfausrufer-Gilde statt. Bereits 2013 und 2016 hat Pries daran teilgenommen. Ein Platz auf den Treppchen belegt hat Pries nicht. Sei’s drum: „Ich bin wohl vierter geworden“, so der Werther.

Durch das Dorf zieht er nicht mehr als Ausrufer. „Da interessiert sich keiner mehr für“, so Pries. Wohl aber zum Weihnachtsmarkt, oder wenn es Anfragen gibt, zieht er sehr gern seine Kluft an, nimmt die Glocke und ölt die Stimme.

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