Klimaschutzteilkonzept

Zum Fuß- und Radwegenetz: Emmericher werden befragt

Viele Emmericher fahren gerne mit der Fiets. Aber häufig geht’s dabei mehr um Wochenend-Touren. Für den Klimaschutz wäre es hilfreich, wenn mehr Bürger auch für kurze Alltagswege das Rad nutzen würden.

Viele Emmericher fahren gerne mit der Fiets. Aber häufig geht’s dabei mehr um Wochenend-Touren. Für den Klimaschutz wäre es hilfreich, wenn mehr Bürger auch für kurze Alltagswege das Rad nutzen würden.

Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich.  Emmerich beginnt damit bis Mai 2020 ein Klimaschutzteilkonzept Fuß- und Radwege aufzustellen. Die Bürger werden dabei stark eingebunden.

Wenn ein paar Prozent der Emmericher in ihrem Alltag das Fahrrad häufiger nutzen, nicht nur für längere Wochenend-Touren, sondern auch für den kurzen Weg innerhalb der Stadt, vielleicht gar den Arbeitsweg – dann wird das Klimaschutzteilkonzept Fuß- und Radverkehr ein Erfolg.

Dieses soll bis Mai 2020 aufgestellt werden und der Politik konkrete Maßnahmen auf den Tisch legen, um den Verkehr in Emmerich klimafreundlicher zu machen. Jean-Marc Stuhm, geschäftsführender Gesellschafter des beauftragten Büros Stadt Verkehr, stellte am Dienstag im Ausschuss für Stadtentwicklung den Fahrplan bis Mai 2020 vor. Besonders wichtig: Die Bürger werden stark eingebunden.

Online-Befragung startet im Juli

Schon im Juli gehe es los mit Online-Befragungen, wo Interessierte auf einer interaktiven Karte markieren können, wo etwa Radwege fehlen, wo Querungen fehlen, wo es unsichere Räume bzw. Sicherheitsmängel gibt. Bei einer ähnlichen Befragung im Kreis Kleve seien auf diese Weise 1400 Hinweise eingegangen, so Stuhm.

Zwischen August und Oktober stehen dann Planungstouren mit Bürgern als Multiplikatoren an. Und im September/Oktober flattert rund 4000 Bürgern der Stadt Post ins Haus. Mit Fragebögen. „Wir hoffen auf eine Rücksendequote von zehn Prozent“, schilderte Stuhm.

Wie kommt der Emmericher von A nach B?

In der Befragung geht es um das Mobilitätsverhalten: Womit fahren die Bürger aus welchem Zweck wohin? Was muss passieren, damit sie aufs Rad umsteigen? Die Befragung könnte alle fünf Jahre wiederholt werden.

Im Oktober wird es eine Bürgerveranstaltung geben. Danach wird das Maßnahmenkonzept erarbeitet, was in Arbeitsgruppen begleitet wird. Flankierend soll schon in der Öffentlichkeitsarbeit für die Fiets und Co. geworben werden.

Im März soll dann die zweite Bürgerveranstaltung anstehen, mit konkreten Ergebnissen, sodass in der Folge der Politik der Gesamtbericht vorgelegt werden und im Rat im Mai der Beschluss erfolgen kann.

Wieviel vom Verkehr kann aufs Rad und Co. verlagert werden?

Es gibt drei Szenarien, wie ambitioniert das Konzept sein könnte.

  • 1. Ein bis zwei Prozent des Verkehrs wird auf den Radverkehr (oder ähnliches) verlagert durch Optimierungen.
  • 2. Drei bis fünf Prozent, wenn der Radverkehr als wichtiger Träger des Umweltbundes angenommen wird und das Netz entsprechend ergänzt wird.
  • 3. Mindestens zehn Prozent, wenn der Radverkehr als wichtiger Impulsgeber für den Klimaschutz verstanden wird. Hierfür würde dem Radverkehr Vorrang gewehrt und eine ganze Latte an Maßnahmen wäre erforderlich.

Aus der Politik kamen weitere Anregungen: Christoph Kukulies (UWE) wollte den grenzüberschreitenden Tourismus berücksichtigt wissen. Und: „Man sollte auch E-Scooter im Blick haben.“ Jörn Bartels (BGE) regte an, dass ein Verwaltungsmitarbeiter Hauptakteur sein sollte. Birgit Sloot (CDU) pflichtete bei: „Sonst wird das nichts.“ Ihre fehle zudem die Einbindung der Kinder in edukativer Hinsicht. CDU-Fraktionschef Matthias Reintjes unterstrich die Bedeutung von sicheren Verschluss-Möglichkeiten für E-Bikes: „Da werden wir als Fraktion in letzter Zeit immer häufiger drauf angesprochen.“

Etliche politische Anträge werden zusammengefasst

Mit dem Auftakt des Klimaschutzteilkonzeptes greift die Verwaltung mehrere Anträge in diese Richtung von mehreren Fraktionen in jüngerer Vergangenheit auf; insbesondere die Aufnahme in die AGFS, die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte in NRW.

„Wir wollen alles zusammen konzeptionell erarbeiten und ein Maßnahmenpaket erstellen“, schilderte Jens Bartel, Leiter des Fachbereiches Stadtentwicklung bei der Stadt. Das Klimaschutzteilkonzept dürfe als Grundlage für die AGFS-Aufnahme gesehen werden.

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