Wirtschaft

„FAIR-Haus“ auch fair der Umwelt gegenüber

Blumen für die Mitarbeiter: Einrichtungsleiterin Stefanie Krah-von Reth (rechts) dankte den fleißigen Helfern, die seit dem Sommer tatkräftig am Aufbau der neuen Kleiderabteilung im ersten Stock des FAIR-Hauses der Diakonie an der Kaiserstraße mitgeholfen haben.

Blumen für die Mitarbeiter: Einrichtungsleiterin Stefanie Krah-von Reth (rechts) dankte den fleißigen Helfern, die seit dem Sommer tatkräftig am Aufbau der neuen Kleiderabteilung im ersten Stock des FAIR-Hauses der Diakonie an der Kaiserstraße mitgeholfen haben.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Die Diakonie weiht ihre neue Kleiderabteilung im Sozialkaufhaus in Schwelm ein. Projekt gibt Langzeitarbeitslosen Perspektiven.

Es kommt ohne knallige Neonlichtreklame und große Werbung aus, liegt nicht in 1-A-Geschäftslage von Schwelm und macht garantiert keine Gewinne. Und dennoch hat es seine Existenzberechtigung und das seit 28 Jahren: das Sozialkaufhaus „Die Tankstelle“ der Diakonie. Einst als Arbeitslosentreff in der alten Tankstelle an der Blücherstraße aus der Taufe gehoben, ist es heute direkt neben Fressnapf mit Zugang von der Markgrafenstraße zu finden. Und seit gut einem Jahr hat es sich auch einen neuen Namen gegeben und firmiert nun unter dem Titel „FAIR-Haus“.

Menschen Perspektiven geben

Das Konzept ist aber immer noch das alte und das ist genauso aktuell wie vor Jahrzehnten: langzeitarbeitslosen Menschen in Kooperation mit dem Jobcenter wieder eine Perspektive für ihr Leben geben und gleichzeitig unserer Wegwerfgesellschaft die „Rote Karte“ zeigen, indem noch gute, nicht mehr benötigte Dinge des Alltags einer zweiten Verwendung zugeführt werden. Kurz gesagt: Wer beispielsweise einen neuen Hausstand gründen möchte, der findet im „FAIR-Haus“ für kleines Geld so ziemlich alles, was er für eine Wohnungseinrichtung und zum Leben braucht und kann die neu gekauften Gebrauchtmöbel dort auch gleich mit dem nötigen Inventar und den Kleiderschrank mit Klamotten auffüllen.

In dieser Woche hatte das Team des „FAIR-Hauses“ etwas zu feiern. Seit dem Sommer wurde im ersten Obergeschoß fleißig umgebaut, renoviert und wieder aufgebaut, um Platz für die neue 2.-Hand-Abteilung für gute Kleidung zu schaffen. Sie ist offen für alle Schwelmer, die im Sinne der Ressourcenschonung lieber gute gebrauchte, als billige neu kaufen wollen. Die gespendeten Waren werden durch Teilnehmerinnen Arbeitserprobender Maßnahmen des Jobcenters vorab nicht mehr nur kontrolliert, sondern auch gewaschen und ggf. gebügelt oder aufgearbeitet. Kleine Fehler können am Nähplatz korrigiert werden und wenn das ausgewählte Stück nicht ganz sitzt können ggf. sogar kleine Anpassungen vorgenommen werden.

„Wir wollen keine Konkurrenz zu Bekleidungsgeschäften und Änderungsschneidereien vor Ort sein. Wir arbeiten, um Menschen wieder in Arbeit zu bringen“, stellt Einrichtungsleiterin Stefanie Krah-von Reth klar. Das ist auch der Grund, warum Nadine Belohlavek vom Jobcenter EN zu der kleinen Einweihungsfeier gekommen ist. 25 Plätze für Langzeitarbeitslose, die früheren sogenannten 1-Euro-Kräfte, hat das „FAIR-Haus“. Seit diesem Jahr kommen weitere 10 durch das Jobcenter geförderte Beschäftigungsverhältnisse hinzu. Rund 80 Menschen pro Jahr kann das Sozialkaufhaus dadurch wieder eine Perspektive für ihr weiteres Leben geben.

Das Team des Sozialkaufhauses mit vier Hauptamtlichen, den Mitarbeitern in der Arbeitserprobung und den Ehrenamtlern (es werden weitere Freiwillige gesucht) freut sich auf neue Kunden. Auf die warten einige Sonderangebote. Im „alten“ Bekleidungsbereich im EG werden bis Jahresende Kleidungsstücke, die es nicht mehr in den neuen Verkaufsbereich geschafft haben, günstig für 1 Euro pro Kilogramm verkauft. Gleichzeitig eröffnet nach Totensonntag auch wieder der Weihnachtsverkauf auf dieser Fläche.

Zum „FAIR-Haus“ gehören die Erwerbslosen-Beratungsstelle, das Arbeitslosenzentrum, das Sozialkaufhaus sowie der Tafelladen, der in Kooperation mit der Caritas betrieben wird.

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