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Wie auch in Emmerich Cyber Attacken Unternehmen bedrohen

Christian von Göler sprach im PAN auf Einladung des Lions Clubs Montferland-Emmerich.

Foto: Thorsten Lindekamp

Christian von Göler sprach im PAN auf Einladung des Lions Clubs Montferland-Emmerich. Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich.   Christian von Göler aus Düsseldorf referierte bei den Lions Montferland-Emmerich über Cyber Attacken. Warum Freddy Heinzel am sichersten lebt.

Eindrucksvoll, die Online-Angriffe, die Christian von Göler am Dienstagabend den Besuchern der Vortragsveranstaltung des Lions-Clubs Montferland-Emmerich im PAN präsentierte. Bei der Telekom und deren Partner gab es weltweit in einer Minute 891 solcher Cyber-Attacken, mehr als 117.000 waren es in einer Stunde. Der Fachmann der Best-Gruppe Düsseldorf, die sich aufs Versicherungsmakeln spezialisiert hat, sensibilisierte das Publikum, worauf ein Unternehmer achten muss, wenn’s um die Daten im Netz geht.

Kein Unternehmen ist zu klein

Als er eingangs die Frage stellte, wer denn ein Smartphone habe, so zeigten bis auf einen alle auf. Mit Blick auf Freddy Heinzel – ohne Smartphone – erklärte von Göler: „Er lebt sicherer.“ Ob Webcam oder Drucker – alles Dinge, die Daten an Unberechtigte gelangen lassen. „Innerhalb von zwei Jahren ist dieses Unternehmensrisiko von Platz 6 auf 1 gestiegen“, wusste er.

Schnell widerlegte der Mann aus der Landeshauptstadt, dass solche Argumente, wie „Unser Unternehmen ist zu klein“, „Wir haben eine Top-IT“ oder wir „Vertrauen unseren Mitarbeitern“ ein Trugschluss seien. Gerade die Gefahr von innen sei am größten: „Vielfach werden aktuelle und ehemalige Mitarbeiter zu Tätern.“ Dagegen sind die einst führenden Hobby-Hacker auf die unteren Ränge abgerutscht.

Drucker und Webcams als große Gefahr

Noch eines wusste Christian von Göler: „IP-Adressen, die man von außen erreichen kann, sind ganz gefährlich.“ Alles was außerhalb des Unternehmens zugänglich ist, wie etwa IP-Adressen von Druckern, böte viel Energie für kriminelle Machenschaften.

Über die Suchmaschine Shodan ließen sich mit dem Netz verbundene Webcams, Router, Server und eben Drucker, PC-Arten und Dienste finden. Wenn eine Attacke einmal begonnen habe „sind die Viren in der Tiefe der Betriebssysteme zu finden“. Ähnlich sei es auch bei der Klinik in Neuss gewesen. Mit der virtuellen Währung Bitcoins könne man die Daten wieder zugänglich machen. Während in den USA das FBI dazu rate, wirtschaftlich abzuwägen, ob man Lösegeld zahle, werde in Deutschland davon abgeraten. Man wisse ja nicht, ob auch tatsächlich die Datenfreigabe erfolge.

Mangelhafte Aufklärung

Auf die ab Mai 2018 in Kraft tretende EU-Datenschutzgrundverordnung ging der Experte ebenfalls ein. Unternehmen würden mangelhaft aufgeklärt. Zudem würden derzeit nur zehn Prozent der Firmen diese umsetzen. „Ab nächstes Jahr wird’s teuer, wenn man ab zehn Personen keinen Datenschutzbeauftragten hat.“

Ein Notfallkonzept, umfangreiche Dokumentationen, eine Cyber-Versicherung, Penetration Tests, bei denen gezielt Viren, Trojaner und E-Mails die Systeme befallen würden, seien ein gutes Mittel. Mitarbeiter solle man ermuntern sich zu melden, wenn diese eine verdächtige E-Mail geöffnet haben. Christian von Göler rät zur täglichen Datensicherung außerhalb des Firmenservers. Sicherungsdauer: acht Wochen. „Daten sind das Geld von morgen und haben schon lange das Öl überholt.“ Der Umsatz sei größer als der des weltweiten Drogenhandels.

>>PERSÖNLICHE E-MAIL-ADRESSE ÜBERPRÜFEN LASSEN

Kriminelle versuchen sich mit E-Mail-Adressen und den zugehörigen Passwörtern in E-Mail-Konten, Online-Dienste oder Internet-Foren einzuloggen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bietet hierzu einen Check an. Auf der Homepage www.sicherheitstest.bsi.de kann man seine persönliche E-Mail-Adresse überprüfen lassen.

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