Prozess

Ennepetaler versorgt kleinen Bruder (15) mit Drogen

Foto: Britta Pedersen

Ennepetal.   Ein 20-jähriger Ennepetaler züchtete zu Hause Cannabis-Pflanzen und versorgte mit dem Stoff seinen kleinen Bruder.

Ein 20-Jähriger gab Drogen an seinen kleinen Bruder ab. Damit der knapp 15-Jährige sich den Stoff nicht woanders besorgte.

Vor dem Schwelmer Amtsgericht gab der junge Mann aus Ennepetal alles zu, was die Staatsanwaltschaft ihm vorwarf, und das war nicht gerade ein Pappenstiel. Drei Mal hatte der Angeklagte seinen gerade einmal 15 Jahre alten Bruder mit Cannabis versorgt. Immer nur eine Konsumeinheit von einem Gramm.

Die Polizei hatte ihn und seinen Bruder aber schon seit einiger Zeit im Visier.

257 Gramm Cannabis-Kraut

Die Taten waren im Januar vergangenen Jahres passiert. Am 18. Februar stand die Polizei beim Angeklagten auf der Matte und durchsuchte seine Wohnung. Dabei fand sie noch ein Grow-Zelt, unter dem der junge Mann vor einiger Zeit offenbar einige Pflänzchen herangezüchtet hatte. Die Ernte von 257 Gramm Cannabis-Kraut beschlagnahmte die Polizei ebenfalls, sowie ein Gramm der Droge, die er von einem Kurztrip in die Niederlande mitgebracht hatte.

Vor Gericht schämte sich der Ennepetaler. Er überließ seinem Verteidiger das Reden. Der bemühte sich, klarzustellen, dass sein Mandant kein großer Drogendealer war. „Die Taten werden alle eingeräumt. Aber das alles geschah nicht im großen Stil.

Das „Hauptverbrechen“ bestand darin, dass er seinem Bruder was gegeben hat.“ Als Grund gab der Angeklagte an: „Damit er nicht zu irgendwelchen Dealern geht und sich da das Zeug holt!“

Die kurze Drogenkarriere des bisher unbescholtenen jungen Mannes war wahrhaftig keine glänzende: Die 257 Gramm Cannabis-Kraut dürften mit ihrem geringen Wirkstoffgehalt höchstens Kopfweh ausgelöst haben.

Angeklagter ernsthaft zerknirscht

Von gerade mal zwei Prozent Wirkstoff waren keine wilden Räusche zu erwarten, das hatte ein Sachverständigen-Labor mitgeteilt. Außerdem gab der junge Mann sich ernsthaft zerknirscht und wollte sich nun voll in seinen festen Job stürzen. „Ich habe eine Lehre daraus gezogen und werde definitiv so etwas nicht mehr machen“, sagte er in seinem sogenannten letzten Wort.

Gericht und Staatsanwältin waren überzeugt, dass dieses Verfahren für den Angeklagten ein Warnschuss vor den Bug war. Das Gericht verhängte, wie von der Staatsanwältin beantragt, eine Bewährungsstrafe von einem Jahr über den Ennepetaler. Darüber hinaus muss er eine Geldbuße von 900 Euro an eine Drogenberatungsstelle zahlen.

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